Neues Konzept Wie die Osterburg zu Weida zum "Science Castle" wurde

Kathleen Bernhardt
Bildrechte: MDR/Karina Heßland

"Science Castle" - das klingt spektakulär. Ist es auch, denn nur mit alten Mauern lockt man heute keine Besucher mehr hinterm Ofen vor. Deshalb prescht die Osterburg zu Weida mit ungewöhnlichen Angeboten in die Zukunft - ohne ihre Historie zu verleugnen.

Osterburg
Die Osterburg war die Stammburg der Vögte zu Weida. Bildrechte: MDR/Kathleen Bernhard

Sie ist immer ein beeindruckender Anblick: die über 800 Jahre alte Osterburg. Im frühen Mittelalter lebten dort die Vögte von Weida, Gera und Plauen. Weil dieses Gebiet von den Kaiserpfalzen aus gesehen weit im Osten lag, wird die Region zwischen Weida und Altenburg auch Ost(er)land genannt. Die Stammburg der Vögte in Weida ist deshalb die Osterburg.

Förderverein macht die Burg fit für die Zukunft

Viel Geld wurde in den vergangenen Jahren in die Osterburg investiert. Der Förderverein Freunde der Osterburg engagiert sich, Künstler und auch die Stadt Weida. Mit "Türmi" ging es einen ersten Schritt in Richtung Zukunft. Das Maskottchen führt vor allem die kleinen Besucher durch die alten Gemäuer. Im Inneren des Bergfrieds wird mit einer 360-Grad-Projektion die Geschichte des Vogtlandes und der Reußen erzählt.

Ferienangebot mit Minecraft, Pokémon und Drohnenflug

Seit Mitte Juli 2020 nun ist die ganze Osterburg virtuell begehbar - vom Keller bis hinauf in die Spitze des 54 Meter hohen Bergfrieds. Ein "Vorgucker" sozusagen für den echten Besuch der Osterburg. Und da gibt es vor allem in den Ferien viel für Jugendliche zu entdecken. Wo sonst kann man unter fachlicher Anleitung mit einer Drohne über die Burg fliegen und dann selbst ein Video schneiden? Wo kann man mit dem Videospiel "Minecraft" einfach mal die Osterburg digital nachbauen? Das komplette Equipment stellt die Osterburg zur Verfügung. Jede Ferienveranstaltung kostet einen Euro - Roster und Getränke inklusive.

Die jährliche Ausstellung auf der Osterburg dreht sich immer um Naturwissenschaften mit vielen Experimenten für Kinder und Jugendliche. Ob Zeitmessung, GPS oder aktuell Elektrizität: alles wird leicht verständlich erklärt und - soweit möglich - auch selbst ausprobiert - ein "Science Castle" eben. Dass sich selbstverständlich auch Pokemon rund um die Osterburg Weida tummeln, braucht schon fast nicht mehr erwähnt zu werden. 

Gittertüren in einer alten Burg
Ein bisschen gruselig ist das Gemäuer schon. Bildrechte: MDR/Kathleen Bernhard

Erlebnisübernachtung im Gefängnisgarten 

Natürlich gibt es auch weiterhin die "alte Burggeschichte" zu sehen. Und wer sich durch den dunklen Gang traut, durch dicke Holztüren, vorbei an den Vorwürfen der Gerichtsankläger und den Schreien der Verurteilten - der kann etwas ganz Besonderes auf der Weidaer Osterburg erleben.

Denn für die älteren Jugendlichen, für jung Verliebte und jung Gebliebene gibt es seit diesem Jahr ein "sleeperoo". Ein Schlaf-Iglu sozusagen - mit bequemer Matratze und transparenten Seitenwänden und Decke. Die geben den Blick frei auf den nächtlichen Himmel über Weida - und sind so irgendwie auch ein bisschen Wissenschaft. Ob Astrologie oder Astronomie -  das muss jeder für sich entscheiden. Übrigens: Heiraten können Sie auf der Osterburg auch - im wunderschönen historischen Balkensaal. Mehr geht dann wirklich nicht.

Ein modernes Schlafiglu auf der Osterburg in Weida
Schlafen unter freiem Himmel ohne zu frieren - das geht im "Sleeperoo". Bildrechte: MDR/Kathleen Bernhard

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Juli 2020 | 19:00 Uhr

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