28. Juni 2020 "Schlossherr" gesucht: In Kreis Saalfeld-Rudolstadt wird Landrat gewählt

Maske bitte nicht vergessen: Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt wählen am Sonntag mehr als 89.000 Menschen einen Landrat oder eine Landrätin. In den Wahllokalen gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Hygieneregeln.

In einer Turnhalle stehen zwei Wähler mit Mundschutz hinter einem Tisch und erhalten ihre Wahlunterlagen.
Statt wie sonst in den Klassenräumen wird in der Caspar-Aquila-Schule in Saalfeld in der Turnhalle gewählt: Mit Mundschutz, Abstandsregeln sowie getrennten Ein- und Ausgängen. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhadt

Trotz der Corona-Pandemie wird am Sonntag im Kreis Saalfeld-Rudolstadt ein neuer Landrat gewählt. Dabei gelten strikte Hygienevorkehrungen in den Wahllokalen. Die mehr als 89.000 Wahlberechtigten können sich zwischen drei Kandidaten entscheiden: Amtsinhaber Marko Wolfram (SPD) tritt gegen den Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck (CDU) und Brunhilde Nauer von der AfD an. Erhält am Sonntag keiner von ihnen mehr als die Hälfte der Stimmen, kommt es zwei Wochen später - am 12. Juli - zur Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Mit Mund-Nasen-Bedeckung ins Wahllokal

Der Landrat des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, Marko Wolfram (SPD)
Landrat Marko Wolfram (SPD) stellt sich am Sonntag zur Wahl. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Das Landratsamt wollte den Termin zunächst wegen Corona auf September verschieben - mit Blick auf den Ablauf der Wahl und den Wahlkampf. Das Landesverwaltungsamt entschied jedoch anders. Der Präsident des Amtes, Frank Roßner, begründete das Festhalten am Wahltermin mit den gelockerten Corona-Bestimmungen: Nach den neuen Regeln seien Sitzungen von Wahlausschüssen ausdrücklich vom allgemeinen Veranstaltungsverbot ausgenommen. Deswegen habe das Gesundheitsamt nun mit Pandemie-Koordinatoren der Gemeinden ein Hygienekonzept erarbeitet, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte. "Wichtigste Forderungen sind die Einhaltung des Mindestabstandes und die Aufstellung von Plexiglasscheiben zwischen Wähler und Wahlvorstand", hieß es. Zudem sollen die Wähler das Wahllokal mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten. Auf Wunsch erhalten sie unbenutzte Stifte, um ihr Kreuz zu machen. Einige Gemeinden hätten kleine Wahllokale, in denen nicht genug Abstand eingehalten werden kann, aussortiert oder die Lokale verlegt.

Zwei Männer und eine Frau stellen sich zur Wahl

Brunhilde Nauer, AfD-Kandidatin bei der Landratswahl im Kreis Saalfeld-Rudolstadt.
Brunhilde Nauer tritt für die AfD-Kandidatin bei der Landratswahl an. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Das Amt des Landrates wird für sechs Jahre vergeben. In fast allen Thüringer Landkreisen waren vor zwei Jahren neue Landräte gewählt worden. Der Kreis Saalfeld-Rudolstadt ist aus dem normalen Turnus ausgeschert, weil 2014 der damalige Landrat Hartmut Holzhey (parteilos) aus gesundheitlichen Gründen vor Ablauf seiner Amtszeit zurückgetreten war. Als sein Nachfolger setzte sich damals Marko Wolfram in der Stichwahl durch. Der 46-Jährige aus Probstzella war zuvor 1. Beigeordneter des Landkreises sowie Bürgermeister seiner Heimatstadt. Seine erneute Kandidatur wird auch von der Linken und den Grünen unterstützt. CDU-Herausforderer Kowalleck ist Betriebswirt und sitzt seit 2009 im Landtag. Dort ist der 45-Jährige finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Die AfD-Kandidatin Nauer, Jahrgang 1959, ist von Beruf Gartenbauingenieurin und arbeitet am Landesrechnungshof.

Maik Kowalleck (CDU) spricht im Plenarsaal des Thüringer Landtages.
Maik Kowalleck sitzt für die CDU im Thüringer Landtag und will nun Landrat werden. Bildrechte: dpa

Der neue Landrat hat sein Büro im einstigen Saalfelder Residenzschloss. Der Kreis Saalfeld-Rudolstadt hat laut Landesamt für Statistik rund 103.000 Einwohner. Gemessen am Industrieumsatz gehört er zu den wirtschaftsstärkeren Regionen Thüringens. Im Ranking der 23 Kreise und kreisfreien Städte rangierte die Region im vergangenen Jahr auf Platz 6. Kulturell macht der Landkreis alljährlich vor allem mit dem Rudolstadt-Festival weit über seine Grenzen hinaus von sich reden - es gilt als größtes Festival für Folk- und Weltmusik in Deutschland. Dieses Jahr fällt es allerdings wegen der Corona-Pandemie aus.

Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. Juni 2020 | 19:00 Uhr

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