Ermittlungen Drei Festnahmen: Razzien in Hooliganszene in Thüringen

Sturmhauben, Datenträger und verschiedenen Fußballfanartikel - gleich mehrere große Mengen an Beweismitteln stellte die Polizei bei Razzien in Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg, Erfurt, Kirchheim, Sondershausen und Halle sicher. Auch drei Männer im Alter von 26 bis 28 Jahren wurden festgenommen.

Gewaltbereite Hooligans
Gewaltbereite Hooligans (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

Bei Razzien in verschiedenen Orten in Thüringen sind am Dienstagmorgen drei Männer festgenommen worden. Im Fokus der Durchsuchungen standen gewaltbereite Fußballfans aus der Hooliganszene. Die Beamten rückten in Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg, Erfurt, Sondershausen und in Kirchheim im Ilm-Kreis aus. Auch in Halle gab es eine Razzia. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Die drei festgenommenen Männer im Alter von 26 bis 28 Jahren sollen laut Polizei an verschiedenen Gewaltstraftaten beteiligt gewesen sein, bei denen mehrere Personen teilweise schwer verletzt wurden. Wie ein Sprecher sagte, sind alle drei Männer der Polizei als rechte Straftäter bekannt. Die Beamten stellten in den durchsuchten Objekten größere Mengen an Beweismitteln wie Sturmhauben, Datenträger und verschiedene Fußballfanartikel sicher.

Gruppierung "Jungsturm" gilt als kriminell

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte es Razzien in der Hooliganszene in Thüringen gegeben. Damals wurden mehrere Tatverdächtige identifiziert und festgenommen.

Jungsturm-Fahne im Erfurter Fanblock
Die "Jungsturm"-Fahne im Erfurter Fanblock. Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Zu ihnen gehörten auch Mitglieder der Fangruppierung "Jungsturm". Diese Gruppierung soll zur Hooliganszene des FC Rot-Weiß Erfurt gehören. Wie die Polizei mitteilte, gelten die Mitglieder als Problemfans und sind zum Teil aktive Kampfsportler. Die Beamten gehen davon aus, dass es sich bei "Jungsturm" um eine kriminelle Vereinigung handelt, aus der heraus verschiedenen Gewaltstraftaten verübt worden. Einzelne Mitglieder dieser Gruppierung waren nach Polizeiangaben auch an einem Übergriff auf Fußballfans des FC Carl Zeiss Jena am 27. Juni 2019 auf dem Hauptbahnhof in Gotha beteiligt.

Verbindungen in die europäische Neonazi-Szene

Nach MDR THÜRINGEN Informationen handelt es sich bei der Gruppe "Jungsturm KEF" um eine rechtsextreme Hooliganvereinigung mit engen Verbindungen in die militante europäische Neonazi-Szene. In den vergangenen Jahren reisten Mitglieder der Gruppe zum Beispiel immer wieder nach Bulgarien.

Fotos zeigen Jungsturm-Mitglieder mit lokalen Neonazi-Hooligans. Mehrere Mitglieder sind außerdem aktiv im rechtsextremen Kampfsportmilieu, wo Neonazis den Straßenkampf trainieren. Bilder, die die linke Rechercheplattform exif veröffentlichte zeigen Aufnahmen mutmaßlicher Jungsturm-Mitglieder im Jahr 2019 beim Neonazi-Kampfsportturnier "Tiwaz" bei Zwickau. Die Gruppe existiert bereits seit Jahren, zum "Jungsturm" und seinem Umfeld gehören mehrere polizeibekannte Neonazigewalttäter. Szenekenner schätzen den harten Kern der Gruppierung auf bis zu zehn Personen, das engere Umfeld auf rund 20 Personen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 28. April 2020 | 10:00 Uhr

5 Kommentare

martin vor 31 Wochen

@normalo: Könnte sein - muss aber nicht. Menschen die Spaß an körperlicher Gewalt (gegen Andersdenkende) haben, können auch Fußballfans sein. Genauso wie man Punk und Fußballfan oder Opernfan und Fußballfan sein kann.

pkeszler vor 31 Wochen

Wer sich schon als "Mitglieder der Fangruppierung "Jungsturm"" bezeichnet, hat als Fußballfan bestimmt nichts Gutes im Sinn. Wer solche Mitglieder hat, muss sich doch nicht wundern, wenn RWE unter geht.

Stefan Der vor 31 Wochen

Bitte lieber MDR. Unterscheidet doch mal bitte zwischen Ultras und Hooligans. Das von euch verwendete Bild zeigt definitiv Ultras. Diese wollen zumeist nichts mit dengewalttätigen Hooligans zu tun haben. Das sollte doch mal angekommen sein.

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