Pößneck Leergut fehlt: Brauerei schlägt höheres Pfand auf Bierflaschen vor

Der fehlende Rücklauf von leeren Pfandflaschen sorgt bei der Rosenbrauerei in Pößneck für erhöhte Kosten. Laut Geschäftsführer Nicolaus Wagner könnte ein erhöhtes Flaschenpfand dem entgegenwirken.

Der fehlende Rücklauf von Leergut führt bei der Rosenbrauerei in Pößneck (Saale-Orla-Kreis) zu höheren Kosten. Wie Geschäftsführer Nicolaus Wagner MDR THÜRINGEN sagte, hat die Brauerei erst vor drei Wochen 140.000 neue leere Flaschen bestellt, weil Pfandflaschen nicht zeitnah zurückgebracht wurden. Damit Kunden die leeren Flaschen nicht zu lange zu Hause lagern, schlägt Wagner ein höheres Pfandgeld vor. Derzeit liegt der Bierflaschenpfand bei acht Cent. Im Vergleich dazu haben leichtere Einwegflaschen und Dosen ein Pfand von 25 Cent.

Ein weiteres Problem für die Rosenbrauerei sind die zahlreichen Flaschen anderer Marken, die sich auf dem Hof der Brauerei in den Kästen stapeln. Das sorgt für finanziellen und personellen Aufwand, da sie von Hand aussortiert werden müssen. Auch bei anderen Thüringer Brauereien sorgt der Absatz von Flaschenbieren in diesem Sommer dazu, dass das Leergut knapp wird - etwa in der Apoldaer Brauerei und beim Bürgerlichen Brauhaus Saalfeld.

Bundesweit fordern Brauereien mehr Pfand

Der Bundesverband privater Brauereien forderte bereits im vergangenen Jahr eine deutschlandweit einheitliche Pfanderhöhung für leere Bierkisten auf mindestens fünf Euro. Derzeit liegt es in der Regel bei 1,50 Euro. Für das Geld lohne es sich für viele nicht, die Kisten wieder an die Brauereien zurückzugeben, so der Verbandschef Roland Demleitner. Dadurch seien die Brauereien gezwungen, immer wieder neue Kisten zu kaufen.

Aus dem bayerischen Landesverband privater Brauereien kam zudem die Forderungen, das Flaschenpfand zu erhöhen. Die Umstellung sei allerdings nicht einfach, da Pfandautomaten angepasst und Kassensysteme neu programmiert werden müssen, sagte Verbandspräsident Georg Rittmayer.

Thüringer tranken 2019 weniger Bier

Thüringer Brauereien mussten im letzten Jahr einen Rückgang des Bierabsatzes verkraften. Insgesamt wurden 2019 etwa 2,9 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt, das meiste im Inland. Laut Landesamt für Statistik seien dies 315.000 Hektoliter weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von fast zehn Prozent. Die insgesamt verkaufte Menge von 2,9 Millionen Hektolitern war die niedrigste seit dem Jahr 2000.

Zugleich verzeichneten die Statistiker eine Absatzsteigerung bei Biermischungen, die allerdings den Rückgang beim Bier nicht ausgleichen konnte. Von Bier, das mit mit alkoholfreien Zusätzen gemischt ist, wurden im vergangenen Jahr 198.000 Hektoliter mehr verkauft als im Vorjahr, ein Plus von 6,9 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. August 2020 | 19:00 Uhr

19 Kommentare

Copper vor 23 Wochen

Hallo Lothar. Mir lag es fern Rentner abzuwerten, das haben Sie missverstanden. Ich wollte eher genau auf diese Situation aufmerksam machen welche Sie zusätzlich noch beschreiben. Vielleicht ein wenig zu sarkastisch ;)

Lothar Thomas vor 23 Wochen

In der DDR war es ein Engpass, weil viele die Flaschen zweckentfremdet oder gleich kaputt gemacht hatten.

Das war die Rache der "Planwirtschaft".


Heute ist es ein hausgemachtes Problem der Brauereien selbst, wegen der Prägung der Glasflaschen.

Würden nur einheitliche Flaschen verwendet, würde sich dann der UNSINNIGE Transport über weite Strecken erübrigen.

Lothar Thomas vor 23 Wochen

Genau die großen Konzerne verdienen sich doch sowieso schon DUMM UND DÄMLICH, sollen die doch auch für diesen Irrsinn zahlen, den die selbst verursachen.

Man sollte eine Regelung erlassen, wer eine geprägte Flasche in Umlauf bringt, hat im Gegenzug für die Sortierung von 100 Flaschen zu zahlen.

Nur DANN kann man diesen Irrsinn eindämmen.

Mehr aus der Region Saalfeld - Pößneck - Schleiz - Eisenberg

Mehr aus Thüringen