Bad Klosterlausnitz Muna sprengt wegen der Hitze nicht mehr

Der riesige Waldbrand in Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern lässt in Thüringen Experten noch vorsichtiger werden. Angesichts der anhaltenden Trockenheit werden Sprengungen auf dem Gelände der früheren Luftmunitionsanstalt (Muna) bei Bad Klosterlausnitz im Saale-Holzland-Kreis derzeit vermieden. Das sagte Ortsbrandmeister Stephan Sachse MDR THÜRINGEN. Insbesondere bei großen Bombenfunden sei es jedoch nicht immer möglich, die Munition zur kontrollierten Sprengung abzutransportieren. Hier müsse man das Risiko abwägen.

Ein tiefes Erdloch in einem Waldstück.
Ein Bombentrichter nach einer Sprengung auf dem Gelände der Muna bei Bad Klosterlausnitz (Archivbild aus dem Winter). Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Feuerwehr kennt sichere Wege durch das gefährliche Gelände

Sollte es auf dem bewaldeten Muna-Gelände zu einem Brand kommen, ist die Gemeinde Bad Klosterlausnitz laut Sachse jedoch vorbereitet. Demnach gibt es aktuelle Karten für die Feuerwehren, die beräumte und nicht beräumte Flächen anzeigen. Eingezeichnet seien dort auch ein Rundweg sowie Zufahrtswege über sicheres Gelände, sagte Sachse MDR THÜRINGEN. Sollte in einem nicht beräumten Waldstück ein Feuer ausbrechen, müsste man dieses abbrennen lassen - und beispielsweise durch Schneisen versuchen, ein Übergreifen auf weitere Flächen zu verhindern.

Für die Feuerwehrleute ist es zu gefährlich, dort direkt zu löschen. Auch ein Löschhubschrauber kann nach Ansicht des Experten nicht in jedem Fall eingesetzt werden. Unter anderem muss in dem Gebiet eine gewisse Flughöhe eingehalten werden, sodass ein Wassereinsatz aus der Luft beispielsweise windabhängig ist. Bei zwei kleineren Bränden in der Vergangenheit hatten die Feuerwehrleute Erfahrungen gesammelt und laut Sachse ihre Einsatzpläne entsprechend angepasst. Im Muna-Gebiet gilt aktuell Waldbrandgefahrenstufe 3.

In Mecklenburg-Vorpommern steht derzeit ein rund 600 Hektar großes Waldstück auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Flammen. Das Gebiet gilt ebenfalls als stark munitionsbelastet. Dort sollen Räum- und Bergepanzer Schneisen in das Brandgebiet schlagen und so den Feuerwehrleuten sicheren Zugang verschaffen.

Die Muna umfasst eine Fläche von knapp 1.200 Hektar. Gut die Hälfte davon gehört dem Bund und ist bereits beräumt. Vom Landesanteil müssen noch rund 80 Hektar beräumt werden. Die Arbeiten sollen 2021 abgeschlossen sein.

Mehr zum Waldbrand bei Lübtheen

Waldbrand bei Lübtheen: Mehr als 2.000 Einsatzkräfte vor Ort

Flammen fressen sich durch den Wald in der Nähe der Ortschaft Trebs.
Nach Angaben von Landrat Sternberg stehen bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern rund 600 Hektar Wald in Flammen. Zwischenzeitlich seien es sogar schon 1.000 Hektar gewesen. Bildrechte: dpa
Flammen fressen sich durch den Wald in der Nähe der Ortschaft Trebs.
Nach Angaben von Landrat Sternberg stehen bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern rund 600 Hektar Wald in Flammen. Zwischenzeitlich seien es sogar schon 1.000 Hektar gewesen. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.
Mehr als 2.000 Einsatzkräfte sind vor Ort. Sie bekämpfen das Feuer im Vier-Schicht-System rund um die Uhr. Bildrechte: dpa
Eine erschöpfte Feuerwehrfrau sitzt in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel an einem Versorgungsweg.
Die Arbeiten stellen die Einsatzkräfte seit Sonntag vor große Herausforderungen. Der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, bekräftigte den Ernst der Lage. Von Löschen des Brandes könne keine Rede sein. Die Arbeit der Einsatzkräfte konzentriere sich darauf, das Feuer von den kleinen Ortschaften in der Nähe fernzuhalten und zu verhindern, dass es über die Brandschneisen springt. Bildrechte: dpa
Ein Mann blickt von einem Aussichtsturm von Niedersachsen aus über die Elbe auf den Waldbrand auf den Waldbrand bei Lübtheen
Die Flammen haben sich vor allem am Boden ausgebreitet, vereinzelt aber auch Baumkornen erreicht. Der Rauch ist weithin zu sehen. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen groߟflächigen Waldbrand.
Das Feuer ist wegen unberechenbarer Winde noch nicht unter Kontrolle. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.
Das Gelände, ein ehemaliger Truppenübungsplatz, ist hochgradig mit Munition belastet. Immer wieder kommt es zu Explosionen. Bildrechte: dpa
Ein Hubschrauber der Bundeswehr wirft in der Nähe der evakuierten Ortschaft Jessenitz-Werk in dem auch kleine Feuer zu sehen sind.
Inzwischen wurde die Flotte der Löschhubschrauber verdoppelt. Acht Helikopter sind auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes im Einsatz. Sie sollen die Umgebung bedrohter Ortschaften aus der Luft wässern.  Bildrechte: dpa
Ein Mann radelt an abgestellten Wasserwerfern der Polizei vorbei.
Um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern, sind derzeit zwölf zusätzliche Wasserwerfer im Einsatz - auch aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute bereiten sich im evakuierten Ort Alt Jabel auf den Einsatz beim groߟflächigen Waldbrand vor.
Mehr als 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Vier Orte wurden geräumt. Die Einwohner sind in benachbarten Dörfern beispielsweise in Gemeindehäusern oder Turnhallenuntergebracht worden, wo Versorgungsstellen eingerichtet wurden. Bildrechte: dpa
Rauch steigt bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel aus dem Wald auf.
Rauchgeruch war bis nach Sachsen wahrnehmbar. Bildrechte: dpa
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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Regional | 02. Juli 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 12:16 Uhr

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6 Kommentare

03.07.2019 17:04 Ossi 65 6

02.07.2019 22:05 martin 4, Ja das war ein Französisches Löschflugzeug das zum Einsatz kommen sollte, aber der Einsatz wurde wieder Abgesagt, weil die dortigen Seen angeblich zu klein waren und wohl auch zu Flach, und ein Infrage kommendes Gewässer wie Ostsee zu weit weg. Ich denke eher das sind vorgeschobene Gründe, weil der Einsatz dieses Flugzeuges zu Teuer geworden wäre. Na egal.

03.07.2019 13:53 martin 5

Danke für das Setzen des Links.

Wenn auf dem Ticker weit genug nach unten gescrollt wird (oder auf der Seite nach 06:55 gesucht wird), erscheint folgender Eintrag:

06:55 Uhr
Einsatz eines Löschflugzeugs abgesagt

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat dem Einsatz eines Löschflugzeugs vorerst eine Absage erteilt. Die Nutzung eines solchen Flugzeugs hätte das Ende der Hubschrauberflüge bedeutet, so Caffier. Die Wasserversorgung hätte per Flugzeug über den Schweriner See erfolgen müssen - mit allen Konflikten, die damit einhergegangen wären. Daher habe man sich im Einsatzstab gemeinsam dazu entschieden, auf das Löschflugzeug zu verzichten - zugunsten von mehr Löschhubschraubern.

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