Lockdown verlängert Corona-Pandemie: Ramelow schwört Thüringer auf harte Wochen ein

Das Ziel sei weiterhin, Infektionen zurückzudrängen und die Inzidenzwerte zu verringern. Eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken ist im Gespräch. Außerdem appelliert Ramelow an die Lehrer und Schüler zur häufigeren Nutzung der PCR-Tests.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Lehrer und Schüler aufgefordert, sich mehr testen zu lassen. Die weisen die Vorwürfe jedoch von sich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Ansicht von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) liegen vor den Thüringern zwölf harte Wochen. Ramelow sagte MDR THÜRINGEN am Mittwochmorgen, das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass der Lockdown bis Ostern gehen müsse. Bislang sei unklar, ob und wie die englische Mutation des Corona-Virus auch Thüringen erreichen wird. Das Ziel sei aber weiterhin, Infektionen zurückzudrängen und die Inzidenzwerte zu verringern. Nur so könne das Gesundheitssystem handlungsfähig bleiben.

Arbeitgeber sollen Masken bezahlen

Zu den Kosten der nach den jüngsten Corona-Beschlüssen vorgeschriebenen medizinischen Masken sagte Ramelow, wenn der Arbeitgeber das fordere, müsse er es auch bezahlen. Wenn es vom Staat vorgeschrieben wird, wie in Pflegeheimen und Krankenhäusern, würden die Masken zur Verfügung gestellt. Auch für ältere Menschen gebe es jetzt den Anspruch auf FFP2-Masken.

Noch ist offen, wann die Maskenpflicht für Thüringen in Kraft tritt. Dafür ist eine neue Verordnung nötig, die der Landtag in den kommenden Tagen ausarbeitet.

eine FFP2-Maske
In Thüringen sind nun in bestimmten Bereichen, wie dem öffentlichen Nahverkehr und Geschäften, medizinische Masken als Pflicht im Gespräch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lehrerverband weist Ramelow-Kritik zurück

Ramelow appellierte außerdem an Schüler und Schülerinnen, sich häufiger mit Schnelltests auf das Virus testen zu lassen. Auch die Lehrer sollten viel öfter PCR-Tests machen lassen. Er verstehe nicht, dass das immer noch so wenig Lehrer nutzen würden.

Der Landesvorsitzende des Thüringer Lehrerverbands, Rolf Busch, sagte MDR THÜRINGEN, der Vorwurf von Ramelow gehe ins Leere. Derzeit gebe es gar keine Zahlen darüber, wie viele Lehrer sich testen lassen. Die letzten Zahlen seien von Ende Oktober gewesen, als das Infektionsgeschehen noch weitaus geringer gewesen sei. Die Lehrer würden seit Anfang Januar wöchentlich zum PCR-Test aufgefordert und seiner Beobachtung nach würden sich auch viele beteiligen, so Busch.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Januar 2021 | 09:00 Uhr

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