Gewalttäter "Jungsturm"-Ermittlungen: Festnahme in rechtsextremer Hooligan-Szene

Seit Monaten wird in Thüringen gegen den sogenannten "Jungsturm" ermittelt. Die Gruppe wird der Hooligan-Szene um den FC Rot-Weiß Erfurt zugerechnet. Nun wurde ein 21-Jähriger festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann an schweren Gewalttaten beteiligt war.

eine Gruppe von sechs Menschen hält ein rotes Banner mit Aufschrift Jungsturm, einem Radsymbol und einem Wappen mit dem Buchstaben H, Köpfe unkenntlich gemacht
Die Polizei ermittelt gegen den "Jungsturm" wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizei hat in Thüringen erneut einen mutmaßlichen Gewalttäter aus der Fußballfan-Szene festgenommen. Nach Angaben der Polizeiinspektion Saalfeld vom Freitag handelt es sich um einen 21-Jährigen. Er sei am Mittwoch in Gotha aufgegriffen worden und habe am Donnerstag den Haftbefehl erhalten. Laut Polizei war er an verschiedenen Gewaltstraftaten beteiligt, bei denen mehrere Menschen teils schwer verletzt wurden. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Ermittlungen in Thüringer Hooligan-Szene

Die Polizei ermittelt seit Monaten gegen eine Gruppierung namens "Jungsturm" wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Sie wird der Hooligan-Szene im Umfeld des FC Rot-Weiß Erfurt zugerechnet. Bereits Ende April waren drei Männer aus der Gruppierung festgenommen worden. Sie sitzen derzeit in Haftanstalten. Vorausgegangen waren unter anderem zwei Überfälle auf Fans des FC Carl Zeiss Jena in Saalfeld-Gorndorf und Gotha im vergangenen Jahr.

Mobit stuft Jungsturm als rechtsextrem ein

Es gab Durchsuchungen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen. Die Mitglieder der Fangruppierung gelten laut Polizei als sogenannte Problemfans und sind zum Teil aktive Kampfsportler. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Thüringen (Mobit) stuft sie als rechtsextrem ein. Mitglieder der Gruppierung tauchten immer wieder im Zusammenhang mit rechten Straftaten auf, sagte ein Sprecher am Freitag.

In Thüringen sind nach Angaben des Innenministeriums rund 320 gewaltbereite Fußballfans der rivalisierenden Fußballclubs Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena registriert. 190 sind Anhänger des Jenaer, 130 des Erfurter Vereins.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. Juli 2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Steffen-Das Original vor 1 Wochen

Warst du etwa 45 an vorderster Front, oder eventuell in Syrien oder Afghanistan? Die meisten von denen waren bestimmt zumindest beim Bund. Warst du da überhaupt, oder hast du lieber gechillt? Wenn man keinen von denen kennt, sollte man seinen Mund halten. Man kann auch eine Hexenjagd veranstalten, werter MDR. Bisher ist die Beweislage sehr dünn und dürftig, in jede Richtung. Oder wie viele Geschädigte haben schon Anzeige gestellt?

Der Matthias vor 1 Wochen

Man stelle sich nur mal vor, man hätte diesen "Jungsturm" 1945 an die vorderste Frontlinie gestellt . . . diese Typen wären doch die Ersten gewesen, die beim ersten Schuss stiften gegangen wären. Alternativ könnte man sie ja auch mal für ein paar Monate nach Syrien oder nach Afghanistan schicken, dort können sie dann mal zeigen, was sie für tolle Helden das sind. Absolut lächerlich, diese rechten Maulhelden!

Tamico161 vor 1 Wochen

Zu machen diesen ohnehin unnützen Verein samt seiner „verzauberten“ Ultras und Möchtegernfans!

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