Rudolstadt/Uhlstädt-Kirchhasel Polizei stellt kiloweise Chemikalien und Sprengstoff sicher

Mehrere Kilogramm Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff hat die Kriminalpolizei Saalfeld sichergestellt. Wie ein Sprecher der Polizei bestätigte, wurden bereits am Dienstag vier Objekte in Rudolstadt und in Uhlstädt-Kirchhasel durchsucht. Gegen zwei 25 und 31 Jahre alte Tatverdächtige werde ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, ein Explosions- und Strahlungsverbrechen vorbereitet zu haben. Nach dem Strafgesetzbuch können derartige Delikte mit mehrjährigen Freiheitsstrafen geahndet werden. Von dem Vorfall hat die "Ostthüringer Zeitung" zuerst berichtet.

Blaulicht auf Polizeifahrzeug
Symbolfoto: Die Ermittler waren durch einen Zeugenhinweis auf die Tatverdächtigen aufmerksam geworden. Bildrechte: IMAGO

Der 31-Jährige soll dem Bündnis "Zivilcourage und Menschenrechte" im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt angehört haben und in dieser Funktion auch öffentlich aufgetreten sein. Laut Staatsanwaltschaft Gera wurden mehrere Flaschen Buttersäure und Magnesium- und Schwefelpulver in erheblichen Mengen gefunden, außerdem Calciumcarbid. Es soll auch funktionstüchtiger Sprengstoff gefunden worden sein.

Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten zudem eine Schreckschusswaffe und eine Cannabis-Zuchtanlage. Die Ermittler waren durch einen Zeugenhinweis auf die Tatverdächtigen aufmerksam geworden. Demnach waren an einen der Beschuldigten größere Menge Düngemittel beziehungsweise Chemikalien geliefert worden. Die beiden Männer sind auf freiem Fuß.

Das "Bündnis für Zivilcourage und Menschenrechte" erklärte am Donnerstag, seine Mitglieder lehnten Gewalt strikt ab und distanzierten sich von den Aktivitäten des ehemaligen Mitglieds. "Wir sind keine Radikalen", sagte ein Vertreter des Bündnisses der Deutschen Presse-Agentur.

Wir sind entsetzt über die Lagerung von Materialien, die zur Sprengstoffherstellung geeignet sind.

Mitteilung des "Bündnisses für Zivilcourage und Menschenrechte".

Bei der Verleihung des Thüringer Demokratiepreises 2016 hatte das Bündnis von der damaligen Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) einen Anerkennungspreis verliehen bekommen.

Die Thüringer CDU will die Sprengstofffunde zum Thema im Innenausschuss des Landtages machen. Das kündigte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Wolfgang Fiedler, an. Für Fiedler sind die näheren Umstände des Sprengstoff-Fundes Anlass für heftige Kritik an der rot-rot-grünen Landesregierung: Fiedler sagte, wenn mitten in Thüringen eine Bombenbauerwerkstatt ausgehoben wird und einer der Tatverdächtigen auch noch ein von der Landesregierung ausgezeichneter Demokratiepreisträger ist, werfe das Fragen auf. Fiedler erwartet jetzt Auskunft zum Sachverhalt und den politischen Hintergründen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 15. März 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2018, 16:38 Uhr

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29 Kommentare

17.03.2018 13:25 martin 29

@23 Hans Harz: Auch wenn die einzelnen Stoffe problemlos und legal erworben werden können - die Kombination finde ich durchaus "bemerkenswert".

Andererseits: Mit den Stoffen, die es bei mir gibt, könnten auch Straftaten begangen werden .... und in fast jedem Haushalt dürften Materialien zur Herstellung von Sprengstoffen, Brandbeschleunigern, .... gefunden werden.

Warten wir mal die Ermittlungsergebnisse ab. Ich denke, dass der MDR darüber durchaus berichten wird.

17.03.2018 12:42 maensen 28

Es ist schon bezeichnend wie schnell ein solch brisantes Thema beim MDR nach hinten rutscht. Neben der Gruppe Freital, der die ganze mediale Aufmerksamkeit galt, gibt es nun die Gruppe Rudolstadt und man wird sehen wie genau die ÖR hier berichtet. Die Insolvenz von RWE ist da wesentlich wichtiger.

Die Twitter-Queen von den Linken hat bis heute nichts verlauten lassen. Ich denke das sagt einiges über die Dame aus. Da wird Bodo sicher das Herz in die Hose rutschen, wenn er an die LTW im nächsten Jahr denkt.

[Anm.d.Red.: Schrieb im selben Duktus Torben Braga von der Thüringer AfD gestern schon auf Twitter. Seien Sie versichert, dass das Thema bei uns nicht "nach hinten rutscht". Wir bleiben dran und berichten auch weiter darüber.]

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So 15.07.2018 00:23Uhr 01:14 min

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