Für mehr Tourismus Saalfeld führt Kurtaxe ein

Dank des Heilstollens in den Feengrotten trägt Saalfeld seit Anfang 2018 den Status "Kurort". Ab 1. April will die Stadt von ihrem Recht als Kurstadt Gebrauch machen und von Urlaubsgästen eine Kurtaxe einfordern. Mit den Einnahmen soll die Stadt schöner werden.

von Stefanie Reinhardt

Das Blankenburger Tor in der Fußgängerzone im Stadtzentrum.
Saalfeld lockt Besucher mit den Feengrotten und einer gut erhaltenen historischen Altstadt. Bildrechte: dpa

Eigentlich sieht Hotelier Marcus Michel der Kurtaxe gelassen entgegen. "Die Kurtaxe an sich, finde ich gut", sagt der Hotelier, der gemeinsam mit seiner Familie das Drei-Sterne-Hotel Bergfried mit Restaurant und 60 Betten betreibt. "Wenn das der Stadt zugute kommt und dadurch etwas voran geht, ist das eine gute Sache", findet er.

Sorgen, dass wegen der Kurtaxe die Gäste ausbleiben, macht er sich nicht. Kopfzerbrechen macht ihm allerdings, was in den nächsten Wochen noch kommt - bis zum Start der Kurtaxe. Denn, wie er die Kurtaxe von seinen Gästen genau erheben wird, weiß er noch nicht. Mitte März will die Stadt die Gastgeber über das Computersystem informieren. "Es bleibt spannend, ob das ein Papiertiger wird oder ob wir das digital machen können", sagt Michel.

Keine Kurtaxe für Kinder und Tagesgäste

Ab 1. April sollen er und seine Kollegen dann zwei Euro pro Nacht zusätzlich zum Zimmerpreis von den Urlaubsgästen abrechnen. Um Tagesgäste und Familien mit Kindern vom Besuch in Saalfeld nicht zu vergraulen, macht die Stadt eine Reihe Ausnahmen. So müssen Tagesgäste keine Kurtaxe zahlen.

Auch Kinder bis sechs Jahre sind ausgenommen. Kinder ab sieben Jahren zahlen die Hälfte. Auch das zweite Kind zahlt die Abgabe nicht, sagt Bürgermeister Steffen Kania (CDU). "Wir wollen damit zeigen, dass wir eine familienfreundliche Stadt sind."

Die Urlauber erhalten im Gegenzug eine Kurkarte und mit ihr Rabatte in Geschäften und Museen. Außerdem können sie damit kostenlos Busfahren, nicht nur in Saalfeld, sondern auch in der Region.

Einnahmen sollen Stadtbild zu Gute kommen

Absperrung an Stadttor Saalfeld
Mit den Geldern aus der Kurtaxe soll die Stadt verschönert werden. Erster Schritt: Die drei Stadttore in Saalfeld werden ausgebaut und begehbar gemacht. Als erstes wird zurzeit das Obere Tor umgebaut. Bildrechte: MDR/Steffi Reinhardt

Bei rund 106.000 Übernachtungen pro Jahr in Saalfeld verspricht sich der Bürgermeister rund 185.000 Euro Einnahmen aus der Kurtaxe. Die Gelder sollen genutzt werden, um das Stadtbild zu verbessern. "Wir wollen damit Spielplätze und Grünflächen verschönern, und Graffitis beseitigen", sagt Kania. "Außerdem solle die Lebensqualität in Saalfeld steigen und die Innenstadt belebt werden. Insgesamt gebe es 17 Städte mit Kurstatus in Thüringen. Laut Kania würden bereits alle, außer Saalfeld und Bad Blankenburg, eine Kurtaxe erheben.

Tourismus-Angebote ausbauen

Zusätzlich zu den Einnahmen aus der Kurtaxe erhält Saalfeld seit 2018 pro Jahr rund 370.000 Euro aus dem sogenannten Kurlastenausgleich vom Land Thüringen. Zusammen mit diesen Fördergeldern will die Stadt die Tourismus-Angebote ausbauen.

Die Voraussetzungen seien gut, meint Kania. "Saalfeld hat mit den Feengrotten ein absolutes Alleinstellungsmerkmal", sagt er. "Aber wir haben auch eine sehr gut erhaltene historische Innenstadt. "Wir nutzen diese Potenziale aber noch zu wenig." Den ersten Schritt, den Stadtkern touristisch zu stärken, macht die Stadt gerade mit dem Ausbau des ersten von insgesamt vier Stadttoren: Das Obere Tor soll ab Ende März begehbar sein und den Besuchern ein Stück Stadtgeschichte erzählen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 15. Februar 2020 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2020, 13:39 Uhr

1 Kommentar

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 7 Wochen

Ein Heilbad in den Feengrotten ? Na dann, Wellness in Bad Saalfeld - pur !

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