Wirtschaftsförderung Unternehmen und Geschäftsleute in Jena zu Corona befragt

Die Jenaer Wirtschaftsförderung hat gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Uni Jena eine Studie zu den Folgen der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Inzwischen laufen derartige Unternehmensbefragungen in acht weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten in Thüringen.

Jena von oben mit Eichplatz, Friedrich-Schiller-Universität und Intershop-Tower
Die Jenaer Wirtschaftsförderung hatte die Studie in Auftrag gegeben. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Wirtschafts-Branchen und Unternehmen in Jena sind ganz unterschiedlich von der Corona-Pandemie betroffen. Das zeigt eine Befragung von rund 420 Unternehmen und Geschäftsleuten, deren Ergebnisse am Dienstag vorgestellt wurden.

Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der Hochtechnologie-Firmen haben angegeben, dass ihr Umsatz im April gleichgeblieben oder sogar gestiegen ist. Auch die IT-Branche und Digitalwirtschaft war weniger betroffen. Existenziell bedroht sehen sich dagegen Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und die Veranstaltungswirtschaft. So rechnet über ein Drittel der Jenaer Gastronomen bis zum Jahresende mit Insolvenz oder Betriebsschließung.

Mehr als 16.000 Menschen von Kurzarbeit betroffen

Über 40 Prozent der Jenaer Unternehmen beantragten Kurzarbeit. Davon betroffen sind laut der Studie rund 16.000 Menschen. Für die Soforthilfe-Programme von Land und Bund gab es knapp 2.200 Anträge. Bis Ende Mai zahlte die Thüringer Aufbaubank knapp 15 Millionen Euro Soforthilfe für Selbständige und kleinere Firmen in der Stadt. Jena sei mit einem "dunkelblauen Auge" aus der Krise gekommen, so das Fazit von Wilfried Röpke, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf fehlt

Als eine der größten Herausforderungen habe sich die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf gezeigt. Da brauche es flexiblere Lösungen. Außerdem mahnte er eine klare Krisenkommunikation an. Unsicherheiten seien Gift für die Wirtschaft, betonte auch der Jenaer Wirtschaftsgeograph Sebastian Henn. Er ist auch Mitglied im Corona-Beirat der Thüringer Landesregierung.

Die Jenaer Wirtschaftsförderung hatte die Studie gemeinsam mit Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Uni Jena ins Leben gerufen. Inzwischen laufen derartige Unternehmensbefragungen in acht weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten in Thüringen. Ergebnisse sollen bis Ende August vorliegen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Juni 2020 | 15:00 Uhr

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