Gedenken Jena erinnert an Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs

In Jena ist am Donnerstag an die Opfer der schweren Bombenangriffe im März 1945 erinnert worden. Vertreter der Stadt legten am Vormittag an einer Gedenkstele in der Rathausgasse einen Kranz nieder. Anschließend wurde in der Stadtkirche St. Michael eine Andacht gehalten.

Die Stadt war während des Zweiten Weltkrieges mehrfach Ziel von Luftangriffen der Alliierten. Mit den Zeiss-Werken und dem Schott-Glaswerk gab es hier kriegswichtige Rüstungsbetriebe. Der schwerste Angrif auf die Stadt wurde am 19. März 1945 geflogen. Innerhalb von 15 Minuten warfen 200 Bomber ihre Bomben ab. Nach neuesten Erkenntnissen verloren an diesem Tag 236 Menschen ihr Leben, sagte Stadthistoriker Rüdiger Stutz MDR THÜRINGEN. Sechs Großbrände zerstörten fast die gesamte Innenstadt. Die Stadtkirche St. Michael wurde schwer beschädigt, die Universitätsbibliothek und weitere Institute wurden komplett zerstört - ebenso 218 Wohnhäuser. Insgesamt fielen dem Bombenkrieg und Artilleriebeschuss der Stadt mehr als 700 Menschen zum Opfer, darunter zahlreiche Zwangsarbeiter. Nach Nordhausen war Jena die am meisten zerstörte Stadt in Thüringen.

Historisches Tondokument: Ricarda Huch

Zu den Menschen, die den Bombenangriff auf Jena am 19. März 1945 erlebten, gehörte die Schriftstellerin Ricarda Huch. Sie lebte von 1936 bis 1947 in der Stadt. Die Erlebnisse des Angriffs schrieb sie später in einer Erzählung nieder, die sie 1947 in einem Radiosender vortrug.

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2015, 14:13 Uhr

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17 Kommentare

20.03.2015 15:43 winfried 17

So wie die Vertreter der Stadt der Bomardierung vor 70 Jahren gedachten, werden sie doch sicher auch am 8. Mai 2015 das Kriegsende vor 70 Jahren würdigen. Das Besondere an jenem Tag: Keine Bombardierungen mehr und keine weiteren Opfer.

20.03.2015 15:15 Hannes 16

Ich denke man weis, bei welchem kranken Geistern man sich für den zweiten Weltkrieg und seine Folgen "bedanken" kann. Das es Deutschland war, dass den Krieg begonnen hat, sollte jedem klar sein, auch wenn manche ihre wirren Verschwörungstheorien immer wieder aufwärmen. Zum Glück sind dererlei Gestalten in der Minderheit.