Oberfranken Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen im Fall Peggy ein

Fast 20 Jahre nach dem Mord an der damals neun Jahre alten Peggy aus Lichtenberg wurden die Ermittlungen eingestellt. Einige Spuren führten auch nach Thüringen.

Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben
Gedenkstein mit dem Porträt von Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben. Bildrechte: dpa

Mehr als 19 Jahre nach dem Tod der damals neunjährigen Peggy K. aus Lichtenberg im Landkreis Hof sind die Ermittlungen am 16. Oktober eingestellt worden. Das meldeten die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Polizei Oberfranken am Donnerstag.

Das Mädchen war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Juli 2016 wurden Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis gefunden, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort entfernt.

Ein Mann aus dem Landkreis Wunsiedel hatte im September 2018 zugegeben, die tote Peggy mit seinem Auto in den Wald gebracht zu haben. In einem Bushäuschen in der Poststraße, so gab der Beschuldigte an, will er das leblose Mädchen von dem Mann übernommen haben. Er bestritt jedoch, Peggy getötet zu haben. Später widerrief der 41-Jährige sein Geständnis. Die Informationen reichen laut Staatsanwaltschaft nicht für eine Mord-Anklage aus. Andere Anklagepunkte wie Strafvereitelung seien verjährt und könnten nicht mehr zur Anklage gebracht werden.

Polizisten stehen neben Einsatzwagen im Wald.
In einem Waldstück bei Rodacherbrunn fand die Polizei die Knochenreste von Peggy. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Wie genau das Mädchen zu Tode kam, ist bis heute ungeklärt. Im Laufe der Jahre gab es bei den Ermittlungen im Fall Peggy bereits mehrere Verdächtige. Besonders bekannt wurde der Fall eines geistig behinderten Mannes, den ein Gericht 2004 als Peggys Mörder verurteilte, der aber zehn Jahre später in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde. Zudem entdeckten Ermittler am Fundort von Peggys Skelett DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt. Diese stellten sich später aber als Verunreinigung eines Geräts der Spurensicherung heraus.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Oktober 2020 | 10:30 Uhr

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