Wegen Amoklage in Halle/Saale Polizei sichert jüdische Einrichtungen in Thüringen

Nach den tödlichen Schüssen in Halle an der Saale war auch die Thüringer Polizei am Mittwoch verstärkt im Einsatz. Wie eine Sprecherin der Landeseinsatzzentrale mitteilte, wurden insbesondere Verkehrswege aus Richtung Halle nach Thüringen und Orte in der Nähe der thüringischen Grenze verstärkt überwacht. Zudem seien die Beamten vor jüdischen Gebäuden präsent. Den Angaben zufolge besteht nach bisherigen Erkenntnissen für Thüringen jedoch keine konkrete Gefahr. Thüringer Polizisten unterstützten jedoch die Fahndung nach Tätern, hieß es weiter.

Am Abend wurden die Polizisten von den Autobahnen abgezogen. Die Sicherung von jüdischen Einrichtungen blieb vorerst bestehen.

Eine Polizeistreife sichert die Neue Synagoge in Erfurt
Eine Polizeistreife sichert die Neue Synagoge in Erfurt. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Bei den in Halle getöteten Menschen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen Mann und eine Frau. Der Mann sei in einem Imbiss erschossen worden, die Frau in der Humboldtstraße in der Nähe eines Friedhofs. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Die beiden waren am Mittag erschossen worden.

Die Polizei sprach zunächst von mehreren mutmaßlichen Tätern, die mit einem Auto flüchteten. Ein 27-jähriger Verdächtiger aus Sachsen-Anhalt wurde festgenommen. Die Menschen in Halle und im östlich davon gelegenen Landsberg wurden aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben oder sichere Orte aufzusuchen. Der Bahnhof von Halle wurde wegen polizeilicher Ermittlungen zeitweise gesperrt. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen.

Davon war auch der Bahnverkehr in Thüringen betroffen. Auf der ICE-Strecke zwischen München und Berlin über Erfurt sei es zu Verspätungen gekommen, weil Züge über Leipzig umgeleitet werden mussten, sagte eine Sprecherin der Deutsche Bahn AG. Im Nahverkehr war die Linie Jena-Göschwitz-Leipzig-Halle betroffen. Züge pendelten nur noch zwischen Jena-Göschwitz und Merseburg.

Thüringer Politiker von Linken, SPD, Grünen und AfD äußerten sich am Mittwoch bestürzt über die Ereignisse in Halle.

Verstärkter Polizeieinsatz in Thüringen nach Schüssen in Halle Saale
Polizisten haben an der Auffahrt Nohra an der A4 Stellung bezogen. Bildrechte: MDR/Johannes Krey

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Oktober 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 08:25 Uhr

2 Kommentare

Gerd Mueller vor 5 Wochen

FALSCH! völkisch nationale mordeten 6 Millionen und heutige Hassprediger säten verbal und in Büchern seit 5 Jahren. Was gestern in Halle geschah. Die massenhaften Naziaufmärsche und trotz Verbot agierenden sollten Polizei und Geheimdienste sensibilisieren und potenzielle Ziele wie Synagogen vor Mördern und Terroristen schützen.

Monazit vor 5 Wochen

Es ist traurig, dass so etwas in Deutschland 2019 nötig ist, aber die Tatsache, dass die Synagoge in Halle so gut gesichert war, zeigt leider, dass sich bei dem Anschlag nicht um die Tat handelt, mit der niemand rechnen konnte.

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