Gummistiefel für Kinder
Der Fall trug sich in einem Dorfkindergarten in Nimritz zu. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Nimritz | Saale-Orla-Kreis Erzieherinnen dürfen keine Kinder mehr betreuen

Sie sollen sie angeschrien, bloßgestellt und eingeschüchtert haben: Zwei Erzieherinnen im Dorfkindergarten Nimritz dürfen keine Kinder mehr betreuen. Nach Beschwerden zog das Bildungsministerium die beiden aus dem Verkehr.

Gummistiefel für Kinder
Der Fall trug sich in einem Dorfkindergarten in Nimritz zu. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Das Thüringer Bildungsministerium hat zwei Erzieherinnen des Dorfkindergartens von Nimritz im Saale-Orla-Kreis den Umgang mit Kindern untersagt. Grund sind Vorwürfe, dass Kinder grob behandelt und eingeschüchtert worden sein sollen. Die Ostthüringer Zeitung hatte als erstes über den Fall berichtet.

Seit Monaten hatte es Beschwerden über die Erziehungsmethoden in dem kommunalen Kindergarten gegeben. Schließlich hatte das Jugendamt des Landkreises bei der Polizei Anzeige wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung erstattet. 

Das Bildungsministerium erklärte nun, die Vorwürfe hätten sich bei der Prüfung verfestigt und als glaubwürdig erwiesen. Die beiden Personen dürften nicht mehr mit Tätigkeiten betraut werden, die einen Umgang mit Kindern beinhalten. Anderenfalls sei "zwingend davon auszugehen", dass das Kindeswohl gefährdet ist. Die Gemeinde Nimritz ist Trägerin der Kita, in der rund 30 Kinder betreut werden.

Arbeitsvertrag läuft weiter

Laut Ministerium steht das Verhalten der kritisierten Mitarbeiterinnen im fundamentalen Widerspruch zu den Aufgaben einer pädagogischen Fachkraft. Wer die Vorwürfe gegen sie erhoben hat, wurde nicht mitgeteilt. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Gera, wie ein Behördensprecher sagte. Auslöser sei eine Anzeige des Jugendamtes. Zum konkreten Straftatbestand machte der Sprecher unter Verweis auf den sehr frühen Ermittlungsstand keine Angaben.

Der Arbeitsvertrag der Frauen laufe weiter, sagte der ehrenamtliche Bürgermeister von Nimritz, Peter Graetsch. Wie sie künftig eingesetzt werden, sei noch nicht geklärt. Beide seien derzeit krankgeschrieben. Graetsch kündigte an, dass die Gemeinde Nimritz gerichtlich gegen den Bescheid des Ministeriums vorgehen wolle.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Juni 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 18:37 Uhr

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18 Kommentare

06.06.2019 14:18 B 18

die Eltern haben so gut wie keine Zeit mehr, und die Kinder haben Narrenfreiheiten heute , schlimm aber wahr. ( Wochenende Wandern , Kino,
und vieles mehr gibt es nicht mehr oh wie gut hatten wir es zu DDR- Zeiten trotz das wir als Eltern auch Vollzeit gearbeitet haben die ganze Woche, wir möchten in dieser kriminellen Gesellschaft jetzt keine 4 Kinder mehr haben , ( auch wenn wir nicht alles hatten ) aber das Leben in der Familie und Hausgemeinschaften und Arbeitskollegen war noch ein schönes dasein, heuter ist jeder sein nächster ganz schlimme grauenvolle Gesellschaft ist das geworden s. 1989 !

06.06.2019 12:43 Thüringerin 17

Bloßstellen und Einschüchtern sind keine Erziehungsmethoden, sondern ein Zeichen der fehlenden pädagogischen Kompetenz, auf andere Erziehungsmaßnahmen, die dem heutigen wissenschaftlichen Stand entsprechen, zurückgreifen zu können. Man vertraut schließlich den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft, die sich noch nicht wehren können, den Erziehern in der Kita an und vertraut darauf, dass die Kinder gut aufgehoben sind. Sollten alle Fakten dazu führen, dass die "Erzieherinnen" falsch gehandelt, dann ist es meiner Meinung nach vollkommen richtig ein Berufsausübungsverbot auszusprechen.

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