Thüringen überdurchschnittlich betroffen Trauriger Rekord: So viele Pflegekräfte fehlten noch nie

In Thüringen hat sich die Lage in der Alten- und Krankenpflege weiter zugespitzt. Der Bedarf an Pflegern ist so hoch wie nie. Nach Zahlen des Bundes kommen im Freistaat auf 100 offene Stellen nur 14 Fachkräfte. Der Markt für Pfleger in Thüringen ist leergefegt. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt laut Arbeitsagentur mehr als 730 Stellen nicht besetzt. Daran konnte auch eine Kampagne des Sozialministeriums von 2014 nicht viel ändern. 22 Pflegeheime können derzeit in Thüringen die geforderte Fachkräftequote von mindestens 50 Prozent nicht erfüllen. Das teilte das Sozialministerium MDR THÜRINGEN auf Anfrage mit. Zwei stationäre Pflegeeinrichtungen dürfen deshalb momentan keine neuen Bewohner aufnehmen.

Kritik an Bezahlung

Unter dem Motto "Pflege braucht Helden" sollte das Image des Berufs aufgepeppt werden. Solange aber Altenpfleger zwischen 700 und 1.000 Euro weniger verdienten als Krankenpfleger, werde sich das Ansehen des Berufs nicht bessern, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hartung. Er fordert zudem eine Vollkasko für die Pflege. Diese könnte wie die Krankenversicherung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen finanziert werden. Zurzeit reicht das Einkommen vieler Senioren nicht, um die professionelle Pflege zu bezahlen.

Das Bundesgesundheitsministerium betonte, das im Koalitionsvertrag vereinbarte "Sofortprogramm" für 8.000 neue Fachkräftestellen in der Altenpflege sei "ein erster Schritt" zur Entlastung. Um dauerhaft mehr Personal zu bekommen, seien weitere Stellschrauben nötig, sagte ein Ministeriumssprecher. Dazu gehörten Bezahlung nach Tarif, attraktivere Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der Ausbildung, was auch angegangen werden solle.

Kritik der Beschäftigten

Eine Pflegerin bei einer Heimbewohnerin
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In den vergangenen Monaten hatten viele Pflegende über die sozialen Medien mit teilweise drastischen Schilderungen auf die aus ihrer Sicht häufig untragbaren Zustände in Altenpflegeheimen aufmerksam gemacht. Sie kritisierten vor allem zu knappe Personalausstattung sowie problematische Arbeitsbedingungen und niedrige Bezahlung.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. April 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2018, 06:54 Uhr

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10 Kommentare

26.04.2018 15:47 Renate 10

wir haben doch jetzt einen exzellenten Gesundheitsm. der schafft das schon alles,
der ist wirklich in diesem Posten einsame Spitze , bei seiner generation von 36 Jahren,
ansonstem keinerleie Ahnung von alte Menschen.

26.04.2018 13:48 Pfingstrose 9

Noch vor einigen Jahren wurden Pflegehelfer als nicht ausgebildete EX. Altenpfleger entlassen. Ex. Pflegekräfte waren nur gefragt. Nach der Wende wurden soviele Pflegekräfte und Fachkräfte ausgebildet wo sind diese gebleiben?? Wer nicht mehr das Pensum schaffte wurde entlassen ohne wenn und aber, aber anstatt die nötigen Pflegegeräte bei zu schaffen zur Erleichterung der Pflege und für die Arbeit der Pflegekräfte haberte es an allen und die pflegebedürftigen Patienten hatten und haben es im vollem Umfang auszubaden.

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