Katze auf Autodach
Bei Katzen und Hunden mit hellem und kurzem Fell sollte besonders auf Sonnenbrand geachtet werden. Bildrechte: IMAGO

Ratgeber Wie schütze ich mein Haustier vor Sonnenbrand?

Wenn die nächste Hitzewelle über Thüringen rollt, holen sich nicht nur unvorsichtige Menschen schnell einen Sonnenbrand, auch Haustiere sind gefährdet. Die Folgen können dramatisch sein, im schlimmsten Fall drohen Amputationen. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen, wie Tierbesitzer ihre Hunde und Katzen am besten schützen.

von Michael Frömmert

Katze auf Autodach
Bei Katzen und Hunden mit hellem und kurzem Fell sollte besonders auf Sonnenbrand geachtet werden. Bildrechte: IMAGO

Sommer, Sonne, Sonnenbrand? An heißen Tagen verbrennen sich unvorsichtige Menschen schnell die Haut. Doch nicht nur für Frauchen und Herrchen kann es gefährlich werden, wenn die UV-Strahlung der Sonne die Zellen schädigt: Auch Haustiere können sich einen Sonnenbrand holen - unter Umständen mit schwerwiegenden Folgen.

Es gebe zwar keinen Grund zur Panik, sagt Dorith Jacob, Vizepräsidentin der Landestierärztekammer Thüringen. Haustiere würden vergleichsweise selten wegen Sonnenbrandes behandelt, berichtet die Veterinärmedizinerin, die selbst eine Praxis in Pößneck (Saale-Orla-Kreis) betreibt. Dennoch rät die Ärztin zur Vorsicht: Tierbesitzer sollten darauf achten, ob ihre Schützlinge möglicherweise besonders empfindlich sind.

Welche Folgen kann ein Sonnenbrand für Haustiere haben?

"Exzessives Sonnenbaden schädigt die Haut auch bei Tieren", warnt Jacob. Der Sonnenbrand könne zunächst zu akuten Entzündungen führen. An diesen Stellen juckt oder schmerzt es. "Langfristig kann auch Hautkrebs entstehen, wenn das Tier dafür disponiert ist", berichtet die Medizinerin aus Thüringen. "Im schlimmsten Fall sind Amputationen nötig." Die Ärzte müssten dann beispielsweise die Ohren oder den Nasenspiegel entfernen.

Welche Tiere sind besonders gefährdet?

Betroffen sind vor allem Hunde und Katzen mit hellem Fell und Tiere, die nur wenig oder sehr kurze Haare haben. Jacob nennt Dalmatiner, Boxer und Beagle als Beispiele. Anfällig seien gerade auch weiße Katzen mit rosafarbenen Ohren. Bei Nacktkatzen oder -hunden ist die Haut der Sonnenstrahlung direkt ausgesetzt.

Körperstellen, an denen sich Sonnenbrand schnell bilden kann, sind neben den Ohren vor allem die Nase und die Augen. Auch der Bauch von Hunden und Katzen ist nur wenig durch Fell geschützt - die Tiere sollten daher möglichst nicht zu lange auf dem Rücken in der Sonne liegen.

Was tun, wenn ein Haustier einen Sonnenbrand hat?

Wenn sich ein Sonnenbrand entwickelt hat, sollten Tierhalter mit ihren Liebsten schnell einen schattigen Ort suchen, rät Jacob. Kühlende Umschläge und hautberuhigende Salben verschaffen eine erste Linderung. Darüber hinaus empfiehlt die Veterinärmedizinerin den Gang zum Tierarzt, der die Hautschäden untersuchen und gegebenenfalls weiter behandeln kann.

Wie kann Sonnenbrand bei Tieren vorgebeugt werden?

Eine Frau zeigt auf den Bauch eines Hundes.
Neben Augen, Nase und Ohren ist auch der Bauch bei Tieren besonders anfällig für Sonnenbrand. Bildrechte: MDR

Für Haustiere, die für Sonnenbrand wenig anfällig sind, genügt es meist, sich mit ihnen an schattigen Plätzchen aufzuhalten. Für empfindlichere Schützlinge - und gerade auch für Freigängerkatzen, deren Wege nicht immer kontrolliert werden können - rät Tierärztin Jacob zu weitergehenden Vorkehrungen: Wasserfeste Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 30 oder zinkoxidhaltige Cremes können auf ungeschützte Hautstellen aufgetragen werden. Bei längeren Wanderungen mit Hunden beispielsweise im Gebirge empfiehlt die Expertin Shirts oder Kappen, die speziell für die Tiere im Handel erhältlich sind.

Gefährlich kann es werden, wenn die Sonne kräftig vom Himmel scheint und gleichzeitig ein angenehmes Lüftchen weht. Der Wind fühlt sich kühl an, während sich auf der Haut fast unbemerkt der Sonnenbrand entwickelt. "Das ist wie bei uns Menschen", sagt Jacob und rät Tierbesitzern, darauf besonders zu achten. Sinnvoll sei es ohnehin, Gassirunden möglichst in die frühen Morgen- und in die Abendstunden zu verlegen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 21. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2019, 17:59 Uhr

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