Aus alt mach neu Schiller-Passage wird zu Wiesen-Center umgebaut

Auch wenn viele wegen Corona nicht so recht in Shopping-Laune sind, wird in Jena gerade ein neues Einkaufszentrum gebaut – oder vielmehr eine alte Bekannte revitalisiert. Sieben Jahre stand die Schiller-Passage leer. Ende kommenden Jahres soll sie als Wiesen-Center wieder ihre Tore für Konsumenten öffnen.

Ein Einkaufszentrum von außen
Neuer Versuch an einem schwierigen Standort Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der leerstehende Klotz am östlichen Rand von Jenas Innenstadt war für Viele lange ein Ärgernis. Sieben Jahre lang gammelte die Schiller-Passage vor sich hin. Zuletzt wurde sie nur noch als Parkhaus genutzt. Doch jetzt kommt wieder Bewegung in den ehemaligen Konsumtempel. Seit Juni ist ein Abrisstrupp damit beschäftigt, die alte Dämmung und die Feuerlösch- und Lüftungsanlagen herauszureißen. Danach wird aufwändig modernisiert.

Eine abgerissene Rolltreppe
Es gab reichlich zu tun... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn alles fertig ist, soll wieder der Handel einziehen. Doch bis dahin heißt es: Alles muss raus. Sogar die Rolltreppen werden versetzt. Klobig durchschnitten sie bisher die riesigen zwei Etagen der Verkaufsfläche. Kleinere und modernere Modelle an anderer Stelle sollen die Kunden nach der Eröffnung durch das Einkaufszentrum bewegen.

Neuer Investor - neuer Name

Im Mai hatte ein Immobilien-Investor aus Wien den silbergrauen Klotz erworben – und sich auch für einen neuen Namen entschieden: Aus "Schiller-Passage" wird nun das "Wiesen-Center". Schließlich liegt es direkt an der Wiesenstraße. Das Objekt ging durch den Verkauf nach Österreich, doch die Bauaufsicht bleibt in Thüringen. Als sogenannte Bauherren-Vertreter streifen die Jenaer Ingenieure Jens Fischer und Holger Trautmann über die Baustelle. Der Druck ist groß, der Zeitplan für die Eröffnung kurz vor Weihnachten kommenden Jahres sportlich.

Aber das aufgelassene Einkaufszentrum hat die Modernisierung bitter nötig, glaubt Fischer: "Das Gebäude ist jetzt 25 Jahre alt. Damals war es das erste große Einkaufszentrum in Jena und sehr modern. Daran wollen wir natürlich wieder anknüpfen. Das heißt was damals modern war, für heute moderner machen."

Ehemalige Tankstelle muss Parkplatz weichen

Auf 11.000 Quadratmetern Verkaufsfläche werden ein französischer Sportartikelhändler, eine Drogerie- und eine Fitnessstudio-Kette sowie ein Supermarkt aus dem gehobenen Preisniveau einziehen. Für den wird sogar die benachbarte Tankstelle abgeräumt, damit die Kunden bequem vor dem Haus parken können.

Bauarbeiter auf einer Hebebühne
11.000 Quadratmeter Fläche und vier Mieter Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dabei bietet das Parkhaus auf dem Dach rund 600 Stellplätze. Doch das Scheitern der Schiller-Passage könnte auch mit den fehlenden ebenerdigen Parkplätzen für die Supermarkt-Kunden zu tun gehabt haben. Viele empfanden den Einkauf im Erdgeschoss und den Transport der Einkäufe nach oben als zu umständlich. Das glauben auch die Bauherren-Vertreter Fischer und Trautmann.

Konkurrenz sieht Revitalisierung skeptisch

Einen Kilometer Luftlinie entfernt, in Jenas Shopping-Platzhisch "Goethe-Galerie" blickt man dagegen skeptisch auf das sich in der Revitalisierung befindliche Einkaufszentrum. Die "GöGa" ist dreimal so groß und beherbergt 70 Einzelhändler. Eine ganz andere Liga also. Center-Manager Michael Holz sieht vor allem ein Problem im Standort des künftigen Wiesen-Centers: "Fakt ist, den Standort gibt es seit 25 Jahren und er hat als Handelsstandort nie wirklich richtig funktioniert. Ich glaube, das ist die große Herausforderung für den Investor. Es ist kein Wunder, dass die Schiller-Passage über Jahre eine Brache war."

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Juli 2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Stealer vor 1 Wochen

@Harka2: Der Standort ist von Nord und Süd recht gut erreichbar (für Jenaer Verhältnisse) - besser als die Goethe-Galerie in jedem Fall.

Das Problem der Schiller-Passage (zum Glück wird der Name geändert...) war eher, dass sie für den Stadtbummel etwas zu abgelegen war und das Angebot an Geschäften nicht so prall war, um Leute aus anderen Stadteilen herzulocken.

Nun ja, außerdem war der Bau schon immer unansehnlich und das direkt gegenüberliegende Flussufer könnte man in diesem Zustand auch in der weißrussischen Provinz finden.

Harka2 vor 1 Wochen

Wer dort hin will, muss zumeist einmal quer durch Jena - und das tut sich bei den ganzen nicht aufeinander abgestimmten Ampeln und Tempo-30-Zonen selbst auf den Ausfallstraßen doch keiner freiwillig an.

Tamico161 vor 1 Wochen

Sie waren schon in Weißrussland ?

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