Feuermänner beseitigen Sturmschäden im Tierpark Gera
Den Tierpark in Gera hat es besonders stark getroffen. Hier fegte "Friederike" Bäume wie Streichhölzer um. Bildrechte: MDR/Arne Schein

Nach dem Orkan Tierpark Gera bleibt nach Sturm bis Ende nächster Woche geschlossen

Voraussichtlich bis Ende nächster Woche ist der Tierpark in Gera für Besucher geschlossen. Der Orkan hatte dort zahlreiche Bäume entwurzelt. Noch immer sind Haushalte ohne Strom. Feuerwehr und Polizei ziehen im Saale-Holzlandkreis Bilanz.

Feuermänner beseitigen Sturmschäden im Tierpark Gera
Den Tierpark in Gera hat es besonders stark getroffen. Hier fegte "Friederike" Bäume wie Streichhölzer um. Bildrechte: MDR/Arne Schein

Der Orkan „Friederike“ hat auch Freitag Ostthüringen noch voll im Griff. So sind zahlreiche Haushalte immer noch ohne Strom. Das Unternehmen Thüringer Energienetze (TEN) teilte am Freitagmorgen mit, dass noch 1.700 Haushalte ohne Elektrizität seien. Mitnetz Strom erklärte, in seinem Netzgebiet im Altenburger Land müssten noch 700 Haushalte ohne Strom auskommen. Durch den Orkan "Friederike" waren am Donnerstag bis zu 30.000 Thüringer Haushalte von der Versorgung abgeschnitten worden. Momentan sind die Feuerwehren in Ostthüringen mit dem Aufräumarbeiten beschäftigt. Der Tierpark in Gera bleibt jedoch bis Anfang nächster Woche geschlossen.

Strombetreiber wollen Schaden schnell beheben

Die Netzbetreiber arbeiten derzeit mit großem Personalaufwand daran, ihre Leitungen zu reparieren. TEN-Sprecher Martin Schreiber erklärte, 450 Kollegen seien im Einsatz. Schwerpunkte sind Nord- und Ostthüringen. An den Brennpunkten im Unstrut-Hainich-Kreis, Nordhausen, Eichsfeldkreis und den Landkreisen Greiz, Saale-Holzland sowie Saalfeld-Rudolstadt wurde auch in der Nacht gearbeitet.

Feuermänner beseitigen Sturmschäden im Tierpark Gera
Feuermänner beseitigen die Sturmschäden im Tierpark Gera. Bildrechte: MDR/Arne Schein

Schreiber sagte, im Gegensatz zum Einsatz während des Orkans Kyrill, der Tage angedauert habe, käme man diesmal viel schneller voran. Außerdem gab es deutlich weniger Stromausfälle als bei Kyrill. Er rechnet damit, dass die Haushalte am Wochenende wieder mit Strom aus dem Thüringer Energienetz versorgt werden. Aktuell sind in den betroffenen Regionen Notstromaggregate aufgestellt. Endgültig seien die Arbeiten in ein bis zwei Wochen abgeschlossen.

Aufräumarbeiten laufen

Die Polizei und die Feuerwehr im Saale-Holzland-Kreis haben eine erste Bilanz nach dem Sturm gezogen. Den Angaben nach gab es am Donnerstag etwa 20 Einsätze wegen "Friederike". Mehr als 100 umgestürzte Bäume, zahlreiche abgedeckte Dächer, verunglückte Laster und abgeknickte Masten hielten die Helfer auf Trab. Bis Freitagvormittag waren noch immer Straßen gesperrt. So auch die Straße zwischen Eisenberg und Bad Klosterlausnitz. Dort sind alleine 100 Bäume umgefallen. In Bobeck stürzte ein Baum auf ein Gebäude der Geflügelmast. In Eisenberg fiel das komplette Dach einer Gartenlaube auf die Straße. In Kahla an der Ziegelei ist ein Baum in der Stromleitung hängen geblieben. Verletzt wurde niemand.

Auch in Jena rückten die Beamten mehr als 20 Mal wegen des Sturmes aus. Am Angergymnasium fielen Dachteile auf den Gehweg und die Straße. An der Westschule drohte ein großer Ast am Fußgängerüberweg abzustürzen. Außerdem wurden Werbetafeln und Bautafeln beschädigt und umhergeweht. An der Schule am Jenzig lösten sich Teile des Baugerüsts und flogen umher. Verletzt wurde niemand.

In Gera bleibt der Tierpark bis voraussichtlich Ende nächster Woche geschlossen. Sturmtief Friederike hatte dort mehrere Bäume entwurzelt. Diese haben Schäden an Tiergehegen und Zäunen verursacht. Zwei Silberfüchse konnten durch ein komplett zerstörtes Zaunsfeld flüchten. Ein Rothirsch musste von seinen Leiden erlöst werden, weil er sich in Panik selbst stark verletzt hatte. Viele Tiere des Tierparks sind weiter in Unruhe und haben sich zum Teil versteckt. Deswegen könne noch nicht abschließend Bilanz gezogen werden, teilte die Stadtverwaltung mit.
Auch Geras städtische Friedhöfe können am Wochenende noch nicht betreten werden. Hofwiesenpark und Küchengarten seien aber wieder geöffnet. Zudem deckte der Orkan das Dach der Feuer- und Rettungswache komplett ab. Der Betrieb konnte trotz fehlenden Regenschutzes aufrechterhalten werden. In der Grundschule in der Rosa-Luxemburg-Straße in Pößneck hatte "Friederike" ebenfalls das Dach abgedeckt. Der Unterricht am Montag gehe aber wieder normal weiter. Wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises mitteilte, räumt eine Baufirma bis dahin die Überreste des Dachs weg und sichert die Konstruktion. Das Dach selbst solle dann zeitnah wieder instand gesetzt werden.

Sturm in Jena
In Jena wehte der Wind vor dem Stadion große Äste von den Bäumen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizei und Feuerwehr war auch im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt im Dauereinsatz. Es blieb bei Blechschäden und leichten Verletzungen.  Die meisten Sachschäden wurden in diesem Zusammenhang aus dem Saale-Orla-Kreis gemeldet. Nahe Heinrichsort (Saale-Orla-Kreis) fiel ein umstürzender Baum auf ein fahrendes Auto. Die Fahrerin wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sie wurde leicht verletzt. In Ranis hatte ein Autofahrer Glück, als ein Ziegelstein in die Frontscheibe seines Autos einschlug und ihn nur knapp verfehlte. Der Stein hatte sich durch den Sturm von einem maroden Schornsteinkopf eines Wohnhauses in der Pößnecker Straße gelöst und war auf den vorbeifahrenden BMW gestürzt. In Wurzbach musste die Feuerwehr eine Autofahrerin aus ihrem Mazda befreien, der durch einen umgestürzten Baum völlig zerstört wurde. Die 37-Jährige wurde leicht verletzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 19. Januar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2018, 20:48 Uhr

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