Ein Wolf steht am Straßenrand
Der Wolf läuft in der Nähe von Breitenhain über die Straße. Bildrechte: MDR/Ronny Stoye

Nach Ohrdruf, jetzt auch in Breitenhain Neuer Wolf in Thüringen gesichtet

In Breitenhain ist ein neuer Wolf gesichtet worden. Ein Autofahrer hatte Freitagmorgen Fotos geschossen, die einen Wolf zeigen. Experten planen jetzt weitere Nachforschungen.

Ein Wolf steht am Straßenrand
Der Wolf läuft in der Nähe von Breitenhain über die Straße. Bildrechte: MDR/Ronny Stoye

Die Wolf-Sichtung am Freitagmorgen bei Breitenhain im Saale-Orla-Kreis ist offiziell bestätigt. Ilka Reinhardt, Leiterin des LUPUS-Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, sagte MDR THÜRINGEN, auf den ihr vorgelegten Fotos sei eindeutig ein Wolf zu sehen. Damit sei ein so genannter C1-Beweis erbracht. Unklar sei aber noch, ob der Wolf das Gebiet in Ostthüringen nur durchstreift oder dort sein Revier hat. Der Thüringer Naturschutzbund NABU plant jetzt ein Monitoring, um Einzelheiten über das Verhalten des Wolfs zu erfahren.

Ein Wolf läuft auf eine Straße zu
Ganz gemächlich läuft der Wolf in Breitenhain auf die Straße zu. Bildrechte: MDR/Ronny Stoye

Silvester Tamás von der Nabu-Landesarbeitsgruppe Wolf sagte MDR THÜRINGEN: "Wir werden Ortsangaben abklären und hoffen auf weitere Angaben der Bevölkerung, dass der Wolf gesichtet wurde." Ein Autofahrer hatte die Fotos des Tieres am Freitagmorgen gegen 6:15 Uhr geschossen. Das Tier stand zunächst auf einer Wiese und überquerte dann die Straße. Noch sei unklar, ob es sich bei dem gesichteten Tier um eine Wölfin oder einen Wolf handelt. Der Nabu geht davon aus, dass es ein knapp ein bis zwei Jahre altes Jungtier sein muss. Vermutlich sei das Tier auf Wanderschaft und auf der Suche nach einem neuen Lebensraum aus Sachsen oder Sachsen-Anhalt gekommen. Tamás: "Die gerade Rückenlinie, das graue Fell und die hellen Fänge sprechen eindeutig dafür, dass es ein Wolf ist." In den vergangenen Jahren seien bereits mehrfach Vermutungen und Hinweise eingegangen, dass in der Region ums Vogtland und Schleiz Wölfe gesehen wurden. Im Zusammenhang mit der neuen Sichtung fordert der Thüringer Wolfsexperte den gesamten Freistaat als Wolfsland auszuweisen. Nur so könnten Viehhalter Hilfe für Sicherungsmaßnahmen sowie Entschädigungen bei Tierverlusten beanspruchen.

Hotline für Wolfsmeldungen geschaltet

Ein Wolf steht auf einem Feld
Der gesichtete Wolf steht in Breitenhain auf einem Feld. Bildrechte: MDR/Ronny Stoye

Das Thüringer Umweltministerium will jetzt weitere Nachforschungen veranlassen. Wie ein Sprecher MDR THÜRINGEN sagte, habe man immer damit gerechnet, dass sich nicht nur ein Wolf in Thüringen niederlässt. Ron Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des BUND in Thüringen sagte MDR THÜRINGEN, er gehe davon aus, dass der Wolf Stück für Stück in den Freistaat einziehen wird, "natürlich mit den Problemlagen, die damit verbunden sind." Bislang hatten vor allem die Wölfin und ihr Mischlingsnachwuchs auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf im Landkreis Gotha für Schlagzeilen gesorgt.

Seit 2015 ist das etwa 3000 Quadratkilometer große Gebiet um den Truppenübungsplatz in Ohrdruf als Wolfsland ausgewiesen. Seit Ende März können Bürger unter der Telefonnummer 0361/ 573941 941 Sichtungen von Wölfen und Spuren melden. Das Umweltministerium hat eine Wolfshotline freigeschaltet. Diese ist montags bis donnerstag zwischen 6:30 Uhr und 17 Uhr, freitags bis 15 Uhr besetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | THÜRINGEN JOURNAL | 14. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. April 2018, 20:59 Uhr

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26 Kommentare

16.04.2018 10:39 Karsten Leibner 26

Hr. Kohfeld vertritt seine Meinung sehr leidenschaftlich, was auf alle Fälle besser ist, als keine zu haben. Die Art und Weise kann aber dazu führen, dass keiner zuhört und das wäre dann schade um die Meinung.

16.04.2018 09:15 Wolpertinger 25

@E.Kohfeld
Ich bewundere, wie immer, Ihre überaus logische und zielführende Argumentation. Wunderbar. Eines Tages werde ich Sie um Erlaubnis bitten, aus Ihren Kommentaren ein Buch zu genrieren, "Ekkis best", oder so.
Ich komme übrigens auch vom Land, habe Rinder auf der Weide stehen, eyh und ja, ich lebe auch davon.
es wäre schön, wenn sich sowohl Wolfsbefürworter, als auch Wolfsgegner mal auf sachliche Argumente einigen könnten. So ist das Kindergarten.
Herr Kohfeld, der Ton macht die Musik. Wenn Sie Argumente vorbringen, sofern Sie denn welche haben, wäre es schön, auch Ihren Tonfall mal etwas zu mäßigen. SIE sind nicht das Maß aller Dinge und andere haben auch eine Meinung, die sie kundtun dürfen.

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