Landesparteirat in Stadtroda Thüringer Grüne verzichten auf Doppelspitze im Wahlkampf

Die Thüringer Grünen verzichten bei der Landtagswahl im nächsten Jahr auf eine Doppelspitze und werden stattdessen nur eine Spitzenkandidatin ins Rennen schicken. Das hat der Landesparteirat am Samstag in Stadtroda beschlossen.

Anja Siegesmund und Dirk Adams
Anja Siegesmund und Dirk Adams führten die Grünen bei der Landtagswahl 2019 als Spitzenduo an. Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

Der Antrag, den der Landesvorstand eingebracht hatte, wurde jedoch kontrovers diskutiert. Vor allem die grüne Jugend drängte darauf, die Tandemlösung mit zwei Frauen als Spitzenkandidatinnen fortzuführen. Sie scheiterte aber mit einem entsprechenden Änderungsantrag. Im vergangenen Jahr hatten Anja Siegesmund und Dirk Adams die Partei in den Wahlkampf geführt. Mit 5,2 Prozent der Stimmen schafften es die Grünen aber nur knapp in den Landtag.

Partei beschwört Geschlossenheit

Damit sich das enttäuschende Ergebnis bei der Neuwahl nicht wiederholt, mahnten viele Redner zu mehr Geschlossenheit. "2021 wird ein harter Ritt", sagte Umweltministerin Anja Siegesmund, die als mögliche Spitzenkandidatin gilt. Ins gleiche Horn stieß auch Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich. "Unser Hauptaugenmerk muss auf dem Team liegen", sagte sie. Dem stimmte auch Justizminister Dirk Adams zu. Geschlossenheit und Einigkeit seien die Währung, mit der man in der Politik zahlen müsse, sagte er.

Verschiebung der Landtagswahl nicht ausschließen

Außerdem zeigte sich die Partei offen, die Neuwahl zu verschieben. Astrid Rothe-Beinlich verwies dabei auf die wieder steigenden Infektionszahlen. Mit Blick auf die Corona-Pandemie sei ungewiss, was im Frühjahr passiere, sagte Rothe-Beinlich in Stadtroda. Es sei daher unredlich, eine Verschiebung des Termins auszuschließen. Nach der Stabilitätsvereinbarung der Minderheitskoalition von Linke, SPD und Grünen mit der oppositionellen CDU ist die Wahl bislang für den 25. April geplant. Voraussetzung für eine Verschiebung sei allerdings, dass sich alle vier Parteien darauf einigen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 19. September 2020 | 18:00 Uhr

10 Kommentare

DER Beobachter vor 4 Wochen

Sie zitieren ausgerechnet aus dem Bericht einer Öko- und Armuts-NGO, also von den Gutmenschen? Aber dann bitte auch richtig und vollständig: "Die reichsten zehn Prozent (630 Millionen) seien in dieser Zeit für mehr als die Hälfte (52 Prozent) des CO2-Ausstoßes verantwortlich gewesen. Das reichste Prozent (63 Millionen) allein habe 15 Prozent verbraucht, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur für sieben Prozent verantwortlich gewesen sei."
Übrigens gehört mindestens unsere "Mittelschicht" und mehrheitlich auch unsere "Unterschicht" zu den reichsten 10%, die hier gemeint sind. Angesichts des Lebensstils verbreiteter Teile unserer Unterschicht würde ich sogar sagen, dass sie mit zu den Hauptdreckverursachern zählen...

Grosser Klaus vor 4 Wochen

Vielleicht haben sie meine Fragen nicht verstanden: Was gibt es konkret an den Thüringer Grünen zu kritisieren? Oder soll hier nur genölt und gejammert werden?

Nawienn vor 4 Wochen

Grosser Klaus,
leben Sie denn auf einen anderen Planeten
sodaß Sie nicht merken was diese grünen Hanseln
mit gerade mal 5% Wählergunst uns aufdrücken wollen
und schon aufgedrückt haben !!!!
Einen schönen Tag noch....

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