Landwirtschaft Wer produziert eigentlich unser Essen?

Über die Landwirtschaft wird derzeit sehr viel gesprochen: Ernteberichte, Bauern-Demos, Tierwohlstrategie, Düngemittelverordnung, Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch, fehlender Regen, Qualität der Lebensmittel, eine nachhaltige Landwirtschaft und vieles mehr sind dabei die Themen. Aber, was sagen Bauern dazu? 3.600 landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Thüringen. MDR THÜRINGEN hat zwei Höfe und ihre Macher besucht.

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von Grit Hasselmann

Die Agrargenossenschaft "Reinstädter Grund" in Reinstädt und der Bauer Wöllert
MDR THÜRINGEN hat die Höfe von Reiko Wöllert (links) und Udo Große besucht. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Wer in Thüringen Milch kauft, zahlt zwischen 63 Cent (fettarme H-Milch) und 1,05 Euro (Bio-Milch). Beim Schweinefleisch fängt es bei 5,70 Euro fürs Kilo Kotelett an und reicht bis etwa 9 Euro, wenn man es direkt auf dem Bio-Hof kauft. Aber was heißt das für die Bauern? Wieviel davon kommt bei ihnen an? Kann man damit rentabel arbeiten? Welchen Spielraum gibt es, wenn neue Anforderungen dazu kommen wie die EU-Düngemittelverordnung? Und wieviel Spielraum bleibt fürs Tierwohl? MDR THÜRINGEN hat zwei Bauern in Thüringen besucht und sich das angeschaut.

Reiko Wöllert (RW) betreibt einen kleinen Bio-Hof mit Käserei, Udo Große (UG) leitet die Agraggenossenschaft "Reinstädter Grund". Und auch wenn auf den ersten Blick die Unterschiede riesig scheinen, haben beide doch ziemlich viele ähnliche, sogar gleiche Auffassungen von ihrem Beruf. Der eine bewirtschaftet etwa 30 Hektar Land, der andere über 2.000.

Udo Große wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf. Das hat ihn bis heute geprägt. Nach seinem Abitur in Jena studierte er an der Martin-Luther Universität Halle Agrarwissenschaften. Lange hat er in der LPG gearbeitet, Anfang der 90er Jahre kam er in den Landwirtschaftsbetrieb "Reinstädter Grund". Dort war er an der Gründung und Umstrukturierung des Betriebes zur Agrargenossenschaft beteiligt. Seit 1991 leitet er sie. Außerdem engagiert sich Große im Thüringer Bauernverband, ehrenamtlich als Vizepräsident im Vorstand.

Reiko Wöllert stellt seit 1997 mit seiner Frau Karin in Haina in handwerklicher Tradition Käse aus Kuh- und Ziegenmilch her. Er bewirtschaftet etwa 30 Hektar Land - zur Selbstversorgung und Direktvermarktung. Außerdem erzeugt er Fleisch. Er engagiert sich in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Dort ist er Landesgeschäftsführer für Thüringen.

Was produzieren Sie?

UG: Wir haben etwa 30 Prozent Grünland und wer Grünland hat, muss auch Wiederkäuer haben, weil nur die das Gras verwerten können. Deshalb die Kühe. Etwa 350 Milchkühe plus die Nachzucht. Dann haben wir noch die Mutterkühe, die stehen mit ihren Kälbern auf der Weide. Dazu etwa 1.600 Schweine.  Angebaut wird Weizen, Raps und Sonnenblumen, unser Futter bauen wir an, und wegen der Gülle haben wir noch eine Biogasanlage gebaut.

RW: Wir haben hier 30 Hektar Grünland. Ackerflächen haben wir selber nicht. Unsere 35 Ziegen und fünf Kühe werden einmal täglich gemolken, aus der Milch machen wir Käse. Dazu haben wir noch dreizehn Jungrinder und Kälber, etwa 50 Jungziegen und Lämmer und schließlich zehn Schweine.

Welche Preise erzielen Sie für Ihre Produkte?

UG: Derzeit bekommen wir recht gute Preise, wegen der Schweinepest in China. Etwa 1,85 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. Wir wissen aber nicht, wie lange noch. Davor gab es nämlich eine extrem lang anhaltende Tiefpreisphase mit Preisen um 1,36 €/kg. Für den Liter Milch bekommt der Bauer im Durchschnitt momentan 32,7 Cent.

RW: Das Kilo Schwein kostet neun Euro, da ist dann aber alles dabei, vom Suppenfleisch bis zum Schnitzel. Die Preise für den Käse variieren sehr stark, je nach Sorte. Biomilch kostet in Thüringen zwischen 0,95 und 1,05 Euro.

Wie werden Ihre Produkte vermarktet?

UG: Wir verkaufen unsere Tiere an Großhändler und Schlachtereien. Die Verarbeitungskapazitäten haben sich sehr konzentriert. Es gibt mittlerweile ganze Regionen ohne Schlachthöfe. Die Bauern sehen das sehr kritisch. Es kann nicht im Sinne einer vernünftigen Tierhaltung sein, die Tiere über Hunderte Kilometer zu transportieren. Seit der Schlachthof in Nohra geschlossen ist, müssen wir nach Weißenfels oder Altenburg. Ich weiß nicht, wo das noch hinführen soll.

RW: Wir vermarkten hier den größten Teil direkt im Hofladen. Hier haben wir auch unsere Käserei. Und geschlachtet wird ein paar Dörfer weiter.

Was ist das Besondere beim Bauern als Unternehmer?

UG: Der Bauer musste schon  immer sehen, dass er seinen Hof über Wasser hält. Meine Vorfahren sind  seit -zig Generationen in der Landwirtschaft. Wir müssen dann arbeiten, wenn die Natur das zulässt. Da kann ich nicht auf die Uhr schauen. All die Arbeitszeitregelungen, die es mittlerweile gibt, will ich gar nicht in Frage stellen, aber sie passen nicht zur Landwirtschaft. Kein Bauer versteht, warum er bei der Aussaat oder der Ernte nach zehn Stunden den Stecker ziehen soll, wenn die Wetterbedingungen super sind.

RW: Ich liebe diesen Beruf. Aber ich bin auch selber für alles verantwortlich. Für die Tiere sowieso, aber auch für meine Maschinen. Wenn was defekt ist, muss ich es reparieren. Den Melkstand habe ich auch selbst gebaut. Aber die bäuerliche Landwirtschaft ist für mich nur dann erfüllend, wenn auch die anderen Aspekte des Lebens ihren Platz finden. Ich bin ja nicht nur Bauer, sondern auch Vater.

Was sagen Sie zur Massentierhaltung?

UG: Natürlich schließen große Tierbestände Individualität aus. Das heißt aber nicht, dass man dem Tier nicht alles geben soll, was es braucht,  damit es sich wohl fühlt. Unsere Stallleiterin oder die Melker kennen schon  jedes Tier, aber kuscheln ist in dieser Größenordnung nicht drin. Bei 10.000 Hühnern oder 5.000 Schweinen kann ich schon verstehen, dass Außenstehende das skeptisch sehen. Aber das Tierwohl hängt nicht von der Betriebsgröße ab, sondern von den Bedingungen. Neue Ställe mit Aktionsflächen und  Liegeflächen , gesundes Futter, regelmäßige Tierarzt-Kontrollen sind wichtig. Ich kenne noch Landwirtschaft mit fünf Kühen auf dem Bauernhof mit Ställen ohne Licht und ihr Leben lang an der Kette.

Bauernhof 17 min
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Hier das Gespräch mit Reiko Wöllert zum Nachhören.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Fr 27.09.2019 18:07Uhr 17:06 min

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RW: Wir haben eigentlich zu wenige Kühe in Thüringen. Faustregel: eine Kuh pro Hektar ist super (Nährstoffe, Gülle, etc.) Hier sind es etwa 0,4. Das ist auf die Fläche gesehen zu wenig. Aber die sollen halt nicht im Stall stehen, auf Spaltböden, sondern auf der Weide. Das pflegt ja auch die Landschaft. Ohne Weidetiere verbuschen die Wiesen, gerade an Hängen, wo man schlecht mähen kann.

Ich wünsche mir mehr Kollegen, die Tiere artgerecht halten. Viele kleine Ställe auf die Fläche verteilt.

Können Sie bei den derzeitigen Preisen vernünftig produzieren?

UG: Das ist ein Riesenproblem. Derzeit ist der Landwirt der "Restgeldempfänger". Wenn alle ihren Schnitt gemacht haben, ist der Bauer dran. Verarbeitungskosten, die Handelsspanne – ich kann aber am Ende den Liter Milch nicht für  25 Cent produzieren. Bisher wurden zum Ausgleich des Defizits die Direktzahlungen von EU und Bund verwendet. Aber die sind ja jetzt in der Diskussion. Das kann dann aber schnell existenzbedrohend werden.

RW: Die Situation auf den Höfen ist eher bescheiden, da sind keine Reserven da. Wir können aber mit unserer Arbeit und dem Hof unsere Familie ernähren.

Eine Mehrwertsteuererhöhung für Fleisch - ist das die Lösung?

UG: Das ist eine Luftnummer. Auf Deutsch gesagt. Es soll dadurch weniger verschwendet werden. Dann auch weniger produziert. Aber ehe der Handel die Preise erhöht, drückt er doch lieber beim Einkauf. Und am Ende zahlen diese erhöhte Steuer die Bauern. Und dann kann sie ja nicht mal zweckgebunden eingesetzt werden.

RW: Spannend ist, dass jetzt nachgedacht wird, wie artgerechte Tierhaltung finanziert werden kann. Denn das kostet richtig Geld. Dieses Geld kann aber nicht von den Bauern kommen, die haben einfach nichts. Die Subventionen sind auch begrenzt. Das Geld muss auch über die Konsumenten kommen. Das mit der Steuer ist zu kurz gegriffen. Die Preisunterschiede zwischen Bio-Fleisch und konventionellem würden ja bleiben. Eine Idee wäre die Marktdifferenzierung: die Leute sollen entscheiden, ob sie Billigfleisch wollen oder etwas mehr ausgeben für eine bessere Haltung. Oder eben Bio-Fleisch für noch mehr Geld. Also. Kennzeichnung so ähnlich wie  bei den Eiern. Da kann man auch wählen zwischen Freiland, Bodenhaltung und Bio.

Also muss es der Verbraucher beim Einkaufen regeln?

UG: Erstmal finde ich den Begriff Verbraucher nicht schön. Das klingt so abwertend. Wenn man Umfragen liest, sind angeblich alle bereit, mehr Geld auszugeben für bessere Haltung. Aber das scheitert schon am Regal. Es werden  eben doch die günstigen Produkte genommen. Das kann man ja auch keinem verdenken. Das Problem wird sich nur lösen, wenn die Billigangebote verschwinden. Der Wettbewerb im Einzelhandel ist gnadenlos.

RW: Die Gesellschaft kriegt die Lebensmittel, die sie haben will. Und wer Milch für 70 Cent kaufen will, muss dann eben in Kauf nehmen, dass die Kühe nicht auf der Weide sind oder im Stroh stehen, und dass sie Kraftfutter bekommen, damit sie die entsprechende Leistung bringen. Wer aber weiß, wie Milch eigentlich schmecken kann, der bezahlt dann auch gern mehr.

Wird die Arbeit der Bauern genug geschätzt?

Die Agrargenossenschaft "Reinstädter Grund" in Reinstädt 20 min
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Hier das Gespräch mit Udo Große zum Nachhören.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Fr 27.09.2019 19:40Uhr 20:19 min

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UG: Naja, wir haben noch einen recht guten Ruf. Aber insgesamt wird unsere Arbeit nicht genug gewürdigt. Dabei ist die Ernährung elementar! Noch bevor wir verreisen, uns kleiden etc. müssen wir erstmal essen und trinken. Aber die Menschen kennen keine Not mehr, Nahrung ist selbstverständlich und wird deshalb zu wenig  geschätzt. Wenn die Landwirtschaft als Ernährer einen anderen Stellenwert hätte, weil die Produkte einen vernünftigen Preis hätten, wäre das anders.

RW: Die Frage ist, was will diese Gesellschaft für eine Landwirtschaft? Ich wünsche mir eine enkeltaugliche. Es wird viel geredet über bäuerliche Themen derzeit. Und zwar in der ganzen Gesellschaft. Das ist gut. Aber die Landwirtschaft muss wirklich in die Mitte der Gesellschaft. Bauern müssen mitreden, nicht nur Umweltaktivisten und Politiker.

Woher nehmen Sie dann ihre Motivation?

UG: Wer mit Fleisch und Blut Bauer ist, hat von Haus aus eine große Motivation. Aber es ist schwierig, das jungen Menschen zu vermitteln, ihnen den Beruf schmackhaft zu machen. Und ich zweifle dran, dass das beim Öko-Bauern anders ist. Auch der muss ja seine Familie ernähren. Wir haben zumindest große Probleme, Nachwuchs zu finden. Momentan haben wir zwei Lehrlinge.

RW: Jeden Tag, wenn ich aufstehe, bin ich motiviert. Ich habe einen tollen Beruf, bin glücklich damit. Ich arbeite mit meiner Frau zusammen und ob die Kinder das mal fortsetzen, wird man sehen. Wir bilden zwei Lehrlinge aus und leben und arbeiten ökologisch.

Es gibt zu viel Nitrat im Boden, die EU-Düngemittelverordnung soll konsequent durchgesetzt werden - wie sehen Sie das?

UG: Da gibt es nicht nur eine Wahrheit. Fakt ist, Deutschland hat sich schwergetan, hier Regeln aufzustellen, die Verbesserungen erzielen. Und auch die Landwirtschaft hat da mächtig gebremst. Allerdings wird die Situation jetzt schlechter dargestellt, als sie eigentlich ist. Dann müssen wir uns nicht wundern, dass die EU durchgreift. Mit kleinen, moderaten Aktionen erreicht man jetzt nichts mehr. Differenzierte und zielgenaue Aktionen wären nötig, stattdessen wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Einsatz von Dünger ist wissenschaftlich errechnet und kommt aus Erfahrungen. Kein vernünftiger, erfahrener  Landwirt düngt mehr als er muss. Wenn bestehende Regeln wirklich umgesetzt würden, und vielleicht noch etwas nachjustiert, würde das schon sehr helfen. Eine pauschale Kappung bringt gar nichts. Das ruft unseren Widerstand hervor. Ich kann doch nicht alle über einen Kamm scheren. Wenn jemand auf einer Fläche zu viele Tiere hat und das Grundwasser belastet, kann doch nicht jemand anders deshalb gezwungen werden, die Düngung pauschal zu reduzieren.

RW: Momentan zieht die EU die Daumenschrauben an. Schon seit 1991 überschreitet Deutschland die Nitratwerte. Die Politik und auch die Bauern haben immer gemauert. Jetzt drohen Strafen von 850.000 Euro pro Tag und alle sind aufgeschreckt. Aber es ist ein altes Problem. 50mg Nitrat pro Liter Grundwasser sind zulässig. Und in Deutschland haben 20 Prozent der Messstellen zu hohe Werte. Jetzt wollen der Bauernverband und die Bundesregierung forschen. Aber: Für Forschung ist es jetzt zu spät. Jetzt muss gehandelt werden. Das größte Problem ist die Konzentration von Viehhaltung in großen Ställen.

Nimmt also die Politik die Landwirte nicht ernst?

UG: Was ich denen ankreide ist, dass man uns fachlich nichts zutraut. Ein ausgebildeter Landwirt  versteht die Zusammenhänge. Dem wird aber gesagt: "Du bist zu blöd deinen Düngebedarf zu berechnen". Das macht die Landwirte sauer. Ich weiß nicht, ob es noch einen Berufsstand gibt, in dem sich so viele Amateure in fachliche Dinge einmischen.

RW: Der Lobbyismus muss endlich aufhören. Wir brauchen dringend ein Agrarstrukturgesetz. Das bestimmt, wie es in 20 Jahren hier aussieht. Da müssen auch Politik und Verwaltung umdenken. Dezentrale Strukturen machen zwar mehr Arbeit, sind aber weniger anfällig. Wir müssen verhindern, dass Betriebe an fremde große Investoren fallen.

Was müsste sich ändern?

UG: Auf jeden Fall muss die Wirtschaftlichkeit gewährleistet sein. Da sind wir jetzt an der Grenze. Dabei ist die Landwirtschaft eigentlich der Kitt, der den ländlichen Raum zusammenhält. Das Lebenselixier für die ländlichen Räume. Und wir sind in der Region verwurzelt. Fremde Investoren haben vielleicht mehr Geld, aber nicht die Beziehung zur Region. Die Direktzahlungen dürfen nicht in Frage gestellt werden, sonst haut‘s uns hier die Füße weg. Unsere Produkte müssen den Preis haben, den sie wert sind. Wenn Transferleistungen reduziert werden, muss das Problem über den Markt gelöst werden. Aber wie das gehen soll, das kann ich nicht beantworten.

RW: Die Landwirtschaft muss umgebaut werden. Bauern brauchen wirtschaftliche Perspektiven. Nicht immer billiger produzieren, sondern besser. Höfe sollen sich in Richtung natur- und menschenverträgliche Bewirtschaftung umstellen. Das geht aber nur Schritt für Schritt, denn die Landwirtschaft arbeitet mit der Natur und in langen Zyklen. Und auch die Fördermittel müssen anders verteilt werden, nicht mit der Gießkanne.

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) In der AbL haben sich sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Bauern und Bäuerinnen zusammengeschlossen, wobei die Mehrzahl der Betriebe im Bereich der kleineren und mittleren Größenklassen anzusiedeln sind. Ferner zählen zu den Mitgliedern Menschen anderer Berufsgruppen, die sich als Verbraucher, Umwelt- oder Tierschützer oder als entwicklungspolitisch Engagierte für den Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft einsetzen.

Thüringer Bauernverband e.V. Der Bauernverband vertritt zahlreiche Rechtsformen, darunter sowohl größere Agrarbetriebe, als auch kleinere Familienbetriebe. Letztere sind z.B. auch satzungsgemäß ständig im Vorstand vertreten, damit ihre Interessen ausreichend berücksichtigt werden. Unter den TBV-Mitgliedern gibt es sowohl ökologisch wirtschaftende Betriebe als auch konventionell wirtschaftende Betriebe. Es gibt reine Pflanzenbaubetriebe und auch Mischbetriebe.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. September 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 05:00 Uhr

2 Kommentare

part vor 27 Wochen

Wer hat denn früher oder ganz früher die Lebensmitel erzeugt? Es gab zwar Großgrundbesitzer mit vielen Knechtschaften, doch die Mehrzahl der Lebensmittelerzeugung lag doch wohl bei den Kleinbauern, die ihreserseits den Zent leisten musste oder beim Junker verschuldet waren auf Pacht oder Kredit. Die industrielle Revolution in der Nahrungsmittelerzeugung erfolgte erst durch den Einsatz von Technik und Künstdünger, in der DDR richtig koordiniert durch zusätzlichen Einsatz von Melluration, zum Wohl für alle mit Beteiligung und Förderung der Kleinbauernwirtschaft.
Heute bestimmt das Wettgeschäft auf Wertschöpfung das Geschehen in der Landwirtschaft, Bioerzeugung fristet ein Nischendasein und die Anbaumethoden werden stets verbessert bis nichts mehr geht. Aus Steuergeldern werden dann Blühflächen bereitgestellt, die irgendwie die Dreifelderwirtschaft von einst wieder befördern. Wo aber Tierfabriken enstehen ohne Verbindungung zum ortnahen Pflanzenbau mit nachhaltiger Düngung, da ist es sch.

tierewollennichtsterben vor 27 Wochen

Nur die Waffenindustrie ist der Tier-basierten Industrie ebenbürtig. In beiden ist die Basis für Profit, Leid, Blut, Tod. Kein einziges Problem wird sich lösen, ausgenommen vielleicht die Steigerung der privaten Einnahmen. Für die Gesellschaft und die Tiere wird nichts besser! Für beide Industriezweige gibt es Alternativen. Eine Gesellschaft, die empfindungsfähige Tiere hält, um sie zu töten und zu verarbeiten und das damit verbundene Leid ausblendet oder bagatellisiert ist mehr als fragwürdig. Bauern oder Tier-industrielle Unternehmen, die auf diese „Arbeit“ auch noch stolz sind, sind nicht zu verstehen und haben mit recht große Teile der Bevölkerung gegen sich.

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