Schwarzburg Schloss von fern
Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Neue Ausstellung wird am 12. Mai eröffnet Das Fürstliche Zeughaus Schwarzburg wird bald wieder zugänglich sein

Mehr als elf Jahre haben der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der Förderverein Schloss Schwarzburg auf diesen Tag hingearbeitet: Die Ausstellung "Fürstliche Erlebniswelten" ist fertig. Ab 12. Mai wird die Waffensammlung der Schwarzburger Fürsten wieder an deren Stammsitz im neuen Zeug- und Torhaus gezeigt.

Schwarzburg Schloss von fern
Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Es gibt ein Happy End in Schwarzburg. Nach einigen Verzögerungen wird am 12. Mai unter dem Titel "Fürstliche Erlebniswelten" das Zeug- und Torhaus an dem historisch bedeutsamen Schloss eröffnet. Zu verdanken ist das laut MDR THÜRINGEN Reporter Uli Braumann letztlich einem Förderverein, der mittlerweile auch Mitglieder in ganz Deutschland, Frankreich, der Schweiz und in den Niederlanden hat.

Er hatte ein paar hunderttausend Euro als Anschubfinanzierung aufgebracht. Und den Landkreis davon überzeugt, dass das Zeughaus und das Torhaus wichtig für die Identität einer ganzen Region sind. Am Ende hat das Projekt insgesamt 4,3 Millionen Euro gekostet.

Einzigartig in Deutschland

Untergebracht ist die mehr als 5.000 Objekte umfassende Sammlung im restaurierten Zeughaus des Schlosses Schwarzburg.

In Deutschland gebe es kein weiteres freistehendes Zeughaus, dessen Waffen-Sammlung nahezu komplett die Wirren der Zeit überstanden habe, sagte der Projektbetreuer Jens Henkel MDR THÜRINGEN. Einmalig auch, dass die Waffen nicht in Vitrinen, sondern frei hängend und liegend ausgestellt sind.

Von der Burg zum Schloss

Schloss Schwarzburg liegt auf einem langgestreckten, von der Schwarza umflossenen Schieferfelsen, der nur von seiner nordwestlichen Schmalseite aus zugänglich ist. Der Felsrücken im Schwarzatal war gut zu verteidigen und bot ideale Voraussetzungen für den Bau einer Burg. Nach ihr, der Schwarzburg, benannte sich ab 1123 das alte Adelsgeschlecht der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg.

Eine typische Festungsanlage

Die Schwarzburg enthielt mit Sicherheit die für Burgen typischen Gebäude und Verteidigungsanlagen. Die ursprüngliche Bebauung lässt sich aber heute nur noch in Spuren nachweisen. Sie ist im Laufe der Jahrhunderte überbaut oder in nachfolgende Gebäude einbezogen worden.

Die ältesten Inventare der Burg stammen aus dem Spätmittelalter, dem 14. und 15. Jahrhundert. Der erste, nach Graben, Zugbrücke und Torhaus folgende Hof hatte die Funktion eines Wirtschaftshofes. Er war zugleich Standort eines quadratischen Turmes und einer „steinernen Kemenate", vermutlich Vorgänger des heutigen Zeughauses.

Ausbau zum Barockschloss

Schloss Schwarzburg sollte schließlich zur Hauptresidenz der Linie Schwarzburg-Rudolstadt ausgebaut werden. Als dann 1710 die Grafen auch noch in den Reichfürstenstand erhoben wurden, brachte das Schwung in den barocken Ausbau der gesamten Schlossanlage. Der Hauptbau erhielt seinen auf mächtigen Säulen ruhenden Portalvorbau, der sich über alle Stockwerke erstreckt; eine in Thüringen einmalige Architektur. Die Schlosskirche mit dem aus der Gebäudeflucht vortretenden Schlossturm und der darunter befindlichen Fürstengruft vervollständigte das Ensemble.

Schwarzburg Schloss von fern
Bisher ist nur der Kaisersaal im Schwarzburger Schloss zugänglich. Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Mai 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Mai 2018, 09:30 Uhr

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