Prof. Dr. Michael Kaschke und Dr. Thomas Nitzsche stellen das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für den neuen Hightech-Standort von ZEISS in Jena vor.
Prof. Dr. Michael Kaschke (links) und Jenas OB Dr. Thomas Nitzsche stellen das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für den neuen Hightech-Standort von Zeiss in Jena vor. Bildrechte: ZEISS/Manfred Stich

Stadtentwicklung Architekturwettbewerb um künftiges Zeiss-Gebäude in Jena abgeschlossen

Der Sieger-Entwurf für das neue Zeiss-Gebäude kommt vom Architekturbüro Nething aus Neu-Ulm. Unternehmens-Chef Kaschke findet darin wichtige Unternehmensgrundsätze auch baulich verwirklicht: Vernetzung, Offenheit und Flexibilität. So sollen vor allem die oberen Gebäudeteile miteinander in Beziehung stehen.

von Olaf Nenninger

Prof. Dr. Michael Kaschke und Dr. Thomas Nitzsche stellen das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für den neuen Hightech-Standort von ZEISS in Jena vor.
Prof. Dr. Michael Kaschke (links) und Jenas OB Dr. Thomas Nitzsche stellen das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für den neuen Hightech-Standort von Zeiss in Jena vor. Bildrechte: ZEISS/Manfred Stich

Der Architekturwettbewerb ist abgeschlossen - der Siegerentwurf steht fest. Das künftige Zeiss-Gebäude wirkt futuristisch: weiße vektorartige Betonflächen, die von großen Glasflächen durchbrochen werden. Die terrassenartigen großzügigen Vorsprünge sind begrünt. So ist es zumindest am Mittwoch im Besucherzentrum des alten Zeiss-Standorts in Jena vorgestellt worden.

Das architektonische Konzept des neuen Hightech-Standorts von ZEISS
Das Unternehmen hofft, dass sich das neue Gebäude nicht nur optisch in die Stadt einfügt, sondern dass die Jenenser es auch annehmen. Bildrechte: Carl Zeiss AG

Unternehmens-Chef Michael Kaschke persönlich leitete die Präsentation. Dabei war auch Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche, der für diesen Termin sogar seinen Urlaub unterbrochen hatte. 300 Millionen Euro will die Zeiss AG in den neuen Standort auf Teilen des ehemaligen Schott-Geländes in unmittelbarer Sichtweite des Westbahnhofs investieren. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2020, drei Jahre später soll der 220 Meter lange und 150 Meter breite Baukörper fertig sein.

Zeiss will hier seine Unternehmensbereiche Medizinausrüstung, Mikroskopie, Halbleiterentwicklung, Planetariumsbau sowie die Forschungs- und Technologieabteilung unter einem Dach bündeln. Bis zu 2.500 Mitarbeiter könnten dann in dem neuen Gebäude arbeiten, erklärt Michael Kaschke MDR THÜRINGEN.

Der Entwurf kommt vom Architekturbüro Nething aus Neu-Ulm. Kaschke findet darin wichtige Unternehmensgrundsätze auch baulich verwirklicht: Vernetzung, Offenheit und Flexibilität. So sollen vor allem die oberen Gebäudeteile miteinander in Beziehung stehen.

Hier könnten, so Kaschke, auch Start-ups und Ausgründungen aus den beiden Jenaer Hochschulen Räumlichkeiten finden. Zeiss macht damit dem Gründerzentrum "Am Beutenberg" Konkurrenz. Die Innenräume sind so geplant, dass sie auf die Entwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren flexibel reagieren können.

Das architektonische Konzept des neuen Hightech-Standorts von ZEISS
Wie über eine Piazza soll man das Gebäude erreichen. Transparenz und Offenheit soll es ausstrahlen. Bildrechte: Carl Zeiss AG

Außerdem will sich Zeiss mit dem neuen Standort stärker nach außen öffnen. So soll es ein Veranstaltungszentrum geben sowie einen öffentlich zugänglichen, Piazza-artigen Bereich. Das Unternehmen hofft, dass der Neubau dadurch von den Jenensern schneller angenommen wird. Dass das Volkshaus sich mit einem millionenschweren Umbau ebenfalls als modernes Veranstaltungs- und Kongresszentrum neu erfinden will, bedarf sicher noch einer Klärung in den nächsten Jahren.

Der alte traditionsreiche Zeiss-Standort an der Carl-Zeiss-Promenade 10 geht übrigens nach dem Umzug zurück ans Land, genauer an die Landesentwicklungsgesellschaft. Ein echtes Geschenk auch an die Stadt, die dringend neue Gewerbeflächen braucht. Auch wenn noch nicht klar ist, mit welchen Altlasten nach Jahrzehnten Industrieproduktion zu rechnen ist.

Zeiss Zeiss ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern der optischen und optoelektronischen Industrie. Hauptsitz des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen. Die Carl Zeiss AG führt die Zeiss Gruppe als strategische Management-Holding. Alleinige Eigentümerin der Gesellschaft ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Die Zeiss Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt Messtechnik, Mikroskope, Medizintechnik, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive, Ferngläser und Halbleiterfertigungs-Equipment. Die Zeiss Gruppe ist in mehr als 40 Ländern vertreten und hat weltweit mehr als 50 Vertriebs- und Servicestandorte, über 30 Produktionsstandorte sowie rund 25 Forschungs- und Entwicklungsstandorte.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Di 21.05.2019 14:43Uhr 01:04 min

https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/apolda-weimarer-land/video-302644.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 20:24 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

8 Kommentare

12.10.2018 09:11 Grosser, Klaus 8

@ChristophJena
Berechtigte Kritik ist in Jena schon immer unerwünscht gewesen, besonders wenn die Kritik an die Zeisswerke gerichtet ist.
Es bleibt, wie es ist, dieser Albtraum in Beton und Glas ist nicht innovativ, nicht ökologisch und nicht nachhaltig.
Im Fernsehbeitrag ist besonders der Auftritt von FDP-Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche peinlich, denn er hat nichts zum Neubau des Zeisswerkes beigetragen.
Der FDP-Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche hätte lieber in seinen ersten
100 Tagen, in denen er noch nichts Besonderes geleistet hat, lieber einen Kurs "Stadtentwicklung und deren Grundsätze" besuchen sollen. Denn wie sein Handeln und seine Äußerungen zeigen hat er von Stadtentwicklung keine Ahnung.

12.10.2018 08:50 Grosser, Klaus 7

@ChristophJena
Berechtigte Kritik ist in Jena schon immer unerwünscht gewesen, besonders wenn die Kritik an die Zeisswerke gerichtet ist.
Es bleibt, wie es ist, dieser Albtraum in Beton und Glas ist nicht innovativ, nicht ökologisch und nicht nachhaltig.
Im Fernsehbeitrag ist besonders der Auftritt von FDP-Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche peinlich, denn er hat nichts zum Neubau des Zeisswerkes beigetragen.
Der FDP-Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche hätte lieber in seinen ersten
100 Tagen, in denen er noch nichts Besonderes geleistet hat, lieber einen Kurs "Stadtentwicklung und deren Grundsätze" besuchen sollen. Denn wie sein Handeln und seine Äußerungen zeigen hat er von Stadtentwicklung keine Ahnung.

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