Covid-19 Labore überlastet: Saalfeld-Rudolstadt meldet keine neuen Corona-Zahlen

Täglich melden die Landkreise Zahlen zu neuen Corona-Fällen. Da immer mehr getestet wird, geraten die Labore mehr und mehr an die Belastungsgrenze. Folge: Testergebnisse werden mit deutlicher Verzögerung übermittelt.

Coronatest werden an Menschen durchgeführt.
Abstrich für einen Corona-Test (Symbolfoto) Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Das Landratsamt des Kreises Saalfeld-Rudolstadt hat am Mittwoch seine täglichen Corona-Meldungen ausgesetzt. Eine Sprecherin teilte mit, dass die Corona-Testergebnisse nur mit großer Verzögerung übermittelt würden, weil die Labore zunehmend überlastet seien. Erst am Donnerstag werde es neue Zahlen geben. Außerdem habe der Landkreis wegen eines Software-Updates seine Zahlen vom Dienstag erst am Mittwoch ans Robert Koch-Institut übermitteln können.

Zwei Thüringer Labore ausgelastet

Laut Gesundheitsministerium liegen die Testergebnisse im Normalfall innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor. Zuletzt hätten zwei der thüringenweit 16 Labore eine maximale Auslastung gemeldet, wodurch sich Testergebnisse verzögern.

In Thüringen wurde in den vergangenen Wochen deutlich mehr getestet als davor. In der vergangenen Woche waren es in 16 Laboren fast 43.000 Tests auf das Coronavirus. In den beiden Wochen davor waren es gar 45.000 bis 46.000 Tests. Damit stieg auch die tägliche Auslastung auf zuletzt etwa 9.500 Tests am Tag. Zum Vergleich: Mitte bis Ende August wurden wöchentlich noch rund 20.000 Tests durchgeführt, im März waren es noch 3.000.

Positivrate steigt in Deutschland und Thüringen

Auch die sogenannte Positivrate stieg in den vergangenen Wochen merklich an. Sie gibt an, wie viele der Tests positiv auf das Coronavirus ausfallen. Im gesamten Bundesgebiet erreichte sie zuletzt einen Höchstwert von 9,2 Prozent. In den Sommermonaten lag sie bei etwa einem Prozent. Nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation lässt sich daran unter anderem ablesen, dass die Zeit und die Kapazitäten der Gesundheitsämter kleiner werden, auch geringen Verdachtsfällen nachzugehen. Damit blieben auch wahrscheinlich mehr Fälle unentdeckt.

In Thüringen stieg die Positivrate nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen Wochen ebenfalls kontinuierlich. Demnach lag sie in der vergangenen Woche bei 6,6 Prozent. In der Woche davor lag der Wert bei 5,5 beziehungsweise davor bei 4,1. Das Ministerium schränkte aber ein, dass nicht alle Labore Zahlen zur Positivrate melden und sich damit kein vollständiges Bild ergebe. Neben zwei Laboren im Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz und im Universitätsklinikum Jena gehörten die anderen Labore privaten Unternehmen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 18. November 2020 | 16:30 Uhr

5 Kommentare

martin vor 8 Wochen

@akel: weshalb sollte sich "mediator" denn bitte schön zurücknehmen? Er stellt im Gegensatz zu einigen Corona-Massnahmen-"Kritikern" keine falsche Tatsachenbehauptung auf, sondern benennt seine Wahrnehmung.

Es mag sein, dass Ihnen seine Meinung nicht gefällt - aber so ist das bei Meinungsfreiheit. Auch mir fällt es bei einigen "Beiträgen" schwer, die noch unter Meinungsfreiheit zu verbuchen.

martin vor 8 Wochen

@runkel: Durch ständige Wiederholung werden Fragen nicht sinnvoller. Wenn Sie die bisherigen Antworten nicht verstanden haben oder haben verstehen wollen, würde eine Wiederholung der Antworten nur noch mehr Langeweile verbreiten.

Ines W. vor 8 Wochen

Die Testkapazitäten werden knapp.
Die Positivrate hat sich seit dem Sommer verneunfacht.
Die Intenisvbetten werden knapp.
Die Gesundheitsämter benötigen die Bundeswehr zur Unterstützung.

Seltsam und trotzdem gibt es noch immer Menschen die behaupten, dass Corona nicht gefährlich ist für uns Menschen oder unsere Wirtschaft. Die gleichen Menschen behaupten auch, dass wir einfach so weiter leben können wie bisher und es gibt genügend dumme oder verzweifelte Menschen die diesen rechten Rattenfängern auf den Leim kriechen.

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