Asylbewerber Flüchtlinge in Saalfeld demonstrieren für bessere Unterbringung

Rund 50 Menschen haben am Donnerstagvormittag in Saalfeld gegen die Abschiebung von Flüchtlingen und Rassismus demonstriert. Den Protest organisiert hatten Flüchtlinge aus Nigeria. Sie sind in der Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt untergebracht. Bei der Demonstration vom Promenadenweg bis zum Marktplatz in Saalfeld forderten sie auch bessere Lebensbedingungen für geflüchtete Familien in Rudolstadt.

Kritik an Asyl-Unterkünften in Saalfeld und Rudolstadt

So kritisierten sie, dass Familien mit zwei Kindern in der Unterkunft in einem einzigen Zimmer untergebracht werden. Laut Petra Maar, der Leiterin für Asyl, Unterkunft und Betreuung im Landratsamt, leben zurzeit 147 Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft, einem ehemaligen Krankenhaus in Rudolstadt. "Der Landkreis war immer bemüht, die Asylbewerber nach den Richtlinien und vor allem nach ihrem kulturellen Hintergrund unterzubringen", sagt Maar. Einzelne Personen in Zwei-Bett-Zimmern unterzubringen, sei nicht umsetz- und bezahlbar.

Mehrere Menschen mit Masken im Gesicht halten Plakate in der Hand.
Flüchtlinge fordern eine bessere Unterkunft in Saalfeld und Rudolstadt. Bildrechte: MDR/ Stefanie Reinhardt

Sechs Quadratmeter pro Asylbewerber

Wie viele Menschen in einem Zimmer leben - das entspricht laut Petra Maar der Thüringer Unterbringungs-und Betreuungsverordnung. Danach stehen jedem Asylbewerber mindestens sechs Quadratmeter Platz zu. In Rudolstadt seien zurzeit fünf Familien mit jeweils insgesamt vier Personen in einem Vierbettzimmer untergebracht. Dass einzelne Männer sich ein Vier-Bett-Zimmer teilen, so Petra Maar, sei normal. Je nach Dauer der Asylverfahren verbringen die Menschen in der Unterkunft ein bis vier Jahre. Weil die Gemeinschaftsunterkünfte vom Land Thüringen mit einer Pauschale finanziert werden, so Petra Maar, setze eine lockerere Unterbringung wesentlich mehr Geld vom Land voraus. Der Landkreis mit seiner angespannten Haushaltssituation sei nicht in der Lage, selbst Wohnungen für die Geflüchteten zu mieten.

Gemeinschaftsunterkunft nicht voll belegt

Zurzeit sind im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt 3.056 Flüchtlinge gemeldet, unter anderem aus Nigeria, Syrien, Afghanistan und der Türkei. Insgesamt 290 Menschen sind laut Landratsamt zurzeit in den Gemeinschaftsunterkünften in Saalfeld und Rudolstadt untergebracht. Beide Unterkünfte sind laut Petra Maar nicht voll belegt. So sei in der Unterkunft in Saalfeld Platz für bis zu 207 Menschen. Dort wohnten zurzeit 143 Personen. In der Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt könnten bis zu 210 Menschen wohnen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. November 2020 | 13:00 Uhr

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