Jagd- und Sommerresidenz der Herzöge Sachsen-Altenburg und des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. König von Preußen
Schloss Hummelshain Bildrechte: imago/Bild13

Saale-Holzland-Kreis Letzte Rate für Schloss Hummelshain bezahlt

Das Schloss Hummelshain wird nicht zwangsversteigert. Ein Investor aus dem Weimarer Land, der nicht öffentlich genannt werden will, sprang dem umstrittenen Eigentümer Lutz Rothe offenbar zur Seite - und überwies die Restschuld an das Land.

Jagd- und Sommerresidenz der Herzöge Sachsen-Altenburg und des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. König von Preußen
Schloss Hummelshain Bildrechte: imago/Bild13

Das Jagdschloss Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis bleibt in den Händen des Eigentümers Lutz Rothe. Ein Sprecher der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) bestätigte einen entsprechenden Bericht, dass die letzte Rate für das Schloss eingegangen ist. Mit der letzten Zahlung erübrigt sich die laufende Zwangsversteigerung des Schlosses. Damit behält der umstrittene Investor Rothe das Gebäude. Die Ostthüringer Zeitung hatte als erstes darüber berichtet.

Laut Zeitung griff ein Investor aus dem Weimarer Land, der nicht öffentlich genannt werden will, Rothe unter die Arme. Er soll 550.000 Euro an die LEG überwiesen haben. Dabei handelt es sich um die offen gebliebene Kaufsumme in Höhe von rund 309.000 Euro plus Fälligkeits-Zinsen aus fast 20 Jahren.

Im Jahr 1998 hatte die Landesentwicklungsgesellschaft Rothe als Käufer präsentiert. Zehn Jahre später überließ die LEG dem Leipziger Wissenschaftler das Gebäude komplett, obwohl die Kaufsumme nicht komplett gezahlt war. Auf der Summe blieb das Land bis zuletzt sitzen. Die noch offen gebliebenen Gelder waren als Grundschuld im Grundbuch eingetragen. Ehemals notariell beurkundete Sanierungszusagen des Leipzigers wurden jedoch gelöscht. Unter Rothe verfiel das einstige Thüringer Jagdschloss der Herzöge von Sachsen-Altenburg zusehends.

Ramelow: "Eigentümer muss jetzt liefern"

Zuletzt mahnte die LEG ihre offenen Forderungen an und kündigte die Zwangsvollstreckung an. Das Schloss sollte endgültig von Rothe weg zurück in den Landesbesitz gelangen - um es dann gleich an einen neuen Eigentümer zu verkaufen. Auch der Landtag machte den Weg für die Vollstreckung frei. Mit der Überweisung der Restschuld kam Rothe nun den Plänen des Landes zuvor. Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte per Twitter, die Verhältnisse seien jetzt tatsächlich geklärt. "Auch wenn diese Entwicklung nicht mein Favorit war, aber nun muss der Eigentümer mit seinem neuen Finanzier auch liefern!"

Seit diesem Jahr ist das Schloss Hummelshain als nationales Kulturgut eingestuft. Das Land Thüringen und der Bund bewilligten Fördergelder in Höhe von 1,53 Millionen Euro. Mit den öffentlichen Geldern sollen Dach und Mauerwerk des Schlosses durch den Förderverein saniert werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Dezember 2017 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2017, 14:02 Uhr

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