Saale-Orla-Kreis Richtfest für barrierefreies Haus von Afghanistan-Veteran

In Peuschen im Saale-Orla-Kreis ist am Sonnabend Richtfest am barrierefreien Wohnhaus des Afghanistan-Veteranen Sven Hornig gefeiert worden. Der Hauptfeldwebel war am 15. April 2010 bei einem Taliban-Anschlag auf einen Bundeswehr-Konvoi bei Baghlan schwer verletzt worden. Bei dem Gefecht starben vier deutsche Soldaten, fünf weitere wurden verletzt.

Ein Mann im Rohlstuhl schlägt einen Nagel in einen vor ihm liegenden Balken
Sven Hornig schlägt den symbolischen Nagel ein. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Unterstützt wird der Hausbau vom Bund Deutscher Einsatzveteranen. Der Verband hatte unter dem Motto „Ein Zuhause für Sven“ eine Spendenaktion initiiert, bei der rund 20.000 Euro sowie Handwerkerleistungen und Sachspenden zusammenkamen. Unter den Spendern ist auch der Schauspieler Til Schweiger.

Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, David Hallbauer, sagte, das Projekt diene dazu, einem Einsatzveteranen die Heimkehr nach Hause zu ermöglichen. Hornig hat seit seiner Verwundung zahlreiche Krankenhaus-Aufenthalte und Rehabilitationsmaßnahmen durchlaufen. Derzeit lebt und arbeitet er in einer Behinderteneinrichtung in Jena.  Peuschen ist sein Heimatort. Verbandsvize Hallbauer betonte, jeder Soldat verdiene die Wertschätzung seines Landes. Dafür setze sich der Verband seit Jahren ein.

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, sagte bei der Zeremonie, Hornig sei einer der am schwersten bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr verwundeten Soldaten. Das Hausprojekt in Peuschen zeige auch, "dass wir unsere Soldaten nicht im Stich lassen". Die Unterstützung durch den Veteranenverband sei "gelebte Kameradschaft" zwischen ehemaligen und aktiven Soldaten. Silberhorn verwies auch auf die intensive Hilfe für Hornig durch den Sozialdienst der Bundeswehr.

Der Thüringer CDU-Landtagsabgeordnete Christian Herrgott nannte das Richtfest am Sonnabend einen "Meilenstein" im Leben des Hauptfeldwebels Sven Hornig. Er hoffe auf weitere Unterstützung.

Mehrere Personen stehen vor einem noch nicht fertig gebauten Wohnhaus
Familie, Freunde, Bundeswehr-Kameraden und Unterstützer des Hausbau-Projekts gemeinsam mit Sven Hornig. Im kommenden Jahr soll das Haus fertig sein. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Für das Wohnhaus, das hauptsächlich von der Familie des Soldaten finanziert wird, war im Frühjahr dieses Jahres der erste Spatenstich gesetzt worden. Am Bau beteiligen sich nach Angaben des Veteranenverbandes Freunde und Kameraden Hornigs sowie Verbandsmitglieder mit ehrenamtlichen Arbeitsleistungen. Es soll im kommenden Jahr fertig sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2018, 08:51 Uhr

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9 Kommentare

14.10.2018 23:34 Mediator an Nr. 4 9

Vielleicht machen sie sich selbst einmal schlau über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, der ja nicht alleine, sondern im Rahmen des ISAF Mandates mit vielen anderen Nationen gemeinsam erfolgt ist.

Weiterhin sollten sie sich auch mit der historischen Situation in Afghanistan vertraut machen, die durch jahrzehntelangen Bürgerkrieg und das Terrorregime der Taliban gekennzeichnet war.

Wenn sie all dies getan haben, dann werden sie sicher einsehen, dass eine massive Verbesserung der Sicherheit in Afghanistan nicht bedeuten muss, dass es dann ähnlich sicher wie z.B. in Rumänien oder der Türkei zugeht.

Dank ISAF und der dadurch möglichen zivilen Hilfeleistungen hat sich für hunderttausende Afghanen für mehr als 10 Jahre das Leben verbessert. Das ist eine sehr lange Zeit!

14.10.2018 17:49 Brennabor 8

Gibt es in Peuschen keine barrierefreie Wohnungen ?

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