Sanierung Carl-Alexander-Brücke zwischen Dorndorf und Naschhausen wieder offen

Nach zwei Jahren Sanierung können Radfahrer und Fußgänger die Saale bei Dorndorf wieder über die Carl-Alexander-Brücke überqueren. Für die Einwohner ein Grund zum Feiern.

Ein Paar geht auf einer Brücke.
Durch die Wiedereröffnung verkürzt sich für die Bewohner der Weg zwischen dem Ortsteil Naschhausen und Dorndorf deutlich. Bildrechte: MDR/ Anke Preller

Nach aufwendiger Sanierung ist die Carl-Alexander-Brücke über die Saale am Freitag wieder für Radfahrer und Fußgänger freigegeben worden. Damit verkürzt sich der Weg zwischen dem Ortsteil Naschhausen und Dorndorf deutlich. Für die Einwohner beider Orte war es deshalb auch ein Feiertag, als die Absperrgitter endlich fielen. Lange hatten sie auf diesen Moment gewartet. Zwei Jahre dauerte die Brückensanierung und kostete mehr als fünf Millionen Euro.

Verein will verrostete Brücke retten

Die 126 Meter lange Fachwerkbrücke stammt aus dem Jahr 1892. Mit ihren drei genieteten Stahlbögen gilt sie als ingenieurtechnisches Meisterwerk. Doch der Zahn der Zeit hatte kräftig an ihr genagt, sie war vom Rost zerfressen. Um die denkmalgeschützte Brücke zu retten, gründete sich 2006 der Brückenverein Dorndorf-Steudnitz. Die mehr als 50 Mitglieder engagierten sich unermüdlich, um Geld für erste Gutachten zu sammeln. Sie veranstalteten Brückenfeste und Kunstversteigerungen.

Ein Fahrradfahrer auf einer Brücke.
Um die Sanierung zu stemmen, nahm die Stadt Dornburg-Camburg einen Kredit von 1,5 Millionen Euro auf. Bildrechte: MDR/ Anke Preller

Brückenfreunde bleiben hartnäckig

Als sich die Stadt Dornburg-Camburg 2012 zum Erhalt der Brücke bekannte, der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss fasste, war das der Durchbruch, erinnert sich Vereinsvorsitzende Matthias Bornschein. Vier Jahre später gab es den ersten Förderbescheid des Landes über 1,3 Millionen Euro. Er wurde mehrfach aufgestockt, weil die Baupreise mit den Jahren stiegen. Das Projekt stand einige Male auf der Kippe, so Bornschein.

Doch die Brückenfreunde waren hartnäckig. Trotz klammer Kassen blieb auch die Stadt Dornburg-Camburg am Ball, nahm sogar einen Kredit auf, um die 1,5 Millionen Euro Eigenanteil zu stemmen. Im Juni 2018 konnten die Sanierungsarbeiten dann beginnen.

Arbeit noch nicht abgeschlossen  

Noch ist die Abschlussrechnung nicht gemacht. Doch das Geld sei gut angelegt, waren sich alle einig. Über die nach Großherzog Carl Alexander benannte Brücke führt nun wieder der Saale-Radweg. Sie ist ein echter Hingucker und eine touristische Attraktion im oberen Saaletal. Der Blick hoch zu den Dornburger Schlössern ist phantastisch - umgekehrt gilt das natürlich genauso.

Auch wenn die Brücke nun wieder passierbar ist, für den Brückenverein sei die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen, so Matthias Bornschein. Es sollen Bänke und Schautafeln aufgestellt werden, auch über eine Brückenbeleuchtung wird nachgedacht. Deshalb gibt es im nächsten Jahr auch wieder ein Brückenfest.

Auf einem Hügel steht ein Schloss und im Vordergrund eine Brücke.
Die Brücke ist eine touristische Attraktion im oberen Saaletal. Von ihr kann man einen Blick auf die Dornburger Schlössern werfen. Bildrechte: MDR/ Anke Preller

Außerdem bietet der Verein Originalteile der Brücke zum Kauf an. Ein neues Geländer musste angefertigt werden, weil das alte zu niedrig war für heutige Vorschriften, erklärt Bornschein. Die geschmiedete Originalsegmente des alten Brückengeländers können nun von Fans erstanden werden und als Terrassengeländer oder Gartenzaun ein neues Leben bekommen. Um allen zu danken, die Anteil hatten am Brückenprojekt, plant der Verein noch eine offizielle Einweihungsfeier am 26. August.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. Juli 2020 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

Lothar Thomas vor 3 Wochen

Also auf den Bildern sieht es ja richtig "gut GELUNGEN" aus.

Ich kenne diese Brücke auch seit den frühesten Tagen meiner Kindheit zu Fuß oder im Auto meines Vaters und später auch selbst mit dem LKW, als sie noch "offen" war.

Wenn es mir die Zeit lässt, werde ich versuchen am 26. August in der alten Heimat vorbei zu schauen und eine ordentliche Bratwurst zu essen.

Ich kann nur hoffen, dass meinem Beispiel viele Andere ebenfalls folgen und diesen Tag zu einem großen Tag machen.

Dem Brückenverein mit seinen Mitgliedern sei es gedankt, dass sie sich für dieses Projekt so intensiv eingesetzt haben und eine auch heute noch architektonisch schöne und interessante Brücke vor der Vernichtung durch den Schneidbrenner bewahrt haben.

Hoffentlich wird es diese Brücke auch in 100 Jahren noch geben.

Diese Brücke ist halt auch was für's Auge.

nl aus jena vor 3 Wochen

Dornburg liegt im mittleren Saaletal.

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