Streit um Geschäftsführer-Gehalt Awo-Landesverband erhöht Druck auf Kreisverband Saale-Holzland

Rund 200.000 Euro Jahresgehalt bekommt der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt im Saale-Holzland-Kreis. Für Awo-Verhältnisse ist das zu viel. Deshalb will der Landesverband den Kreischef nur weiterbeschäftigen, wenn er weniger verdient.

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Der Awo-Landesverband erhöht den Druck auf den Kreisverband Saale-Holzland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der Affäre um unangemessene Geschäftsführer-Gehälter bei der Awo im Saale-Holzland-Kreis verstärkt der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt seinen Druck auf den Kreisverband. Wie der Landesverband mitteilte, will er einer Weiterbeschäftigung des derzeitigen Geschäftsführers Ralf Batz nur zustimmen, wenn dessen künftiges Gehalt den verbandsinternen Grundsätzen entspricht.

200.000 Euro Jahresgehalt

Batz ist gleichzeitig Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes und von dessen Tochterfirma Awo Dienstleistungsgesellschaft Ostthüringen. Für beide Funktionen bezieht er nach Angaben der Awo jeweils Geschäftsführer-Gehälter und kommt damit auf ein Jahreseinkommen von rund 200.000 Euro. Das ist nach Einschätzung sowohl des Landes- als auch des Bundesverbandes der Awo deutlich zu hoch und widerspricht dem "Governance Kodex" der Awo.

Weil der Landesverband Gesellschafter der Tochterfirma ist, kann er direkt Einfluss auf die Vertragsverhandlungen mit Batz nehmen. Dessen Verträge laufen am Jahresende aus. Man wolle sobald wie möglich eine außerordentliche Gesellschafterversammlung dazu einberufen, erklärte der Landesverband.

Verfehlungen von Awo-Kreisvorständen auf Prüfstand

Außerdem fordert er eine außerordentliche Delegiertensitzung des Kreisverbandes. Dabei geht es um mögliche Verfehlungen von Awo-Kreisvorständen, die neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch auf der Gehaltsliste der Awo auftauchen.

Das ist laut "Governance Kodex" ebenfalls unzulässig, es sei denn, dass solche geschäftlichen Verflechtungen von den zuständigen Aufsichtsgremien im Verband genehmigt werden. Die stellvertretende Awo-Landesvorsitzende Petra Rottschalk sagte, es sei wichtig, "die Situation transparent und unter Beteiligung der Mitglieder des Kreisverbandes zu diskutieren".

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. November 2020 | 15:00 Uhr

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