Test an Talsperre Zehntausende Liter schießen durch die Rohre

Erst seit 2013 ist die Talsperre Leibis/Lichte in Betrieb. Damit ist sie die jüngste Talsperre Deutschlands. Regelmäßig müssen die Sperrarmaturen an den drei Grundablässen der Staumauer getestet werden. Dann schießen bis zu 11.000 Liter durch die Rohre. Ein Spektakel für Besucher.

Ein Wasserstrahl kommt aus der Staumauer und fließt in die Lichte 1 min
Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Die Talsperre Leibis/Lichte versorgt Ostthüringen mit Trinkwasser. Regelmäßig müssen ihre Sperrarmaturen an den drei Grundablässen der Staumauer getestet werden. Ein Spektakel für Besucher.

Fr 20.11.2020 13:30Uhr 00:43 min

https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saalfeld-rudolstadt/video-talsperre-leibis-lichte-test-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Beim Test der Sperrarmaturen an den drei Grundablässen der Staumauer an der Talsperre Leibis/Lichte schießen 11.000 Liter Wasser pro Sekunde durch jedes der Rohre. Vor dem Maschinenhaus, am Grund der Staumauer ist ein Tosbecken, hier schießt das Wasser hinein und verwirbelt. Wellen türmen sich auf und Gischt spritzt meterweit. Nach ein paar Minuten ist das Schauspiel vorbei und im kleinen Flüsschen Lichte sinkt der Wasserspiegel wieder.

Wasserschwall nur im Winterhalbjahr

Einer der Schieber, von den Fachleuten Klappe genannt, war im Sommer zur Reparatur beim Hersteller. Zur Sicherheit sind immer zwei Schieber hintereinander eingebaut, deshalb gab es im Betrieb der Talsperre in dieser Zeit keine Probleme. Aber seit dem Einbau konnte diese Klappe nicht unter Last getestet werden. Für den Test bei voller Durchströmung wird der Grundablass geöffnet und wenn das Wasser mit 11.000 Litern pro Sekunde fließt wird die Klappe geschlossen. Dabei entsteht ein Geräusch, das einem durch den ganzen Körper geht, ein tiefes grummeln und brummen das im ganzen Bau zu hören ist.

Trinkwasser für Ostthüringen

Das Wasser aus der Lichte ist die Grundlage für das Trinkwasser in vielen Orten in Ostthüringen. Durch den Lichtestollen und durch Rohre fließt das Wasser nach Zeigerheim bei Rudolstadt. Von dort aus versorgt die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) Städte wie Saalfeld, Gera, Greiz und Altenburg mit weichem Wasser. Elektrischer Strom ist dabei nur ein Abfallprodukt. Eine verhältnismäßig kleine Turbine mit Generator (520 kW) steht am Fuße der Staumauer, das Trinkwasser ist das eigentliche Produkt und das fließt über natürliches Gefälle ins Zeigerheimer Wasserwerk.

Ein Mann steigt von einer Leiter an der Turbine der Talsperre Leibis/Lichte
Ein Techniker an eine der Ablassklappen im inneren der Sperrmauer. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Jüngste Talsperre Deutschlands

Die Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte ist seit 2013 in Betrieb, die jüngste in Deutschland. Im Vollstau sind 38,9 Millionen Kubikmeter Trinkwasser hinter der Staumauer, gewöhnlich bleiben 5,6 Millionen Liter Platz für Hochwasser. Baubeginn der 102,5 Meter hohen Gewichtsstaumauer war 2001. Vier Jahre hat es gedauert die 620.000 Kubikmeter Beton in das enge Tal der Lichte zu bauen. Die Staumauer ist die zweithöchste in Deutschland.

Die Staumauer der Talsperre Leibis/Lichte von oben
Die Staumauer der Talsperre Leibis/Lichte ist die zweihöchste Talsperre in Deutschland. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 19. November 2020 | 16:49 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Saalfeld - Pößneck - Schleiz - Eisenberg

Mehr aus Thüringen

Reporter hält verpackten Weihnachtsbaum 3 min
Bildrechte: MDR/Mitteldeutscher Rundfunk