Umstrittene Schweinezuchtanlagen in Thüringen Greenpeace wirft Behörden Versagen beim Tierschutz vor

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wirft den Thüringer Behörden Versagen bei der Tierschutzkontrolle vor. Auslöser sind Vorfälle in der Anlage Gut Thiemendorf im Saale-Holzland-Kreis. Der Betrieb der Heideland Gutsverwaltungs GmbH & Co. steht seit 2013 wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz wiederholt in der Kritik. Nach Angaben von Greenpeace soll sich an den Verhältnissen in dem Betrieb wenig geändert haben.

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Eine Muttersau liegt in einem Schweinemastbetrieb auf der Seite, so dass ihre Ferkel an ihren Zitzen trinken können.
Muttertier mit Ferkeln Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Greenpeace hat Anzeige erstattet bei der Staatsanwaltschaft Gera und Fotos vorgelegt, die vor zweieinhalb Wochen entstanden sein sollen. Die Bilder sollen belegen, dass die teilweise verkoteten Tiere keinen Platz haben. Außerdem fehle Spielmaterial. Die Stände seien so eng, dass sich die Tiere nicht ausstrecken könnten, sagte Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. Die zuständigen Veterinäre würden wegschauen und skrupellose Schweinehalter gewähren lassen. Betriebe mit Kastenständen müssten stärker kontrolliert und Verstöße endlich geahndet werden, so Töwe.

Stände zu eng und zu kurz

Greenpeace erinnerte an ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom November 2016, wonach die Kastenhaltung neu zu regeln ist. Danach muss es den Tieren möglich sein, in ihrer Standbox in Seitenlage mit ausgestreckten Gliedmaßen zu ruhen. Greenpeace wirft den Agrarbetrieben vor, die Auflagen des Urteils aus Kostengründen nicht umzusetzen.

Ermittlungen im Endspurt

Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt bereits seit vier Jahren gegen die Heideland Gutsverwaltungs GmbH wegen Verstößen gegen Tierschutzauflagen. Im Jahr 2014 wurde Standorte des Betriebes von Polizei und Veterinären durchsucht. Tiere mussten notgeschlachtet werden. Als neue Vorwürfe bekannt wurden, reagierte das Unternehmen mit Selbstanzeige. Ermittelt wurde in mehreren Bundesländern und Dänemark. Zum Stand des Ermittlungsverfahrens sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera MDR THÜRINGEN, die Gutachten seien abgeschlossen. Wann in dem Fall Anklage erhoben werden könne, sei noch offen. Der Geschäftsführer der Heideland Gutsverwaltungs GmbH war am Montag nicht erreichbar.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 18. Dezember 2017 | 13:00 Uhr

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4 Kommentare

19.12.2017 19:20 Radfahrer 4

@1 nur mal ne Nachfrage: Rasselbock, kennst du den persönlich?
Warst du in der selben LPG? Ansonsten, nicht belegte Behauptung und Fake Kommentar.
Richtig ist, dass die Massentierhaltung verboten werden muß. Es ist aber das Problem mit dem deutschen Verbraucher. Der will sein Pfund Fleisch für 2 €. Alles andere empfindet der "Deutsche" als Wucher.

19.12.2017 14:45 Frederic 3

Was verboten werden muß, ist die Massentier- haltung!
Das Tier braucht wie der Mensch einen gewissen Raum in welchem es sich bewegen kann. Wenn 10 Schweine auf 10qm gehalten werden sollte der Stall geschlossen werden. Hier helfen selten irgend-welche Geldstrafen. Früher waren die Koben 5 - 6 qm für 1 Schein.. Auch hatte das Vieh freilauf auf der Weide oder Suhle. Heute werden die Tiere nur, ohne Rücksicht, nur aus Profitgier - in KÜRZESTER ZEIT mit Mastfutter vollgepumt und schlachtreif gemacht.
Deshalb gibt es bei den Deutschen Schweine und Rinder das Wasserfleisch. Handtellergroß in die Pfanne gelegt und zur HÄLFTE GESCHRUMPFT herausgeholt. Vom Geschmack des Fleisches möchte ich nicht reden. Nur ein Wort, KRAUSAM !

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