Hausfassade mit Schildersäule und Aufschrift Amtsgericht.
Im Amtsgericht Stadtroda wurde am Donnerstag ein Fall eines Schulverweigerers verhandelt. Bildrechte: MDR/ Marian Riedel

Stadtroda Amtsgericht verhängt Bußgeld gegen Schulverweigerer

Hausfassade mit Schildersäule und Aufschrift Amtsgericht.
Im Amtsgericht Stadtroda wurde am Donnerstag ein Fall eines Schulverweigerers verhandelt. Bildrechte: MDR/ Marian Riedel

Das Amtsgericht Stadtroda hat am Donnerstag den Vater eines Siebenjährigen zu 400 Euro Bußgeld verurteilt, weil der Junge nicht zur Schule geschickt wird. Stattdessen wird das Kind von seinem Vater zu hause unterrichtet. Der Vater erklärte dazu, dass sein Kind nicht zur Schule wolle. Der Junge sei deshalb auch gar nicht an einer Schule angemeldet worden. Nach dem Thüringer Schulgesetz müssen Eltern ihre Kinder zur Schule anmelden, wenn kein berechtigter Grund dagegenspricht. Das Schulamt im Saale-Holzlandkreis hatte wegen Verstoßes gegen die Schulpflicht den Eltern ein Bußgeld von 100 Euro auferlegt. Dagegen hatte der Vater Widerspruch eingelegt, um in dem öffentlichen Termin am Amtsgericht den Fall seines Jungen schildern zu können. Der Vater, der auch die Prozesskosten tragen muss, kündigte an, sein Kind weiterhin selbst unterrichten zu wollen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 18:22 Uhr

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18 Kommentare

09.02.2019 17:12 Vater 18

@Jakob und @martin: Wem kommt es denn zugute, wenn ein junger Mensch gegen seinen Willen zur Schule gezwungen wird?

09.02.2019 17:11 Vater 17

Ich möchte noch etwas zu @13 anfügen:
Und das Thüringer Schulgesetz möchte ja, dass die Schule gerade die Individualität fördern (und offenbar keine Gleichmacherei praktizieren):
§2 (1) Die Schule fördert den Entwicklungsprozess der Schüler zur Ausbildung ihrer Individualität, zu Selbstvertrauen und eigenverantwortlichem Handeln.
§2 (2) Die Schulen sind im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags zur individuellen Förderung der Schüler als durchgängiges Prinzip des Lehrens und Lernens verpflichtet.
Wenn ich das lese - mit welcher Berechtigung werden weiterhin junge Menschen zur Schule gezwungen oder (wie Pakete) "geschickt"?
Welcher Angst hat man davor, dass Kinder selber entscheiden, ob sie zur Schule gehen? In keinem anderen Land in Europa wird die Schulpflicht derart streng ausgelegt wie in Deutschland, sofern es eine solche überhaupt in anderen Ländern gibt.

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