Astronomie Planetarium Jena mit neuer Show zu Voyager

Vor über 40 Jahren starteten die beiden Raumsonden Voyager I und II in Richtung äußeres Sonnensystem. Jetzt treiben sie weiter in die unendlichen Weiten des Weltalls. Im Planetarium Jena feiert nun eine Voyager-Show Premiere.

Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Die Voyager-Sonden wurden ausgesendet, um die äußeren Planeten zu erkunden. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Seit der Wiedereröffnung am 9. Juni steht das Jenaer Zeiss-Planetarium beim Publikum hoch im Kurs. Allein im August kamen rund 11.500 Besucher. Das entspreche fast der normalen Auslastung in den Sommerferien, so Jörg Hühn, Geschäftsführer der Sternevent GmbH. Dabei können coronabedingt weitaus weniger Zuschauer als sonst unters Kuppeldach kommen. Das Hygienekonzept des Planetariums sieht vor, dass nur maximal 170 der 260 Plätze belegt werden, jede zweite Sitzreihe ist ausgebaut.

Das eingeschränkte Platzangebot bringt es mit sich, dass zahlreiche Veranstaltungen ausverkauft sind. Im Schnitt kommen laut Hühn 70 Besucher in die Vorstellungen, die jetzt enger getaktet sind. Auf das abwechslungsreiche Programm mit allgemeinbildenden und speziellen Kindervorführungen sowie Musikshows bekomme das Planetarium derzeit viele positive Rückmeldungen, sagt Hühn. Die Menschen seien einfach dankbar angesichts des sonst eher mageren Veranstaltungsangebots.

Voyager-Sonden außerhalb des Sonnensystems

Punkten beim Publikum wollen die Planetarier, wie sie sich selbst gern nennen, auch mit dem neuen Programm "Voyager - Die unendliche Mission". Die Premiere, die eigentlich schon im Frühjahr sein sollte, findet nun am 23. September statt. Eine bildgewaltige Show, die die Besucher mitnimmt auf die vielleicht spannendste Weltraum-Mission in der Geschichte der Menschheit, so Stefan Harnisch, der technische Leiter des Hauses.

Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
1977 wurden die beiden Voyager-Sonden ins All geschickt. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
1977 wurden die beiden Voyager-Sonden ins All geschickt. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Sie sollten die äußeren Planeten und deren Monde untersuchen. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Im Zeiss-Planetarium Jena gibt es jetzt eine neue Show über die Sonden. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Sie heißt "Voyager - Die unendliche Mission". Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Schließlich werden die Sonden immer tiefer ins All vorstoßen. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Neue Planeten werden sie dabei nicht mehr erkunden. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung des neuen Voyager-Programms im Zeiss Planetarium Jena
Das Zeiss-Planetarium hatte nach coronabedingter Schließung im Juni wieder geöffnet. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Im Rahmen des Hygienekonzepts wurden die Sitzreihen ausgedünnt. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Blick auf die Erde vom Mond aus. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
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Vorführung Voyager-Programm im Zeiss-Planetarium Jena
Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Vor über 40 Jahren, 1977, starteten die beiden Raumsonden Voyager I und II mit dem Ziel, die entferntesten Planeten unseres Sonnensystems zu erforschen: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Dabei lieferten sie atemberaubende Bilder und Erkenntnisse über die äußeren Planeten und ihre Monde. Und die Reise ist noch nicht zu Ende. Inzwischen haben die Raumsonden unser Sonnensystem verlassen und treiben weiter in der Unendlichkeit des Alls. Eine faszinierende Vorstellung für Stefan Harnisch, der dieses ursprünglich in der Ukraine produzierte Ganzkuppel-Programm dem Publikum hier nicht vorenthalten wollte.

Deshalb wurde es in Lizenz erworben und übersetzt. Mit der nun vorliegenden Fassung hofft Harnisch auch andere Planetarien in Deutschland zu begeistern. Ein Überblick über den aktuellen Sternhimmel ergänzt die halbstündige Show. Die beiden Premieren-Vorstellungen am kommenden Mittwoch sind bereits ausverkauft. Ab 24. September ist es dann regelmäßig im Programm.

Weltraum-Abenteuer der Olchis

In einer weiteren Show nimmt sich das Planetarium den beliebten Kinderbuchfiguren der Olchis an. Es wird ein Weltraum-Abenteuer der Olchis erzählt. Am Drehbuch hat der Autor und Illustrator Erhard Dietl, der Schöpfer der kleinen grünen Wesen, die auf einer Müllhalde wohnen, mitgeschrieben. Die Premiere des neuen Kinderprogramms kündigt Jörg Hühn für März nächsten Jahres an.

Trotz heftiger Einbußen durch die fast dreimonatige Schließzeit wegen der Corona-Pandemie zeigt sich Hühn optimistisch. Die Zwangspause sei für technische Reparaturen und das Erarbeiten des Hygienekonzepts genutzt worden. Die große Publikumsresonanz beweise, dass die "Mutter aller Planetarien" noch voll auf der Höhe der Zeit ist. Das dienstälteste Planetarium der Welt kann in sechs Jahren seinen 100. Geburtstag feiern.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 21. September 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Lothar Thomas vor 4 Wochen

Da wird es wohl mit den Plätzen sehr knapp werden.

Auf jeden Fall werde ich mir die Show nicht entgehen lassen.

Das Projekt klingt wieder einmal sehr interessant, wie auch schon Alle anderen bisher auch.

Wenn man bedenkt, wie die Zeit vergeht.
Da sind nun schon 40 Jahre vergangen seit dem Start.

Ich wünsche dem Planetarium immer ein volles Haus und sobald wie möglich werde ich auch vor Ort sein, vielleicht auch als Wiederholungsseher.

Queen hatte ich ja seinerzeit auch drei Mal angesehen.



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