Eisdecke nicht dick genug Experten warnen vor Betreten von Eisflächen

In Thüringen wird vor dem Betreten von Eisflächen an Talsperren gewarnt. Eine Sprecherin der Thüringer Fernwasserversorgung sagte, die teils zentimeterdicken Eisschichten verlockten zwar. Jedoch sei das Eis wegen des schwankenden Wasserspiegels nicht tragfähig. Senkt sich das Wasser unter einer geschlossenen Eisdecke, entsteht ein Hohlraum zwischen Wasserfläche und Eis. Dadurch riskiert man einzubrechen.

Nach Angaben der Thüringer Fernwasserversorgung vom Dienstag sind die im Thüringer Wald gelegenen Talsperren Lütsche (Ilm-Kreis), Scheibe-Alsbach (Landkreis Sonneberg), Erletor (Landkreis Hildburghausen) sowie die in Zeulenroda (Landkreis Greiz) und Weida (Landkreis Greiz) in Ostthüringen komplett zugefroren, die Talsperre Schönbrunn (Landkreis Hildburghausen) zu 80 Prozent. Auch mehr als 60 kleinere Wasserspeicher der Fernwasserversorgung seien von Eis bedeckt.

Zugefrorener See mit Steg
Der Stausee Friemar im Kreis Gotha hat begonnen zuzufrieren, aber die Eisfläche ist noch dünn. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

ThüringenForst warnt grundsätzlich vor dem Betreten vereister Gewässer im Wald

Laien könnten die Tragfähigkeit der Eisfächen nicht einschätzen.

Das bekannte 'mit dem Fuß auf das Eis stampfen' ist zweifelsohne eine untaugliche Prüfung.

Horst Sproßmann, Pressesprecher von ThüringenForst

Bei Betreten von Eisflächen seien "unter Last sternförmig ausstrahlende Risse nicht akut gefährlich". Erst mit der Bildung von Tangentialrissen und Ringrissen, die oft mit knallartigen Geräuschen verbunden seien, sei akute Einbruchgefahr gegeben.
Allgemein kann, so ThüringenForst, bei Eisstärken von 10 cm von einer stabilen Eisschicht, auch für mehrere Personen, gesprochen werden. 5 cm dickes Eis trägt dagegen höchsten einen leichten, einzelnen Erwachsenen. ThüringenForst warnt weiter, dass sich bei Warmlufteinbrüchen die Tragfähigkeit von Eisschichten innerhalb weniger Stunden ändern kann.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 23. Januar 2019 | 23:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 23:30 Uhr

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