Kahla-Porzellan Günther Raithel für Lebenswerk ausgezeichnet

Seit 1844 wird in Kahla Porzellan gemacht. Zu DDR-Zeiten im "Kombinat Feinkeramik". Als 1993 der Konkurs kam, entschied sich Günther Raithel in Kahla zu investieren. Und er krempelte fast alles um. Einziges Zugeständnis: Im Werk werden immer noch die Zwiebelmuster-Serien hergestellt. Inzwischen ist sein Sohn der Chef von mehr als 300 Mitarbeitern.

Günther Raithel mit Künstlerin Carmen Dehning während eines Internationalen Porzellanworkshops
Günther Raithel (rechts) mit der Künstlerin Carmen Dehning während des Internationalen Porzellanworkshops Kahla Kreativ 2018. Bildrechte: MDR/KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH

"Design oder Nichtsein", sind die Worte von Günther Raithel, als er 1994 die Strategie der neu gegründeten Kahla/Thüringen Porzellan GmbH vorstellt. Und er hat es geschafft, das insolvente Unternehmen zu retten und damit auch fast 300 Arbeitsplätze in Thüringen zu sichern. Jetzt wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Und zwar mit dem "Lifetime Achievement Award" (Preis für das Lebenswerk) vom Tableware International Magazin.

Günther Raithel
Günther Raithel lebt inzwischen seit fast 30 Jahren in Thüringen. Bildrechte: Fotostudio Arlene Knipper

1993 erfährt Raithel von der Insolvenz einer Porzellanfabrik im thüringischen Saaletal. Er übernimmt erst die Mehrheit mit 51 Prozent und später zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn 100 Prozent des heutigen Familienunternehmens Kahla. Für diese Aufgabe zieht die Familie in die nahegelegene Technologiestadt Jena.

Die Inhaberfamilie Raithel investiert bis zum heutigen Zeitpunkt mehr als 35 Millionen Euro in das Porzellanwerk in Kahla, holt Preise nach Thüringen und sichert fast 300 Arbeitsplätze. In mehr als 60 Ländern wird das Thüringer Geschirr inzwischen benutzt. 2005 übergibt Günther Raithel die Geschäftsführung an seinen Sohn Holger. 2010 gründet er die "Günther Raithel Stiftung - Bildungsinitiative Kahla kreativ". Dort geht es vor allem um Nachwuchsförderung von Künstlern, Designern und Keramikern, aber auch um das experimentelle Erforschen für zukunftsweisendes Porzellan.

Die Jury des Tableware International Magazins erkennt mit ihrem Preis "die Lebensleistung, die langjährige, intensive Arbeit für das Material Porzellan mit einer über 300-jährigen Industriegeschichte, für die Weiterentwicklung der modernen Tischkultur und für die Kreativen der Branche" an. "Es ist heute wichtiger denn je, das faszinierende Material Porzellan jungen Menschen als etwas Werthaltiges, Langlebiges, Umweltfreundliches und Sinnliches verständlich und attraktiv zu machen", sagte der 79-jährige Günther Raithel, als ihm der Preis übergeben wurde.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Februar 2020 | 14:30 Uhr

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