Ausstellung Stadtmuseum Saalfeld zeigt außergewöhnliche Fotos von DDR-Grenze

Die Bilder dokumentieren den Ausbau der innerdeutschen Grenze von 1945 bis 1990. Außerdem zeigen sie den Grenztourismus, der auf der westdeutschen Seite bis wenige Meter an den Grenzstreifen möglich war. Zu sehen sind Fotos von Spaziergängen am Grenzstreifen, den Ausbau des Todesstreifen und Ansichten auf Probstzella. Teil der Ausstellung ist auch ein Bereich mit Schautafeln, geschichtlichen Hintergründen und einem Stück Original-Grenzstreifen mit Schildern von ost- und westdeutscher Seite.

Eine Familie sitzt 1959 auf einer Wiese.
"Es war schon fast ein Ritual, der Sonntagsspaziergang entlang des Zehnmeterstreifens. Menschen, die ihre Wurzeln in Thüringen hatten, von dort übergesiedelt oder geflohen waren, suchten immer wieder Blickkontakt zu ihrer alten Heimat. Den kleinen Lockenkopf vorne links interessierte die Grenze offensichtlich weniger. Das Bild entstand 1959 zwischen Lauenstein und Zopten. Auf dem Berg im Hintergrund wurde vier Jahre später der Aussichtsturm 'Thüringer Warte' errichtet", so schreibt es Heimatpfleger Siegfried Scheidig. Der kleine Lockenkopf auf dem Foto ist 1959 er selbst. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
Eine Familie sitzt 1959 auf einer Wiese.
"Es war schon fast ein Ritual, der Sonntagsspaziergang entlang des Zehnmeterstreifens. Menschen, die ihre Wurzeln in Thüringen hatten, von dort übergesiedelt oder geflohen waren, suchten immer wieder Blickkontakt zu ihrer alten Heimat. Den kleinen Lockenkopf vorne links interessierte die Grenze offensichtlich weniger. Das Bild entstand 1959 zwischen Lauenstein und Zopten. Auf dem Berg im Hintergrund wurde vier Jahre später der Aussichtsturm 'Thüringer Warte' errichtet", so schreibt es Heimatpfleger Siegfried Scheidig. Der kleine Lockenkopf auf dem Foto ist 1959 er selbst. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
Männer roden eine Schneise für den 10-m-Kontrollstreifen der innerdeutschen Grenze.
Bei Lauenstein und Gräfenthal roden mehrere Männer Anfang Juni 1952 eine Schneise für den 10-m-Kontrollstreifen durch das Land. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
Mehrere Autos stehen 1979 entlang der Grenze.
Grenztourismus auf der Westseite: Zahlreiche interessierte Zuschauer kommen 1973 in Lauenstein auf der Ringstraße zum "Grenzstein", um die Baumaßnahmen der DDR beim Errichten ihres neuen einreihigen 3,20 Meter hohen Metallgitterzauns zu beobachten. Während auf westdeutscher Seite die Zuschauer bis zur Grenzlinie vorgehen können, sind auf DDR-Seite Bewachungskommandos eingesetzt, um evtl. Fluchtversuche der Bautrupps zu unterbinden. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
Blick von der Hohen Tanne, nördlich Tschirn auf das Dorf Brennersgrün mit dem Grenzsignalzaun im Vordergrund.
Blick von der Hohen Tanne, nördlich Tschirn auf das Dorf Brennersgrün mit dem Grenzsignalzaun im Vordergrund. Auf dem Wetzstein ist bereits die neue Luftraumüberwachungsanlage fertig gestellt. Die Radaranlage mit mehreren Antennen wurde Anfang November 1983 in Betrieb genommen. Vorausgegangen waren Erd- und Betonierungsarbeiten für den Bau größerer unterirdischer Anlagen. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
Am 28. April 1990 wandern Menschen in Brennersgrün Richtung Grenze.
Der Rennsteig, Höhenweg des Thüringer Waldes, ist wieder durchgehend wanderbar. Am 28. April 1990 wandern unzählige Menschen nach einer kleinen Öffnungsfeier in Brennersgrün Richtung Grenze, die am ältesten Grenzwappenstein, dem sogen. Kurfürstenstein aus dem Jahr 1513 erreicht wird. Auch hier wurde durch herausnehmen von Metallgitterplatten ein Durchgang im Zaun geöffnet. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
Blick auf den Stacheldrahtzaun und das Minenfeld im Gehege 1963 von der Thüringer Warte aus.
Blick auf den Stacheldrahtzaun und das Minenfeld im Gehege 1963 von der Thüringer Warte aus. Das Minenfeld erstreckt sich vom Fuße des Ratzenberges bis vor Lichtenhain. Erdminen sowjetischer Bauart (Holzkastenminen) sind verlegt. Im November 1963 wird südwestlich Probstzella in der Nähe des Helmbaches der 22-jährige Flüchtling Dieter F. in diesem Minenfeld getötet. Bildrechte: MDR/Siegfried Scheidig
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