Thomas Kemmerich, FDP-Landesvorsitzender, spricht bei einer Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der FDP Thüringen.
Die Thüringer Liberaldemokraten eröffnen ihren Landtagaswahlkampf in Jena. Bildrechte: dpa

Landtagswahl 2019 Wahlkampfauftakt der FDP in Jena

Mit einer Auftaktveranstaltung hat die Thüringer FDP am Donnerstagabend auf dem Holzmarkt in Jena ihren Landtagswahlkampf eröffnet. Die Partei will erstmals wieder seit 2009 in den Landtag einziehen und hofft dabei auf auch auf unentschlossene Wähler.

von Peter Sommer

Thomas Kemmerich, FDP-Landesvorsitzender, spricht bei einer Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der FDP Thüringen.
Die Thüringer Liberaldemokraten eröffnen ihren Landtagaswahlkampf in Jena. Bildrechte: dpa

Es ist ein herrlicher Herbstnachmittag auf dem Jenaer Holzmarkt. Schon wenige Minuten nach Beginn der Veranstaltung haben sich rund hundert FDP-Anhänger und Schaulustige versammelt. Es ist wohl kein Zufall, dass die Thüringer Liberaldemokraten ihren Wahlkampf ausgerechnet in Jena offiziell eröffnen. Die Stadt gilt als liberale Hochburg und wird von Thomas Nitzsche, dem einzigen FDP-Oberbürgermeister in Thüringen, geführt.

Kampf um Unentschlossene

Thomas Kemmerich, FDP-Landesvorsitzender, spricht bei einer Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der FDP Thüringen.
Thomas Kemmerich ist sich sicher: Wenn die FDP in den Landtag einziehe, sei es aus mit Rot-Rot-Grün. Bildrechte: dpa

Vieles deutet darauf hin, dass die Landtagswahl am 27. Oktober für die Thüringer Liberaldemokraten einmal mehr zur Zitterpartie wird. Bei letzten Umfragen schlitterte die Partei an der 5%-Marke entlang. In Sachsen und Brandenburg verpasste die FDP jeweils den Einzug in die Landesparlamente. Ob ihr das gleiche Schicksal in Thüringen droht? Thomas Kemmerich schüttelt den Kopf. Jede Wahl sei komplett anders, sagt der Thüringer Spitzenkandidat. Die Liberalen seien im Freistaat mittlerweile gut aufgestellt. Und immerhin rund 40 Prozent der Wähler wüssten noch nicht, wem sie ihre Stimme geben werden. Potential für die FDP, meint Kemmerich. Und noch etwas anderes sei für ihn klar: wenn die FDP in den Landtag einziehe, sei es aus mit Rot-Rot-Grün. Auch das könne ein Ansporn sein, seine Partei zu wählen.

Klimapolitik: Anreize statt Verbote

Vom komplett in Gelb gehaltenen Podium aus verkündet Kemmerich dann die Kernbotschaften seiner Partei: eine Bildungspolitik, die die Autonomie der Schulen stärkt und das Individuum wieder in den Mittelpunkt rückt. Eine Wirtschaftspolitik, die von bürokratischen Zwängen befreit ist. Und eine Klimapolitik, die nicht auf Strafen und Verbote, sondern auf Fortschritt setzt und Anreize schafft, sagt Kemmerich - auch in Richtung Bundesregierung.

Christian Lindner (l), FDP-Bundesvorsitzender, und Thomas Kemmerich (r), FDP-Landesvorsitzender, stehen bei einer Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der FDP Thüringen, nebeneinander.
Der Bundesvorsitzende der FDP, Christian Lindner, fordert in Jena eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland. Bildrechte: dpa

Als der Bundesvorsitzende Christian Lindner auf die Bühne springt, ist der Platz mittlerweile gut gefüllt. Lindner beschwört liberale Werte und erteilt dem Fürsorgestaat eine Absage. Auch einen außenpolitischen Akzent setzt der FDP-Chef in seiner Rede: die EU und besonders Deutschland müssten ihre Beziehungen zu Russland normalisieren. "Wenn es Konflikte gibt, müssen wir mehr, nicht weniger miteinander sprechen“, ruft Lindner seinen Zuhörern unter Applaus zu. Besonders im Osten Deutschlands seien die Bindungen zu Russland traditionell besonders eng.

Lindner warnt potentielle AfD-Wähler

Am Ende seiner Rede spricht Christian Lindner eine klare Wahlempfehlung für seine Partei – und eine Warnung aus: wer die AfD wähle, bekomme am Ende genau das Gegenteil von ihr. Viele Menschen in Sachsen hätten der Regierung in Berlin einen Denkzettel verpassen wollen. Sie hätten AfD gewählt – und würden nun voraussichtlich die Grünen in der Regierung bekommen. Inklusive Windrädern im Wald und möglichen Tempolimits.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 20:10 Uhr

8 Kommentare

Mikro vor 3 Wochen

Eine Stimme für die AfD ist die beste Möglichkeit gegen RRG und gegen CDU und FDP zu stimmen.Jetzt hat Thüringen die Gelegenheit zu zeigen,das es genauso demokratisch ist wie Brandenburg und Sachsen.

martin vor 3 Wochen

Bemerkenswerte These: Ein Landtag mit FDP-Abgeordneten mache ein Bundesland demokratischer. Haben Sie dafür auch eine stichhaltige Begründung? Sind alle Nicht-FDP-Wähler weniger demokratisch als FDP-Wähler??

Rotti vor 3 Wochen

Lindner irrt sich in seinen Anmerkungen zu Sachsen sehr. Die Menschen wählen wahrscheinlich diejenigen, die sie noch nicht ge- und enttäuscht haben, ihrer Meinung nach.
Das die anderen Parteien im Nachgang zur Beliebigkeit mutieren, ist deren Stigma. Auch die FDP - Wähler sind nicht davor sicher, dass eine FDP im Thüringer Landtag am Ende doch gemeinsame Sache mit den Grünen macht.
Leider ist es so, dass schon ein Alleinstellungsmerkmal der AfD ist, dass, wer blau wählt, nicht am Ende grün bekommt.
Diese Klarheit und Ehrlichkeit würde ich mir von meiner CDU wünschen.
Doch die hat heute wieder mit der SPD etwas getan, dass noch mehr Wähler vergrault. Schade. Schade. Schade.

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