Öffentliche Sicherheit Die Landbevölkerung vermisst die Polizei

Nägel in Autoreifen, Vandalismus im Ort, Drogendealer: Auch kleine Orte wie Bad Lobenstein und Piesau werden von Kriminellen heimgesucht. Die Bürgermeister klagen, dass Polizisten fehlen oder abgezogen worden sind.

Die Bürgermeister von Bad Lobenstein und Piesau fordern mehr Polizeipräsenz in ihren Orten. Angelika Weigel, Bürgermeisterin der 750-Einwohner-Gemeinde Piesau im Thüringer Schiefergebirge, sagte: "Wir fühlen uns benachteiligt." Im ländlichen Raum sei Polizeipräsenz sehr selten. Weigel gab an, sie und ihre Familie seien seit 20 Jahren Ziel von Anschlägen. Nägel und andere scharfe Teile seien unter die Reifen von Fahrzeugen platziert worden. Zu Weihnachten 2015 hätten Unbekannte versucht, die Garage ihres Sohnes anzuzünden. Auch andere Einwohner von Piesau hätten in ihren Autoreifen schon Schrauben entdeckt, die mutwillig hineingedreht worden seien. Zwar habe die Polizei Anzeigen aufgenommen. Von den Tätern fehle bislang aber jede Spur.

Ortsansicht Piesau
Der kleine Ort Piesau im Winter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Keine Polizeidienststelle in Bad Lobenstein

Auch die Kleinstadt Bad Lobenstein im Saale-Orla-Kreis hat Probleme mit Kriminalität. Die dortige Polizeidienststelle ist vor einem Jahr geräumt worden, damit Flüchtlinge einziehen konnten. Die Polizeibeamten wurden nach Schleiz verlegt. Mittlerweile sind die Flüchtlinge wieder aus dem Polizeigebäude ausgezogen. Eine Entscheidung darüber, wie viele Polizisten künftig in Bad Lobenstein arbeiten sollen, steht noch aus.

Der parteilose Bürgermeister Thomas Weigelt sagte, seine Stadt sei unsicherer geworden, seit es keine Polizeistation mehr gibt. Randalierer hätten seitdem 20.000 Euro Sachschaden verursacht. So seien Straßenlampen vor dem Rathaus mutwillig zerstört, Blumenkübel umgeworfen und Pflanzen im Kurpark zerstört worden. Früher habe es eine Ermittlungsgruppe in Bad Lobenstein gegeben, die vor Ort agieren konnte. Heute seien diese Beamten in Schleiz und Pößneck stationiert und müssten hin- und herpendeln. Für die eigentliche Ermittlungsarbeit bleibe dann zu wenig Zeit. Weigelt sagte: "Wir haben ein Recht darauf, unseren ländlichen Raum mit der entsprechenden Polizeistruktur zu versehen."

Landespolizeidirektion: "Kein Personalproblem auf der Straße"

Die Landespolizeidirektion bestreitet, dass die Thüringer Polizei ein Personalproblem auf der Straße habe. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es, die Beamten würden "flexibel nach gründlicher Analyse der polizeilichen Lage in einem bedarfsorientierten Schichtmanagement eingesetzt, bei dem örtliche Schwerpunktzeiten Berücksichtigung finden." Im bundesweiten Vergleich habe die Thüringer Polizei die an sie gestellten Anforderungen sehr gut erfüllen können. Thüringen gehöre zu den sichersten Bundesländern.

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2016, 20:37 Uhr

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20 Kommentare

15.07.2016 13:56 Hubert 20

@18 Enfant terrible 14.07.2016 00:12 - "Mann, Du redest hier aber auch wieder einen Stuß zusammen." Dieser "Stuß" welchen du fragend wiederholst, steht bereits beantwortet in meinem Beitrag. Natürlich wird jeder angezeigte Wohnungeinbruch registriert, Spuren u.derl. abgeglichen und verfolgt. Die Polizei findet eben keine passenden Täter. Deshalb ist die Aufklärungsquote so niedrig. Bei Mord liegt die Quote nahezu bei 100 %. Warum? Weil zwischen Tat und Täter leicht ein Bezug herzustellen ist. Abschreckend auf Wohnungseinbrecher wirkt fast ausschließlich die Sicherung der Wohnung. Deshalb schrieb ich: Jeder muß auf sein Geschlampe aufpassen. Nimm als Beispiel den Ladendiebstahl, begangen von Menschen wie du und ich. Er beträgt ca. 2 % des Umsatzes. Bei zig Millarden Umsatz ein enormer Schaden. Aufklärungsquote: nahe 0. Da sind Bank- oder sonstige Raubüberfälle zwar spektakulär, aber Kinkerlitzchen gegenüber Ladendiebstählen. - So, und nun ran an die Arbeit, Herr Kommissar. "Himmelherrgo

15.07.2016 09:57 Ekkehard Kohfeld 19

@ Hubert 14 Ich lache mich schlapp. Der wandernde Volkspolizist in ländlicher Idylle, in dessen Revier Viehdiebe mit dem SUV und Viehanhänger die Rinder von der Weide holen. Genauso idyllisch wie der bepackte Postbote zu Fuß, der ein Schwätzchen hält oder mit der einsamen Hausfrau ein Schäferstündchen verbringt.##Hallo Huebelchen also die blauen Männchen leben nicht nur im PC
die laufen wirklich auch noch mal zu Fuß durch,s Dorf oder in Städten durch die Fußgängerzone (Bürgernähe,schon mal gehört??) und ja auch der Postbote geht in manchen Bereichen zu Fuß ein Schwätzchen ist auch drin,in welcher PC Traumwelt leben sie eigentlich???Ach ja,bei ihnen schickt man ja auch sicherheitsrelevante Daten übers öffentliche Internet,schon wieder eine ihrer Lachnummer:-))))