Ein tiefes Erdloch in einem Waldstück.
Auf dem Gelände der ehemaligen Luftmunitionsanstalt werden immer wieder Sprengkörper gefunden, die entschärft oder weggebracht werden müssen (Archivfoto). Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Vollsperrung wegen Entschärfung Bombenfund: Sperrung der A4 bei Hermsdorf aufgehoben

Die A4 zwischen dem Hermsdorfer Kreuz und Gera-Langenberg war am Dienstag nach 13 Uhr komplett gesperrt worden. Grund war der Fund einer 250-Kilogramm-Bombe nahe der Autobahn. Experten gelang es nun, sie zu entschärfen.

Ein tiefes Erdloch in einem Waldstück.
Auf dem Gelände der ehemaligen Luftmunitionsanstalt werden immer wieder Sprengkörper gefunden, die entschärft oder weggebracht werden müssen (Archivfoto). Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Die Bombe an der Autobahn 4 bei Bad Klosterlausnitz ist entschärft. Die Autobahn ist zwischen Rüdersdorf und Hermsdorfer Kreuz wieder frei. Die Fliegerbombe lag nur 400 Meter neben der A4. Aus Sicherheitsgründen musste die Autobahn voll gesperrt werden.

Sprengmeister Andreas West sagte MDR THÜRINGEN, bei der Bombe habe es sich um eine US-amerikanische, 227 Kilogramm schwere Sprengbombe gehandelt. Der Heckzünder der Bombe war nach seiner Analyse deformiert. Er musste daher mit einem ferngesteuerten Wasserschneidgerät herausgelöst werden. Der zweite Zünder an der Vorderseite der Bombe konnte per Hand mit der Zange entfernt werden.

Umleitungen während der Sperrung der A4

Ab 13 Uhr waren Umleitungen eingerichtet: Autofahrer in Richtung Dresden sollten die A9 bis Triptis benutzen und dann über die Bundesstraße 281 und 2 bis Gera-Langenberg fahren. Autofahrer, die in Richtung Frankfurt am Main unterwegs waren, sollten die A4 in Gera-Langenberg verlassen und über die B7 nach Eisenberg fahren. Dort gelangten sie über die A9 zurück auf die A4.

Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Stauwarnung am Hermsdorfer Kreuz
Wenn die A4 gesperrt wird, sind Staus bei Hermsdorf möglich (Archivfoto). Bildrechte: IMAGO

Polizei und Feuerwehr sicherten derweil die Arbeiten der Kampfmittel-Experten ab. Während des Einsatzes mussten zudem mehrere Firmen in einem Gewerbegebiet in der Nähe die Arbeit einstellen, weil sie im 1.000-Meter-Sicherheitsbereich liegen. Ein Polizeihubschrauber sorgte aus der Luft dafür, dass niemand die Sperrzone betritt. Die Bombe mit zwei Zündern stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie konnte laut dem zuständigen Ordnungsamt Bad Klosterlausnitz nicht abtransportiert werden. Wäre die Entschärfung nicht gelungen, hätte die Bombe am Fundort gesprengt werden müssen. Dann wäre die A4 über mehrere Stunden gesperrt geblieben.

Behörden-Wirrwarr um die gesperrte Autobahn

Um die Sperrung der A4 hatte sich zuvor eine tagelange Behördenposse entwickelt: Ursprünglich wollte das zuständige Ordnungsamt Bad Klosterlausnitz die Strecke bereits ab 11 Uhr sperren. Das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr verweigerte jedoch die Zustimmung wegen eines vermeintlich fehlenden Antrags. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hatte das Ordnungsamt neben Räumkommando, Polizei, Feuerwehr und ortsansässigen Firmen jedoch bereits am Freitag die Behörden informiert.

Am Montagnachmittag teilte das Landesamt für Bau und Verkehr schließlich dem Ordnungsamt mit, dass die Autobahn nicht gesperrt werden könne. Möglich sei das ohne Zustimmung der Behörde nur noch, wenn Gefahr im Verzug sei, hieß es. Der Sprengmeister entschied am Dienstagvormittag, dass die bereits freigelegte Bombe mit zwei Zündern in der Hitze nicht mehr liegen gelassen werden könne. Das Entschärfen galt damit als "Abwehr akuter Gefahr", und die Autobahn durfte so ohne Zustimmung des Landesamtes gesperrt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Juli 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 20:03 Uhr

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