Treffen in Bad Lobenstein Thüringer Heilbäder im Corona-Modus: Auswege aus der Krise gesucht

Die Thüringer Heilbäder kämpfen sich nur langsam aus dem Corona-Tief heraus. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichneten sie einen Gästerückgang von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf dem 30. Thüringer Bädertag in Bad Lobenstein suchten sie gemeinsam nach Auswegen aus der Krise.

Der 30. Thüringer Bädertag stand ganz im Fokus der Corona-Pandemie. Bürgermeister und Betreiber von Kurkliniken und Thermen trafen sich in Bad Lobenstein und suchten gemeinsam nach Wegen aus der Krise. In den Vorträgen und Diskussionsrunden ging es auch um Wege, neue Zielgruppen zu gewinnen.

Denn die Übernachtungszahlen in den Kurorten und Heilbädern gingen im ersten Halbjahr coronabedingt um 35 Prozent zurück. Das stellt viele Kommunen vor große finanzielle Probleme. Vom Freistaat Thüringen erhielten sie bislang Hilfszahlungen in Höhe von fünf Millionen Euro. Auch der jährliche Kurlastenausgleich wurde aufgestockt. Der Thüringer Heilbäderverband befürchtet jedoch, dass die Kurorte auch in den nächsten Jahre auf Hilfszahlungen angewiesen sind.

Hilfen für Bäder und Thermen

Hilfe gab es auch für die Bäder und Thermen. Sie erhalten ebenfalls fünf Millionen Euro vom Freistaat. Nachdem Mitte März die Infektionszahlen stiegen, wurden die Kurbäder geschlossen. Das traf zum Beispiel die Ardesia-Therme in Bad Lobenstein. Bisher entstanden dort 400.000 Euro Verlust. Seit Juli ist die Therme wieder geöffnet. Noch aber können viele Gesundheitsangebote nicht stattfinden, und aktuell kommen 20 Prozent weniger Gäste als im letzten Jahr.

Teilnehmer beim Bädertag in Bad Lobenstein
Treffen in Bad Lobenstein: Liegt in der Krise auch eine Chance? Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

In der Median-Klinik in Bad Lobenstein werden Patienten mit psychosomatischen oder orthopädischen Erkrankungen behandelt. Die Klinik musste im Mai wegen Corona geschlossen bleiben. Mittlerweile hat sich die Zahl der Rehabilitanten wieder normalisiert. Trotzdem gelten strenge Regeln wie tägliches Fiebermessen und Besuchsverbot.

Angst vor erneuter Schließung

Die Kurorte und Heilbäder fürchten jetzt einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen. Eine erneute Schließung von Kureinrichtungen würde viele von Ihnen finanziell überfordern. Vom 30. Bädertag nehmen sie trotzdem eine Botschaft mit: Auch in der Krise liegt eine Chance. Bad Lobenstein will sie auf jeden Fall nutzen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 21. September 2020 | 19:00 Uhr

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