Mehrere Polizeibeamte stehen auf einem Feld. Das Gebiet ist mit Polizeiband abgesperrt.
Am Donnerstag untersuchen Polizeibeamte in Birkigt die Unglücksstelle auf einem Feld. Bildrechte: Jürgen Kolarzik

Nach Jagdunfall bei Birkigt Verband bedauert tödlichen Jagdunfall - Ermittlungen laufen

Am Mittwochabend ist ein 56-jähriger Jäger auf einem Feld tödlich verletzt worden. Er hatte sich gemeinsam mit fünf anderen Jägern an einer Erntejagd auf Wildschweine beteiligt.

Mehrere Polizeibeamte stehen auf einem Feld. Das Gebiet ist mit Polizeiband abgesperrt.
Am Donnerstag untersuchen Polizeibeamte in Birkigt die Unglücksstelle auf einem Feld. Bildrechte: Jürgen Kolarzik

Nach dem tödlichen Jagdunfall in Birkigt bei Unterwellenborn im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft. Seit Mittwochabend läuft die Spurensuche am Ort des Geschehens. Dazu werden auch Hunde und ein Hubschrauber eingesetzt.

Mehrere Polizeibeamte stehen auf einem Feld. Das Gebiet ist mit Polizeiband abgesperrt.
Die Polizei sucht nach weiteren Spuren auf einem Feld nahe Birkigt. Bildrechte: MDR/Jürgen Kolarzik

Die Waffen der Jäger seien sichergestellt worden, teilte die Polizei mit. Sie geht davon aus, dass sechs Jäger nach einer Ernte an der Feldjagd auf Wildschweine beteiligt waren. Nach aktuellem Kenntnisstand soll gegen 18.15 Uhr mindestens ein Schuss gefallen sein, der einen 56-jährigen Jäger traf und tödlich verletzte.

Der Deutsche Jagdverband äußerte sich am Donnerstag betroffen über den Vorfall. Jeder Unfall sei einer zuviel, auch wenn es nur selten dazu komme, teilte der Verband mit. Nach seinen Angaben wurden im Jahr 2016 bundesweit neun Menschen durch Schusswaffen bei der Jagd verletzt. Im Jahr 2017 gab es zwei Tote und zwei Verletzte. Auch der Thüringer Landesjagdverband äußerte sich betroffen. Der Unfall sei eine Tragödie, sagte Geschäftsführer Frank Herrmann. Denn wenn alle gesetzlichen Regeln eingehalten werden, dann könne so ein schrecklicher Unfall eigentlich nicht passieren.

Am vergangenen Sonnabend war in Großsaara im Kreis Greiz ein Kind in einer Gartenanlage von einem Geschoss getroffen und verletzt worden. Laut Ermittlungen der Polizei stammte das Geschoss möglicherweise aus der Waffe eines Jägers, der auf einem angrenzenden Feld ebenfalls an einer Erntejagd beteiligt war. Gegen sieben an der Jagd beteiligte Männer wird nun wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung ermittelt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Juli 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2018, 20:52 Uhr

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27 Kommentare

21.07.2018 11:51 Jakob 27

Wenn man immer alles richtig macht, dann geschehen keine Fehler - "wenn alle gesetzlichen Regelungen eingehalten werden, kann nichts passieren". Würde so ein Satz richtig sein, dann könnten wir einfach den Tod gesetzlich verbieten. Geht aber nicht, denn das eine ist das Sollen und das andere das Tatsächliche.

21.07.2018 09:45 OliverM 26

Die Leute, welche hier die Jäger am lautesten verhöhnen, diese Menschen haben keine Ahnung was passieren würde wenn es keine Jäger mehr geben würde. Das Wild breitet sich aus und vermehrt sich fleißig. Die durch Wild verursachten Schäden sind jetzt schon enorm. Nicht umsonst werden solche Erntejagden durchgeführt. Und traurig wie es ist, nicht immer läuft dabei alles nach Lehrbuch.

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