Politik Das wollen die Kandidaten bei der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis

Im Saale-Orla-Kreis wird am Sonntag ein neuer Landrat gewählt. Die Bürger können sich nur für einen von zwei Kandidaten entscheiden: CDU-Amtsinhaber Thomas Fügmann oder SPD-Konkurrentin Regine Kanis.

von Stefanie Reinhardt

Die Zügel an der Spitze der Kreisverwaltung in Schleiz - die hatte Thomas Fügmann in den vergangenen sechs Jahren in der Hand. Wenn es nach dem 63-Jährigen geht, dann könnte es nach der Landratswahl am Sonntag noch einmal sechs Jahre lang so weitergehen. Denn Fügmann sieht seinen Landkreis auf einem guten Weg. Das würden die Zahlen deutlich machen: "Als ich den Landkreis übernommen habe, lag die Arbeitslosenquote bei rund sieben Prozent, jetzt liegt sie bei rund vier Prozent", sagt der CDU-Politiker. Das zeige die gute wirtschaftliche Entwicklung im Kreis.

Thomas Fügmann (CDU), Landrat des Saale-Orla-Kreises, wurde am 14.01.2018 wiedergewählt.
Thomas Fügmann (CDU), Landrat des Saale-Orla-Kreises, stellt sich am 14.01.2018 zur Wiederwahl. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Auch bei Straßen und Breitbandausbau geht es voran, sagt der Kommunalpolitiker. Und: Der Haushalt des Landkreises sei zuletzt ausgeglichen gewesen. Sieben Millionen Euro Schulden habe der Landkreis in den vergangenen sechs Jahren abgebaut.

Bestimmt wurde seine Amtszeit von der lange geplanten Gebietsreform der rot-rot-grünen Landesregierung. Fügmann pochte auf die Selbstständigkeit des Kreises und den Erhalt von Schleiz als Kreisstadt mit seinen rund 8.000 Einwohnern. Denn hier sitzt die Verwaltung - und mit der Kreissparkasse einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Fügmann reichte Verfassungsklage gegen die Reform ein und rief zu Protesten vor dem Landratsamt auf.

Seitdem die Gebietsreform vom Tisch ist, haben sich andere Themen im Landkreis in den Vordergrund gedrängt. Dazu gehören geplante Windkraftanlagen. Nach den Plänen der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen sollen im Saale-Orla-Kreis neun neue Vorranggebiete für Windräder entstehen. Ende 2017 hieß es aus dem Landratsamt, dass Anträge von Windkraftbetreibern für sieben dieser Gebiete vorliegen. Fügmann sieht die Pläne kritisch - und spricht sich vor allem gegen Windräder im Wald aus. "Weil durch sie die Natur zerstört und der Tourismus in der Region behindert wird."

Badeinseln und Schulsanierung

Gerade den Tourismus will die Region ankurbeln. Vor allem rund um den Bleiloch- und Hohenwartestausee soll es vorangehen. Gemeinsam mit dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt entstehen schon seit Jahren Pläne für das Tourismusprojekt "Thüringer Meer". Im Laufe dieses Jahres soll es nun erste sichtbare Schritte geben. "Ab Mai, Juni soll es mit Arbeiten in Saalburg und an der Sperrmauer am Bleilochstausee losgehen." Gebaut werden sollen Badeinseln und eine Ferienhaussiedlung. "Wir wollen jetzt die touristische Entwicklung dort massiv vorantreiben", so Fügmann. Mit der Landesregierung hat er einen Katalog mit 50 Vorhaben abgestimmt, die in den nächsten zehn Jahren umgesetzt werden sollen - mit einem Volumen von 125 Millionen Euro. Hier sieht er die Landesregierung mit versprochener finanzieller Hilfe in der Pflicht.

Weitermachen will Fügmann im Falle einer Wiederwahl auch bei der Sanierung von Schulen. "In den vergangenen Jahren haben wir rund 47 Millionen Euro investiert", rechnet er vor. Stellenweise mussten er und die Kreisverwaltung Kritik einstecken - etwa für die in die Höhe geschossenen Kosten der Grundschulsanierung in Triptis. Fügmann dazu: "Klar ist, hier sind Fehler gemacht worden. Was genau schief gelaufen ist, wird untersucht." Die Ergebnisse sollen im Kreistag vorgestellt werden. Für ihn stehe indes fest, dass es nicht um die Veruntreuung von Geldern gehe, sondern darum, dass Informationen über höhere Kosten von einem Mitarbeiter nicht weitergeleitet wurden.

Fügmann hat außerdem angekündigt, als wiedergewählter Landrat die Öffnungszeiten von Kfz-Behörde, Zulassungsstelle, Jagd- und Waffenverwaltung, des Jugendamts und des Sozialamts in Schleiz ausweiten. "Viele Bürger haben mir gesagt, unsere Sprechzeiten wären nicht mehr modern", sagt er. Die Ämter sollten deshalb immer am ersten Dienstag des Monats bis 20 Uhr geöffnet haben. Außerdem soll es alle drei Monate einen sogenannten Behörden-Samstag geben.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 14. Januar 2018 | 18:00 Uhr

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7 Kommentare

15.01.2018 20:58 albrecht 7

herzlichen glückwunsch, rote dürfen nicht an die macht, ihr seht doch was in berlin los ist, rot kann es nicht und frau kanis schon garnicht

14.01.2018 18:36 Kein Wahlberechtigter 6

Es ist schon seltsam, der eine lehnt diesen Kandidaten ab, der andere jenen und beide werfen im übertragenen Sinne stets Unvermögen oder Schröpfung der Steuerzahler vor.
Mein Vorschlag an @3 Realist2014 und @5 Fuchsberger: Stellt euch selber als Kandidaten zur Verfügung, dann könnt ihr beweisen, wie es besser gemacht werden kann oder ansonsten einfach mal "Klappe halten". Noch nen schönen Sonntag.

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