Landeszahnärztekammer Spanner-Zahnarzt droht Berufsverbot

Dem verurteilten Geraer Zahnarzt, der seine Praxismitarbeiterinnen jahrelang heimlich gefilmt hatte, drohen nun auch berufsrechtliche Konsequenzen. Nach Angaben der Thüringer Landeszahnärztekammer werden seine Approbation und seine Kassenzulassung geprüft. Sollten ihm die Zulassungen entzogen werden, darf der Mann nicht mehr als Zahnarzt arbeiten. Außerdem darf er bei Entzug der Zulassung durch die Kassenzahnärztliche Vereinigung keine Patienten der Gesetzlichen Krankenkassen mehr behandeln.

Waage mit zwei ausgeglichenen Waagschalen
In erster Instanz wurde der Zahnarzt zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Bildrechte: colourbox.com

Das Amtsgericht Gera hatte den Mann im September 2013 zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Richter sprachen den 52-Jährigen in 211 Fällen schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zahnarzt und Staatsanwaltschaft haben Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Ermittler hatten auf Datenträgern des Arztes knapp 7.500 Dateien mit den heimlichen Videoaufnahmen gefunden oder wiederherstellen können. Den Angaben nach sind die Frauen in den Videoaufnahmen in Unterwäsche oder gar nackt zu sehen. Entdeckt hatten die Videoaufnahmen die Frauen selbst – durch einen Zufall. Beim Saubermachen hatten sie einen Schlüssel gefunden. Er passte in das Zimmer, zu dem der Zutritt nicht gestattet war. In Abwesenheit des Zahnarztes öffneten sie Tür und fanden eine hochtechnisierte Überwachungsanlage vor. Die Verteidigung des Zahnarztes hatte den Frauen deshalb  Hausfriedensbruch vorgeworfen und verlangt, dass die Videoclips vor Gericht nicht verwertet werden. Einen entsprechenden Antrag zu Beginn des Prozesses hatte das Gericht aber abgelehnt.

Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2014, 14:06 Uhr

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