Toter Fischotter
Das zweijährige Ottermännchen wurde zwischen Niederkrossen und Orlamünde gefunden. Bildrechte: Nabu/ Marcus Orlamünder

Fischotter durch Schrotkugel getötet

Im Juni wurde ein toter Fischotter an der Saale zwischen Niederkrossen und Orlamünde gefunden. Jetzt ist klar: Das Tier wurde mit Schrot erschossen. Das konnte durch eine Untersuchung im Phyletischen Museum in Jena festgestellt werden. Nun erstattete der NABU Thüringen Anzeige.

Toter Fischotter
Das zweijährige Ottermännchen wurde zwischen Niederkrossen und Orlamünde gefunden. Bildrechte: Nabu/ Marcus Orlamünder

Der NABU Thüringen hat am Mittoch Anzeige wegen Wilderei erstattet. Im Juni war ein toter Fischotter an der Saale zwischen Niederkrossen und Orlamünde gefunden worden. Der Kadaver wurde an die Präparationswerkstatt des Phyletischen Museums in Jena übergeben und dort bis zur Untersuchung verwahrt. Bei der Untersuchung und Präparation wurden im Schädel zwei Teile einer Schrotkugel gefunden. Jetzt ist klar: Der Otter war erschossen worden.

Matthias Krüger, Präperator des Museums berichtete: "Am Hirnschädel sind linear jeweils ein Ein- und Außschußloch sichtbar. Da keine weitere Schussverletzung zu erkennen war, muss es sich entweder um einen Streifschuss oder einen gezielten Schuss aus nächster Nähe in die Ohrregion handeln."

Otterschädel mit Einschussloch
Bei der Präperation wurde jeweils ein Ein- und Ausschussloch im Schädel des Fischotters festgestellt. Bildrechte: Phyletisches Museum Jena/ Matthias Krüger

Mit der Anzeige erhofft sich der NABU Thüringen, die Straftat aufzuklären. Fischotter waren in Thüringen zwischenzeitlich bereits ausgestorben. Inzwischen gelten sie als streng geschützte Art. Hinweise aus der Bevölkerung können zur Aufklärung beitragen, da der Otter möglicherweise an einer anderen Stelle verendet sein kann.

Der Fall ist kein Einzelfall. Allein im Jahr 2017 gab es laut polizeilicher Kiminalstatistik 83 Fälle von Wilderei. Wer eine geschützte Tierart verletzt oder tötet, muss mit hohen Strafen rechnen: bis zu fünf Jahre Haft oder einer Geldstrafe von 50.000 Euro.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. November 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 15:15 Uhr

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4 Kommentare

10.11.2018 12:08 Rumsdibums 4

Dieser Fall zeigt, dass die achso schwere Ausbildung zum achso verantwortungsvollen Jäger es auch zweifelhaften charakteren ermöglicht legal an Waffen zu kommen um damit unfug zu treiben.
Sie nehmen das Recht in die eigene Hand, so scheint es.

07.11.2018 21:15 part 3

Da hatte wohl ein Fischwirt einen Jagtpächter oder Sportschützen in seiner Verwandschaft oder als näheren Kumpel. Bei dem Waffenwirrwarr in der BRD lässt sich das aber im Nachhinein nicht mehr ermitteln. In Leipzig gibt es Waffenverbotszonen mit Verboten bei der Mitführung von Schraubendrehern und Hämmern bei Nichthandwerkern, in der Provinz geht es zu wie in den Südstaaten der USA.

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