Öffentlicher Nahverkehr Gera kann weiter auf Fördermittel für Straßenbahnen hoffen

Gera kann nach einer geplatzten Sondersitzung des Stadtrats doch noch auf Fördermittel für neue Straßenbahnen hoffen. Wie das Infrastrukturministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, könnte die Frist für den Fördermittelantrag von Ende April auf den 6. Juni verlängert werden. Voraussetzung dafür sei, dass der Geraer Verkehrsbetrieb bis dahin nachweist, wie er den Eigenanteil aufbringt.

Menschen vor einer Straßenbahn
Tatra-Straßenbahn in Gera - hier ein umgerüstetes Modell mit einem barrierefreien Mittelteil. Bildrechte: MDR/Franziska Heymann

Angemeldet hat der GVB laut Ministerium einen Fördermittelbedarf von 19,8 Millionen Euro für zwölf neue Straßenbahnwagen - die Hälfte der Gesamtinvestition. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hatte die Kommunalaufsicht die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung für nicht zulässig erklärt, sodass die Sondersitzung des Stadtrats am Donnerstagabend kurzfristig abgesagt wurde.

GVB, Stadtverwaltung und Stadtratsfraktionen streiten seit Monaten darüber, wie viele Straßenbahnen beschafft und wie sie finanziert werden sollen. Der Verkehrsbetrieb muss 40 Jahre alte Tatra-Straßenbahnen ersetzen, die noch zu DDR-Zeiten beschafft wurden. Diese Fahrzeuge sind nicht barrierefrei, was für den öffentlichen Nahverkehr ab 2022 aber Vorschrift ist. Der Verkehrsbetrieb verweist zudem auf die hohen Reparaturkosten der Tatras.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. April 2020 | 15:00 Uhr

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