Treffen der Ministerpräsidenten Ramelow kündigt strengere Corona-Regeln für Thüringen an

Die Thüringer müssen sich im Winter auf strengere Corona-Regeln einstellen. Das kündigte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in Erfurt nach einer Schalte mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch an.

Bodo Ramelow Ministerpräsident Thüringen
Bodo Ramelow hat die Thüringer auf die Einhaltung der Corona-Vorschriften eingeschworen. Bildrechte: dpa

Man habe festgelegt, dass die Maßnahmen, die Ende Oktober festgelegt wurden, bis zum 20. Dezember verlängert werden. Dies sei aber nur eine formale zeitliche Begrenzung. "Sie wird aber bis über den 20. Dezember bis zum Anfang Januar fortgesetzt", sagte Ramelow. Die Begrenzung ergebe sich aus dem neuen Infektionsschutzgesetz. Man werde gegenüber dem Thüringer Landtag deutlich machen, dass man ein Regelwerk aufgestellt habe, dass bis Anfang Januar gelten solle.

Schärfere Regeln in vielen Bereichen angekündigt

Ramelow sagte, man habe gehofft, die Welle an Corona-Infektionen zu durchbrechen und ein Absenken der Infektionsraten zu erreichen. In Thüringen sei das aber leider gar nicht geglückt. Mit dem Landkreis Hildburghausen hat Thüringen derzeit einen Hotspot mit dem bundesweit größten Infektionsgeschehen bei Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Ramelow kündigte an, dass es unter anderem wieder strengere Abstandsregeln im Einzelhandel geben werde. Bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern sei eine Person pro zehn Quadratmeter erlaubt, bei Flächen darüber solle eine Person 20 Quadratmeter zur Verfügung haben.

Schule: Wechselunterricht und Masken weiter regional geregelt

Ein großflächiges Umschwenken auf sogenannten Wechselunterricht ist in Deutschland trotz anhaltend hoher Corona-Zahlen nicht geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder vereinbarten am Mittwoch bei ihrer Videokonferenz, dass über abwechselnden Unterricht in geteilten Gruppen zu Hause und in der Schule weiterhin vor Ort entschieden wird, abhängig von den regionalen Corona-Zahlen.

Sogenannter Hybridunterricht wird auch nicht verpflichtend, sondern nur als Beispiel für etwaige Zusatzmaßnahmen genannt. Zudem sollen solche Maßnahmen auf Schüler ab der 8. Klasse - ausgenommen der Abschlussklassen - beschränkt bleiben. Vereinbart wurde auch eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse, ebenfalls abhängig von den regionalen Corona-Zahlen. Als unscharfe Grenze werden "deutlich mehr als 50 Neuinfektionen" pro 100.000 Einwohner genannt.

Über Weihnachtsferien in Thüringen noch nicht entschieden

Die Weihnachtsferien sollen in diesem Jahr fast überall in Deutschland gleichzeitig am 19. Dezember beginnen. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder verständigt.

Der 19. Dezember ist der Samstag vor Heiligabend (der in diesem Jahr auf einen Donnerstag fällt). Bis auf Bremen und Thüringen sollen die Ferien nun überall an diesem Tag beginnen. Die beiden Länder behalten sich laut Beschluss vom Mittwoch "eine länderindividuelle Regelung hinsichtlich des Ferienbeginns" vor. Mit der Maßnahme soll die Zahl der Kontakte direkt vor den Feiertagen und damit die Ansteckungsgefahr im Familienkreis verringert werden. Eltern in den Bundesländern, die ihre Ferien jetzt vorziehen, müssen sich nun allerdings um eine Betreuung für die zusätzlichen schulfreien Tage vor Heiligabend kümmern.

Ramelow schwört Thüringer auf Einhaltung der Corona-Regeln ein

Ramelow hat die Thüringer auf die Einhaltung der Corona-Vorschriften eingeschworen. Die Dynamik bei den Neuinfektionen sei immer noch nicht gebrochen. Die Menschen müssten sich an die Auflagen halten und sich solidarisch gegenüber denen zeigen, die die Schutz vor einer Ansteckung nötig hätten, sagte er am Mittwochabend.

Quelle: MDR THÜRINGENgh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. November 2020 | 22:00 Uhr

27 Kommentare

Freies Moria vor 8 Wochen

Was gerade in der Tagesschau lief, ist ein Plus an den Maßnahmen die wir schon seit Monaten haben. Also genau der Maßnahmen die zur Überlastung der Gesundheitsämter führten. Genau die Maßnahmen, die dazu führten, daß in einem Kreis mehr getestet wird als im Nachbarkreis, einfach weil der eine Kreis mehr Geld hat.
Ich erkenne da nichts anderes als das Eingeständnis, daß die Maßnahmen in der Summe wirkungslos waren. Und, viel schlimmer, daß die Regierung gar keine Ahnung hat, wie sie mit der Lage umgehen soll.
Erwartet hätte ich Maßnahmen, die gezielt dort eingreifen wo das Virus ist. Maßnahmen die das Virus nachweislich hemmen, statt Explosionen zuzulassen. Maßnahmen, die nachweislich Gesunde aus der Quarantäne rauslassen, und möglicherweise Kranke prüfen und ggfs. in Quarantäne schicken. Und eine effektive Therapie für Kranke, nicht nur für Trump!
Bald sieht jeder die Abläufe in seinem direkten Umfeld, bald wird jeder das Ausmaß der Fehlsteuerung live und in Farbe verfolgen können.

pepe79 vor 8 Wochen

Im großen und ganzen freue ich mich dass der Tenor in der Sache hier heute doch recht einhellig ist. Das zu kurz gedacht ist und viele Maßnahmen wohl erwartungsgemäß deutlich weniger ausschlaggebend sind als sich viele Politiker so dachten, sowie das wichtige Grundprobleme eigentlich nirgendwo in Deutschland mit einer guten Strategie angegangen werden (Schnelltests für Schulen und Heime).

pepe79 vor 8 Wochen

@Martin
Welche Grundinfektion wir im Frühjahr hatten wüsste ich auch gern.
Das Problem ist das es keiner weiß, sie aber mit Sicherheit deutlich über den Infektionszahlen lag. Test gab es am Anfang nicht oder kaum. Abgesehen davin hat Island bereits 78 Tage vor den ersten Maßnahmen in Deutschland vor Erwignissen in Ischgle und Italien gewartn.
Das sind ca 2,5 Monate. Schauen sie mal wie der Verlauf in den letzten 2,5 Monaten ohne Apreski jetzt war....es wird wohl weniger gewesen sein aber wieviel weiß kein Mensch. So niedrig wie die Zahlen suggerieren jedoch bei weitem eher nicht.

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