Tropfsteine Feengrotten in Saalfeld geschlossen - Großputz hat begonnen

Seit 1914 sind die Feengrotten in Saalfeld ein Besuchermagnet. Die Öffnung als Schaubergwerk und Heilstollen hat aber auch eine Kehrseite: Künstliches Licht und Sporen von außen setzen Veränderungsprozesse in Gang. Deswegen ist jedes Jahr Großreinemachen angesagt.

Blick in die Feengrotten in Saalfeld
Seit mehr als 100 Jahren können die Feengrotten in Saalfeld besucht werden. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Die Saalfelder Feengrotten werden in den kommenden Wochen fit für die neue Saison gemacht und sind deswegen für Besucher geschlossen. Bei der Revision unter Tage werden nicht nur Wege und Elektro-Anlagen überprüft und ausgebessert. Auch werden Lampen und Tropfsteine von grünem Belag aus Algen und Flechten befreit. "Der entsteht durch das künstliche Licht, die hohe Luftfeuchte und von den Besuchern eingetragene Sporen", sagte der Technische Leiter Arne Bullermann der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn wir die Tropfsteine nicht regelmäßig putzen, hätten wir irgendwann eine grüne Grotte." Dabei müssen die Fachleute äußerst vorsichtig sein, denn die Saalfelder Tropfsteine brechen sehr leicht.

Feengrotten in Saalfeld öffnen am 1. Februar wieder

Das Schaubergwerk wurde vor mehr als 100 Jahren eröffnet und begeistert seit Generationen die Besucher mit seinen farbenprächtigen Tropfsteinen. Besonders eindrucksvoll ist der "Märchendom", die älteste und eindrucksvollste Grotte. Inzwischen laden neben dem ehemaligen Bergwerk ein Heilstollen, ein Erlebnismuseum und ein märchenhafter Erlebnispark Besucher zum Verweilen ein. Die müssen sich wegen der Revisionsarbeiten nun jedoch bis 1. Februar gedulden - dann sollen die Grotten wieder in vollem Glanz strahlen.

Ein Mitarbeiter bei der Reinigung der Feengrotten in Saalfeld
Die Feengrotten in Saalfeld werden von grünem Belag aus Algen und Flechten befreit. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Wasser wird abgelassen - Farbpigmente werden gewonnen

Bauarbeiten stehen den Angaben nach auch im Heilstollen an. Dort werden Gerüste aufgebaut und neue Sicherungsnetze angebracht. Zudem wird den Quellgrotten unter Tage der Stöpsel gezogen, wie Bullermann erläuterte. Bei der Reinigung der Becken werde Eisenoxid gewonnen, das stetig aus dem Gestein gewaschen werde und sich mit der Zeit am Boden absetze. Dies werde als natürliches Ocker-Farbpigment weiterverwendet. Danach werden die Becken wieder angestaut, erklärte der Technische Leiter. Je nach Wetterlage könne dies bis zu einer Woche dauern.

Seit der Eröffnung 1914 haben mehr als 19 Millionen Menschen das Schaubergwerk besucht - im vergangenen Jahr waren es 162.500. Das seien gut 5000 Gäste mehr gewesen als 2018, erklärte Geschäftsführerin Yvonne Wagner.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 07. Januar 2020 | 16:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2020, 18:23 Uhr

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