Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben
Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben. Bildrechte: dpa

Durchsuchungen in Oberfranken Fall Peggy: 41-Jähriger im Fokus der Polizei

Der Fall Peggy gilt als einer der bekanntesten ungeklärten Kriminalfälle Deutschlands. Im Mai 2001 war die Neunjährige im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. Jetzt gab es in der Gegend neue Durchsuchungen.

Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben
Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben. Bildrechte: dpa

Im Fall der toten Peggy hat die Polizei am Mittwoch in Oberfranken mehrere Anwesen durchsucht. Wie die Polizei am Donnerstagmittag mitteilte, richtete sich die Aktion gegen einen 41-jährigen Beschuldigten. Laut Ermittlern zählte der Mann im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Mädchens bereits in der Vergangenheit "zu einem relevanten Personenkreis".

Durch neue Ermittlungen und sichergestellten Spuren am Fundort in Rodacherbrunn sei er nun wieder in den Fokus gerückt. Der Mann sei vernommen worden und mittlerweile wieder auf freien Fuß. Weitere Angaben wollte die Polizei nicht machen. Am Donnerstagmorgen hatte ein Polizeisprecher den Einsatz in Marktleuthen (Landkreis Wunsiedel) und Lichtenberg (Landkreis Hof) bestätigt. Gegen wen sich die Ermittlungen richteten, war jedoch noch nicht bekannt.

Im Jahr 2001 verschwand das Mädchen

Der Fall Peggy gilt als einer der spektakulärsten ungeklärten Kriminalfälle Deutschlands. Im Mai 2001 war die neun Jahre alte Schülerin im oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwunden. Im Juli 2016 entdeckte ein Pilzsammler ihre sterblichen Überreste im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen. Die Ermittler haben den Fall bis heute nicht gelöst.

Vermeintliche DNA-Spuren von NSU-Terrorist

Im Laufe der Jahre hatten sie mehrere Verdächtige im Visier. Der deutschlandweit bekannteste Fall ist der eines geistig Behinderten, den ein Gericht 2004 als Mörder von Peggy verurteilte. Zehn Jahre später wurde er aber in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Am Fundort von Peggys Leiche entdeckten die Ermittler auch DNA des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt. Wie sich später herausstellte, war der Grund für den Zusammenhang aber eine Verunreinigung bei der Spurensicherung.

Vorwurf: "Gravierende Fehler und Schlamperei"

Vergangenes Jahr wandte sich eine Gruppe von Bürgern aus Lichtenberg mit einem "Hilferuf" an die Öffentlichkeit. Darin warfen die elf Unterzeichner den Ermittlungsbehörden gravierende Fehler und Schlamperei vor. Sie sprachen von einem "Polizei- und Justizskandal" und einseitigen Ermittlungen. Viele Hinweise aus der Bevölkerung seien ignoriert worden und Zeugenaussagen aus den Akten verschwunden. Unter den Unterzeichnern sind Lichtenbergs Bürgermeister Holger Knüppel und mehrere Stadträte. Der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel wies die Vorwürfe zurück.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

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Ein stark beschädigtes Fahrzeug neben einer Straße 1 min
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. September 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 19:25 Uhr

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