Zahlreiche Menschen bei der Einweihung einer Bundesstraße
Feierliche Eröffnung am Mittwoch Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Straßenbau Neugebaute B90 bei Nahwinden feierlich eröffnet

Es ist ein Vorweihnachtsgeschenk - für Pendler, Handwerker, Logistiker und Spediteure, die jetzt auf der neuen Bundesstraße 90 aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gen A71, in Richtung Erfurt und zurück fahren können und so deutlich Zeit sparen. Aber auch für die Einwohner von Nahwinden, Stadtilm, Griesheim und Marlishausen, die dadurch deutlich weniger Verkehr ertragen müssen.

Zahlreiche Menschen bei der Einweihung einer Bundesstraße
Feierliche Eröffnung am Mittwoch Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Die neue Bundesstraße 90 ist am Mittwoch eröffnet worden. Bei Nahwinden im Ilm-Kreis gab Thüringens Verkehrsministerin Birgit Keller die B90n am Mittag für den Verkehr frei. Die ersten Fahrzeuge sollten ab Nachmittag rollen.

Der 13,8 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Nahwinden und der Autobahn 71 war der letzte des Neubaus der Bundesstraße 90 von Rudolstadt bis zur Thüringer-Wald-Autobahn. Er ersetzt die Landstraße 1048, die bisher über Stadtilm, Hohes Kreuz und Marlishausen zur A71 führte. Nach Angaben des Verkehrsministeriums kostet der Abschnitt zur Anschlussstelle Traßdorf etwa 52,5 Millionen Euro. Die Kosten werden vom Bund getragen. Sie lagen nach Angaben der bundeseigenen Planungsgesellschaft Deges für Verkehrsprojekte um 2,5 Millionen Euro über dem ursprünglichen Plan. Grund seien unter anderem unvorhersehbare Erdarbeiten gewesen. So musste beispielsweise bei Geilsdorf ein 400 Meter langer Hang aus porösem Gestein durch ein Drahtgeflecht gesichert werden.

Über 15.000 Fahrzeuge auf der neuen Trasse

Spatenstich für neuen Abschnitt der Bundesstraße B90 bei Stadtilm. Von links nach rechts: Die CDU-Bundestagsabgeordnete Carola Stauche, Parlamentarischer Staatssekretär Jan Mücke aus dem Bundesverkehrsministerium, Staatssekretärin Inge Klaan aus dem Thüringer Bauministerium und der CDU-Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski. Rechts auf Spaten gelehnt: der FDP-Landtagsabgeordnete Heinz Untermann. Hinten: Vertreter der bundeseigenen Baugesellschaft Deges.
Spatenstich für den neuen Abschnitt der B90 bei Stadtilm. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Über 15.000 Fahrzeugen werden täglich auf der neuen Trasse erwartet. Der Abschnitt von Nahwinden nach Stadtilm wird besonders von den Verkehrsteilnehmern herbeigesehnt. Bisher mussten sich die Fahrzeuge über eine enge Landstraße durch etliche Dörfer in Richtung Autobahn quälen. Die Ortsdurchfahrten von Griesheim, Stadtilm, Marlishausen und Nahwinden werden vom Durchgangsverkehr entlastet und der Anteil des Schwerlastverkehrs reduziert. Die B90 war bereits teilweise ausgebaut, wie etwa zwischen Sundremda und Lichstedt, auch der Pörzbergtunnel bei Rudolstadt ist seit Jahren fertig. Der neue Abschnitt ist zweispurig, verfügt laut Ministerium aber an einigen Stellen über einen Überholstreifen.

Landkreis Saalfeld-Rudolstadt besser angeschlossen

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt begrüßt man die Inbetriebnahme der neuen B90. Landrat Marko Wolfram (SPD) sagte MDR THÜRINGEN, der Lückenschluss zur A71 sei eine deutliche Verbesserung, sowohl für die Unternehmen als auch die Autofahrer. Der Landkreis habe lange für einen Neubau der B90 gekämpft. So habe man 2010 ein Aktionsbündnis gegründet, das mehr als 15.000 Unterschriften für den Ausbau der Straße gesammelt hat. Dennoch, so Wolfram, sei es für alle Beteiligten eine frustrierende Erfahrung gewesen, wie wenig Gehör das Anliegen in den Verkehrsministerien von Land und Bund einst gefunden habe.

Wirtschaft soll profitieren

Zahlreiche Menschen bei der Einweihung einer Bundesstraße
Der letzte freigegebene Streckenabschnitt ist knapp 14 Kilometer lang. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Auch der ehemalige Landrat Hartmut Holzhey hatte sich für den Neubau eingesetzt. Mit der Inbetriebnahme würde ein nicht unerheblicher Standortnachteil der hiesigen Wirtschaft beseitigt, sagte Holzhey MDR THÜRINGEN. Der Unternehmer geht davon aus, dass sich dies in verstärkten Investitionen und in zukunftssicheren Arbeitsplätzen niederschlagen wird. So wäre etwa die Neuansiedlung eines Verpackungsmittelwerkes in Saalfeld ab 2018 ohne den Neubau der Strecke nicht möglich gewesen.

Markus Daniel, Geschäftsführer der Optimax Logistik und Speditions GmbH in Saalfeld, rechnet damit, dass seine Lkw-Fahrer durch den Neubau bis zu 15 Minuten an Zeit einsparen. Täglich sind bis zu zehn seiner Lkw auf der Strecke in Richtung Rotterdamm unterwegs. "Das wird jetzt ein gemütliches Durchfahren und die Fahrer müssen nicht mehr über die Dörfer", sagte Daniel dem MDR THÜRINGEN.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 20. Dezember 2017 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2017, 20:04 Uhr

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7 Kommentare

22.12.2017 09:24 pkeszler 7

Wenn schon eine vierspurige Strasse aus Kostengründen nicht zu verwirklichen war, dann hätte man zumindest eine dreispurige Strasse bauen müssen, um wechselseitig die LKW überholen zu können. Das hat sich jedenfalls in anderen Bundesländern sehr bewährt.

21.12.2017 23:44 Buchheim 6

Ich kann den Kommentar des Herrn Jörg Schönfeld absolut nicht nachvollziehen. Er meckert wegen 3 min längerer Fahrzeit rum. Genau solche Bürger braucht das Land nicht. Nur Vorteile aus eigener Sicht sehen. Stehen sie einfach 5 min eher auf dann haben sie 2 min Zeit sich noch ein wenig aufzuregen.

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