Eisenberg Geiselnahme: Polizei rückt mit Großaufgebot zur Übung an

In Thüringen haben am Dienstag rund 200 Polizisten für den Ernstfall geprobt. Das Szenario: eine Geiselnahme in der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis. Die Täter wollten den Familiennachzug erzwingen. Es folgte ein stundenlanger Großeinsatz.

Sondereinsatzkräfte der Polizei bei einer Übung vor einem Haus in Eisenberg
Als die Verhandlungen bei der geprobten Geiselnahme in Eisenberg scheiterten, rückte das SEK vor. Prüfer in Warnwesten bewerteten den Einsatz. Bildrechte: MDR/Polizei

Die ersten, die von der gefährlichen Situation erfuhren, waren Beamte der Polizeiinspektion Saale-Holzland. Sie sicherten das - heute leerstehende - Gebäude der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung an der B87 in Eisenberg und riefen Verstärkung. Die Polizei in Jena übernahm schließlich den Einsatz und forderte Spezialeinsatzkräfte (SEK) an, zunächst aus Thüringen, später auch aus Sachsen-Anhalt.

Geiselnahme-Übung in Thüringen mit 200 Polizisten

In dem Haus - so das Szenario - hatten sich drei Täter verschanzt, die mehrere Geiseln festhielten und so erzwingen wollten, dass ihre Familien nach Deutschland kommen können.

Ein Großaufgebot von 200 Polizisten sammelte sich in Eisenberg. Zehn Stunden lang verhandelten sie mit den Geiselnehmern. Als die Gespräche erfolglos blieben und die Situation zu eskalieren drohte, stürmte das SEK das Gebäude, überwältigte die Täter und befreite schließlich die Gefangenen.

Einsatzleitung lobt und stellt Mängel fest

"Ziel des Einsatzes war es, das Zusammenspiel aller Beteiligten zu trainieren", teilte die Polizei am Mittwoch mit. Lokale Dienststellen und Landeskriminalämter sollten einen solchen Ernstfall professionell bewältigen können, hieß es. Mit den von den Beamten vor Ort getroffenen Entscheidungen zeigte sich Übungsleiter Lutz Schnelle zufrieden. Probleme hätten sich allerdings in der Kommunikation herausgestellt. Bei der Geiselnahme-Übung sei es aber genau darum gegangen, mögliche Schwachstellen aufzudecken.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 27. November 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2019, 14:40 Uhr

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